Naturfreibad kann erst starten, wenn neuer Vorstand steht, um über Coronabetrieb zu entscheiden 

+
Achim Rudolph tritt an, das Heiler Naturbad mit den Freiwilligen des Schwimmvereins weiter zu führen. Das Mitgliedervotum darüber hat Corona aufgehalten, aber der Vorsitzende in spe ist schon fleißig.

Heil - Zug um Zug wird die Corona-Bremse gelockert. Wer sich traut, darf sich wieder im Freibad tummeln. Freunde des Naturbads in Heil brauchen aber noch Geduld.

Zwei Weltkriege hat das Kleinod an der Lippe überstanden und was die vergangenen 110 Jahre noch an schweren Verwerfungen mit sich brachten. Deshalb ist Achim Rudolph gar nicht bang, dass in Heil das Naturfreibad auch unter Corona-Bedingungen an den Start geht. Noch wichtiger als das erforderliche Hygienekonzept ist für den designierten ersten Vorsitzenden des Schwimmvereins Heil als Träger des Idylls, dass die eingeleitete Stabübergabe in der Führung vollzogen wird.

Alter Vorstand formal noch in der Verantwortung

Denn Friedrich-Karl und Brigitte Knäpper sind nach Jahrzehnten außergewöhnlichen Engagements mit großem Dank und städtischen Ehren für die Öffentlichkeit von ihrer (Lebens-)Aufgabe entbunden, aber formaljuristisch noch in der Pflicht. „Unsere Jahreshauptversammlung war terminiert, konnte aber wegen des Corona-Ausbruchs nicht mehr stattfinden. Wir suchen nach einem Weg, die Mitglieder über den neuen Vorstand entscheiden zu lassen“, so Rudolph. Der 54-Jährige geht davon aus, dass die Vorbereitungen daher noch bis Mitte Juni dauern können. „Wir müssen dann ja noch den Eintrag beim Amtsgericht vornehmen. Da kommt man zurzeit auch nicht so einfach rein.“ Erst mit der formalen Bestätigung der Nachfolger in der Vereinsführung sei überhaupt die Voraussetzung geschaffen, die Entscheidung über die Öffnung unter den erschwerten Bedingungen dieser Tage zu treffen.

Achim Rudolph will Nachfolge antreten - und ist zuversichtlich

„Ich gehe fest davon aus, dass wir öffnen“, sagt der SV-Vorsitzende in spe. Wegen des Hygienekonzepts, bei dem die regelmäßige Reinigung und Desinfektion der nur mit Abstand zu nutzenden Sanitäranlagen ein Knack- und Kostenpunkt sind, steht er im engen Austausch mit der Stadt Bergkamen. Dezernentin Christine Busch ließ bei wa.de bereits anklingen, dass ihre Abteilungen den Ehrenamtlern eng zur Seite stünden.

Freiwillige ackern - Stadt Bergkamen hilft

Überhaupt hat die Kommune ihr Versprechen eingelöst, der nächsten Generation Freiwilliger unter die Arme zu greifen, damit diese besondere Institution erhalten werden kann. „Wir waren hier schon vier Wochenenden im Einsatz und haben richtig etwas gerissen bei der Grünpflege“, sagt Rudolph. „Dabei hat uns die Stadt Bergkamen großartig geholfen. Alles Gehölz und Schilf, das beseitigt werden musste, ist abgefahren. Mit diesen Arbeiten haben wir in den nächsten Jahren Ruhe.“ All dies gelang, wie so oft, nicht zuletzt dank der Freiwilligen. „Es waren ein gutes Dutzend Männer mit eigenem Gerät da und haben geholfen, die Frauen haben für das Essen gesorgt“, so Rudolph. Neue helfende Hände seien aber willkommen, speziell die Besetzung der Kasse könnte besser aufgestellt sein mit Leuten, die tagsüber Zeit dafür haben. Die Schwimmaufsicht sei nach wie vor mit der DLRG gesichert. 

Okay des Hygieneinstituts erste Voraussetzung

Ob sich die Türen öffnen oder nicht, wird zuallererst an anderer Stelle entschieden: In Gelsenkirchen, da sitzt das Hygieneinstitut und nimmt unter die Lupe, was Mitarbeiter Marcel Henkel gestern an Wasserproben an festgelegter Stelle aus dem Lippe-Altarm – und anderen Bädern – gezogen hat. Kein Bad weit und breit darf Gäste einlassen, ehe die Gelsenkirchener nicht grünes Licht gegeben haben. So war’s schon immer, und alle vier Wochen wird aufs Neue untersucht, ob der Sprung in die Fluten in dieser Hinsicht unproblematisch ist. „Das Wasser hier ist okay. Da hat es noch nie Probleme gegeben“, versichert Achim Rudolph. Henkel nickt. Das Seston mit den Kleinstlebewesen, das er soeben mit dem Trichterkescher abgefischt hat, verspricht augenscheinlich gute Wasserqualität. „Das sind die Guten“, sagt Henkel über die zuckenden Miniwürmchen im Reagenzglas. „Die halten das Wasser schön sauber.“

Mitgliederversammlung "Open Air" in der Anlage? 

Nach einem zwischenzeitlichen Telefonat sieht Rudolph auch in der Kernfrage eine Lösung. „Die Stadt hat zwei Räume an Schulen für die Versammlung angeboten. Da passen vielleicht 30 Leute rein, wir haben aber 100 Mitglieder.“ Bei der wichtigen Weichenstellung soll aber niemand ausgeschlossen werden. Rudolph: „Wir haben jetzt auch die Option, die Versammlung hier in der Anlage unter freiem Himmel abzuhalten.“ Na also, wer zur Freibadtruppe zählt, darf eh nicht wetterscheu sein.

Lust mitzuhelfen?

Die neue Mannschaft sucht noch Verstärkung, eventuell auch im Kiosk. Auskunft erteilt Achim Rudolph, Tel. 0171/4475767

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare