Häusliche Gewalt

Freundin die Nase gebrochen - Mann aus Bergkamen muss ins Gefängnis

Mann erhebt die Hand gegen eine Frau
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Der Richter sah es als erwiesen an, dass der Bergkamener seine Freundin geschlagen hatte.

Der Streit zwischen einem 22-jährigen Bergkamener und seiner Freundin endete gewalttätig. Den Schlag gegen die Nase seiner Partnerin dürfte der Bergkamener jetzt bereuen. Er muss ins Gefängnis.

Bergkamen/Unna – Etwa ein Jahr war ein Paar zusammen, als es am 5. September vergangenen Jahres in der Wohnung seines Vaters in Bergkamen zu einem folgenschweren Vorfall kam, der dem Mann ein Jahr und elf Monate Haft einbringt.

Der 22-Jährige und sein Bruder spielten gerade Playstation, als die Freundin des Mannes dazukam. Das Paar geriet in einen Streit, der schnell eskalierte. Der Mann griff seiner Freundin in die Haare, zog daran. Dann verpasste er ihr mit dem nicht beschuhten Fuß einen Tritt ins Gesicht. Ergebnis: Nasenbeinbruch. Die Frau flüchtete zum Vater ihres Partners, um dort Schutz zu suchen. Der rief die Polizei.

Nachbarin als „Hure“ beleidigt

Als die Frau später zum Arzt ging, stellte sich heraus, dass die Nase gebrochen war. Eine Operation war nötig. Am 29. März geriet der 22-Jährige abermals mit dem Gesetz in Konflikt. Dieses Mal ist die Nachbarin seiner Schwester das Opfer. Als er diese in Bergkamen besuchte, bezeichnete er die Nachbarin als „Hure“.

Im Amtsgericht Kamen stritt der Mann sowohl die Körperverletzung, als auch die Beleidigung ab. Was seine inzwischen Ex-Freundin angehe, so habe er sie lediglich aus dem Zimmer schieben wollen. Dabei sei sie irgendwie gestürzt. Das bestätigte der Bruder des Angeklagten. Er könne zwar nicht sagen, wie genau, aber irgendwie sei die 31-Jährige ausgerutscht und dabei nach vorne gefallen. In diesem Zusammenhang muss sie sich auch die Nase gebrochen haben, so der 19-Jährige.

Richter hält Zeuginnen für glaubwürdig

Die Geschädigte bestätigte im Zeugenstand hingegen die Vorwürfe. Der 22-Jährige habe sich darüber aufgeregt, dass sie mit einer Freundin telefoniert habe. Er habe gesagt, sie sollte sich „verpissen“. Sie habe auch gehen wollen, so die Geschädigte, dazu sei sie jedoch nicht mehr gekommen. Denn: „Er hat meine Haare gezogen und mir ins Gesicht getreten. Auf meine Nase. Er wollte mich weiter schlagen und hat gedroht, mich umzubringen.“

Nach dem Angriff sei ihre Nase stark angeschwollen. Seit der daraufhin nötigen Operation zeige ihre Nase eine Schieflage. Auch, wenn der Richter das nicht erkennen konnte, erlegte er dem Angeklagten auf, 3000 Euro Schmerzensgeld an die 31-Jährige zu zahlen. Der Vorsitzende sah entgegen der Einlassung des Angeklagten auch die Beleidigung als bewiesen an. Zu diesem Vorfall sagte die Nachbarin aus, dass definitiv das Wort „Hure“ gefallen sei.

Der Richter verurteilte den Angeklagten schließlich zu einem Jahr und elf Monaten Haft. Bewährung gibt es keine. Grund sind fünf heftige Vorstrafen unter anderem wegen Nötigung, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Raubes. Der Vorsitzende hielt beide Zeuginnen für glaubwürdig. Und: Der Nasenbeinbruch sei ärztlich attestiert. Für den Bruder fand der Vorsitzende klare Worte: „Er hat eine Falschaussage gemacht.“

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