Ausschuss berät Mitte Februar

Für 250.000 Euro: So wird der Busbahnhof in Bergkamen barrierefrei

Seit 2003 gibt es den Busbahnhof in seiner heutigen Form. Noch im Laufe dieses Jahres soll er so umgebaut werden, dass er auch für Rollstuhlfahrer und sehbehinderte Menschen gut nutzbar ist.
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Seit 2003 gibt es den Busbahnhof in seiner heutigen Form. Noch im Laufe dieses Jahres soll er so umgebaut werden, dass er auch für Rollstuhlfahrer und sehbehinderte Menschen besser nutzbar ist.

Der Stadt Bergkamen macht ernst mit dem Projekt „Barrierefreier Ausbau des Busbahnhofs“. In der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Verkehr am Dienstag, 16. Februar, könnte der Beschluss dazu fallen.

Bergkamen – Bis Ende 2021 sollen insgesamt 75 Bushaltestellen im Stadtgebiet so umgebaut werden, dass sie von Menschen mit und ohne Behinderung genutzt werden können. Dem Busbahnhof kommt hier als zentraler Halte- und Umsteigepunkt eine besondere Bedeutung zu.

Im September 2003 wurde die Anlage eröffnet. Seither ist sie bis auf eine Fahrbahnsanierung und kleinere Unterhaltungsmaßnahmen unverändert in Betrieb, und seitdem besteht auch das Problem der erhöhten Buskaps. Die sorgen zwar für einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg, doch wurde zu wenig darauf geachtet, dass man den Bussteig mit einem Rollstuhl oder einem Rollator auch gut erreicht.

Kreisverkehr in Umbau einbezogen

Das soll sich ändern. So ist geplant, die teils nur mit abgewinkelten Bordsteinen ausgestatteten Fahrbahnquerungen westlich, östlich und südlich des Busbahnhofes so auszubauen, dass sie auch wirklich das Prädikat „barrierefrei“ verdienen. Darüber hinaus sollen weitere Bereiche rollstuhlgerecht ausgebaut werden – darunter der Kreisverkehr an der Hubert-Biernat-/Töddinghauser Straße.

Er soll nicht nur behindertengerechte Bordsteinabsenkungen erhalten, sondern zudem taktile Leitelemente für Menschen mit Sehbehinderungen. Diese Elemente werden dann bis zum Busbahnhof weitergeführt.

Auch hier soll die vorhandene Oberflächenbefestigung teilweise aufgenommen werden, damit Rippen- und Noppenplatten aus Beton eingesetzt werden können, die Orientierung schaffen. Das Leitsystem für Sehbehinderte soll sich dann an den Hauptlaufachsen in West-Ost-Richtung und in südliche Richtung zum Rathausvorplatz orientieren. Davon werden Abzweige zu den vier Bussteigen, den Wartehallen und zur vorhandenen Toilettenanlage geschaffen, die bereits barrierefrei ist.

Informationspunkt mit Akustiksäule

Zentral gelegen an der Schnittstelle der Laufachsen soll ein Informationspunkt eingerichtet werden. Dieser Wegweiser in Form eines taktilen Tastplans, wie es ihn zum Beispiel schon am Busbahnhofsgelände Unna gibt, dient zur Orientierung im gesamten Bereich. „Zusätzlich wird eine Akustiksäule an dieser Stelle auf Anforderung Fahrgastinformationen wie Ankunfts- und Abfahrtszeiten, Fahrziele, etc. auf Knopfdruck wiedergeben“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung zur Sitzung des Bauausschusses.

Der Umbau soll rund 250.000 Euro kosten. Bei der Realisierung des Plans hofft die Stadt auf Fördermittel des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe. Sollten diese nicht oder nicht rechtzeitig in diesem Jahr zur Verfügung stehen, will man die Kosten aus dem eigenen Budget bestreiten. Entsprechende Haushaltsmittel stünden zur Verfügung, heißt es.

Die Stadt hat in jüngster Zeit schon etliche Haltestellen umgebaut. Mit ihren Anstrengungen folgt sie den Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes. Dieses sieht für den öffentlichen Personennahverkehr bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit vor.

Die Sitzung des Ausschusses für Bauen und Verkehr beginnt am Dienstag um 17 Uhr und findet in der Römerberg-Halle in Oberaden statt.

Auch zwei Haltestellen im Fokus

Zusätzlich zum Busbahnhof legt die Verwaltung auch Pläne zum Umbau beziehungsweise zur Verlegung zweier Haltestellen vor:

„Stadtmarkt“: An dem Standort werden jeweils Buskapsteine eingebaut, sodass ein barrierefreier Einstieg in den Bus gewährleistet ist. Auch sind taktile Leitelemente und der Austausch des rauen Natursteinpflasters gegen ebeneres Betonsteinpflaster vorgesehen. Dazu wird das Wartehäuschen nach hinten versetzt. Kosten: rund 35.000 Euro.

„Ebertstraße“: Beide Haltestellen liegen ungünstig in einer Kurve und sollen nach Vorschlag der Verwaltung parallel zueinander etwa 35 Meter nach Westen verlegt werden. Auch hier sind Buskap und Leitsystem vorgesehen, dazu zwei neue Wartehallen mit Dachbegrünung. Sechs Parkplätze würden wegfallen. Kosten: rund 95.000 Euro. Eine mögliche Verschiebung nur des südlichen Haltepunktes wäre teurer, weil dann u.a. eine Ampel am Fußgängerüberweg nötig wäre, heißt es.

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