Betrunken gerast: 25-Jährige aus Hamm verlor in Rünthe ihr Kind

Unfallfahrerin vom Gericht verurteilt - und vom Leben bestraft

Justizia Gerichtsurteil
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Eine 25-jährige Autofahrerin aus Hamm wurde verurteilt.

Führerschein weg, Job weg – und auch noch das Kind unter dem Herzen verloren. Es scheint, als habe eine 25-Jährige aus Hamm schon reichlich gebüßt.

Kamen/Rünthe/Hamm - Das war die Quittung des Lebens für ihre haarsträubende Unfallfahrt im vergangenen Dezember in Rünthe. Doch das hat die Justiz nicht dazu bewegt, bei der Strafe nach dem Gesetzbuch deswegen milder zu urteilen. Die Frau stand nun mit ihrem Einspruch gegen ihren Strafbefehl beim Amtsgericht Kamen vor dem Richtertisch.

Wegen Coronaregel in Abwesenheit verurteilt

Anfang Juli hätte sie dort schon erscheinen sollen, doch das war unter den Corona-Bestimmungen unmöglich. Die Angeklagte war geladen und ihr Ehemann als Zeuge. Weil der aber Unterkünften der Tönnies-Schlachtbetriebe mit massenhaftem Corona-Ausbruch tätig ist, ließ man sie nicht ins Gerichtsgebäude. Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilte das Gericht die Frau per Strafbefehl zu 1200 Euro Geldstrafe und erließ eine Fahrerlaubnissperre von sechs Monaten.

Durch Rünthe gerast, bis es krachte

Denn die Angeklagte war am 3. Dezember mit überhöhter Geschwindigkeit in Bergkamen von der A 1 abgefahren und hatte bei einem ersten waghalsigen Überholmanöver eine Kollision gerade noch vermeiden können. Doch beim nächsten streifte die Hammerin das Heck des Überholten, fuhr trotz roter Ampel auf eine Kreuzung, geriet in den Gegenverkehr und kollidierte dort mit einem Wagen. Beide Fahrzeuge schleuderten dann in ein Auto, das an der Ampel wartete. Es wurden mehrere Beteiligte verletzt, der Gesamtschaden ist mit 40 000 Euro beziffert.

Richter und Staatsanwalt nehmen nichts zurück 

In der Verhandlung über den Einspruch wollte der Staatsanwalt sogleich wissen, welches Ziel die Frau verfolge. Der Verteidiger der Frau erklärte, dass es um die Führerscheinsperre gehe. Seine Mandantin habe durch den Unfall ihren Job verloren. Und noch ein Schicksalsschlag traf die Angeklagte, wie sie sagte: „Ich habe mein Kind dadurch verloren.“ Ein Streit mit dem Ehemann und Alkohol hätten sie damals so agieren lassen. Aber Staatsanwalt und Richter machten deutlich, dass sie trotzdem zu keinem anderem Urteil beziehungsweise Strafmaß kämen. Die Unglücksfahrerin nahm den Einspruch zurück.

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