Sportunterricht an der Freiherr-von-Ketteler-Schule in Rünthe

Unklarheit um ausreichende Belüftung: Sportunterricht auch im November an der frischen Luft

Die Sporthalle an der Freiherr-von-Ketteler-Schule wird derzeit nicht genutzt. Trotz der kälter werdenden Temperaturen sollen die Grundschüler nur im Freien unterrichtet werden.
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Die Sporthalle an der Freiherr-von-Ketteler-Schule wird derzeit nicht genutzt. Trotz der kälter werdenden Temperaturen sollen die Grundschüler nur im Freien unterrichtet werden.

Die Jungen und Mädchen der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule sporteln auch weiterhin an der frischen Luft. Bisher möchte die Schulleitung so lange wie möglich auf Unterricht in der schuleigenen Turnhalle verzichten. Hintergrund ist die unklare Antwort auf die Frage, was eine „ausreichende Belüftung“ eigentlich ist.

Eine genaue Verordnung zur Nutzung von Turnhallen im Schulsport gibt es vom nordrhein-westfälischen Schulministerium nicht. Stattdessen eine Empfehlung für die Entscheidungsträger vor Ort. Nach der sollen die Sporthallen ausreichend gelüftet werden. Was genau ausreichend bedeutet, ist in der Empfehlung nicht festgelegt. „Wir haben vier kleine Klappfenster und zwei Türen“, sagt Uwe Wilms, stellvertretender Leiter der Ketteler-Schule.

Eine der Türen führe zunächst in einen langen Gang, die zweite erst um zwei Ecken durch die Umkleidekabinen in die Sporthalle.
Hinzu kam, dass zwischenzeitlich die Lüftungsanlage kaputt war. „Das war ein normaler technischer Defekt“, so Heiko Rahn, zuständiger Sachgebietsleiter im Dezernat II.

Eine schriftliche Zusage, dass dadurch die Belüftung in ausreichendem Maße gegeben sei, wie die Schule es sich wünscht, könne die Stadt dennoch nicht geben. „Es gibt keine offiziellen Angaben dazu, was eine ausreichende Luftzirkulation ist“, sagt Rahn.

Belüftungsanlagen stehen auf 100 Prozent Frischluft

Das Schulamt habe sich mit dem Kreis Unna abgestimmt, der in Bergkamen zwei Turnhallen betreibt – die an der Bodelschwinghschule in Heil und die an der einstigen Hellweg- und jetzigen Regenbogenschule in Rünthe. „Der Kreis hat die Belüftungsanlagen in beiden Hallen auf 100 Prozent Frischluftzufuhr stellen lassen“, erläutert Rahn.

In Absprache mit dem Kreis als übergeordneter Behörde habe die Stadt das auch für ihre eigenen Turnhallen veranlasst. „Die Fachfirma ist seit vergangener Woche damit beschäftigt“, sagt Rahn. Zudem gilt auch in Bergkamen: Sämtliche Fenster und Türen öffnen und vor allem offen lassen. Ob dadurch und die Neueinstellung der Belüftungsanlagen eine ausreichende Belüftung gegeben ist, könne niemand mit abschließender Sicherheit sagen.

Gummitwist und Hinkelkästchen sind wieder in

Der Ketteler-Schule reicht das derzeit noch nicht. „Solange die Wetterlage dies erlaubt, findet der Sportunterricht in allen Jahrgängen weiterhin draußen statt. Eventuelle Änderungen erhalten Sie von den Klassenlehrerinnen“, heißt es auf der Schul-Homepage.

„Eine tolle Kollegin hat ein Konzept für den Sportunterricht entwickelt, bei dem wir auch draußen nach Lehrplan benoten können“, erzählt Wilms. So gebe es zum Beispiel Orientierungsläufe. „Und die alten Bewegungsspiele sind wieder gefragt.“ So sei der Schulhof übersät mit Hinkelkästchen. „Und Gummitwist ist wieder richtig ‚in‘ bei uns.“

Um den Schulen die Möglichkeit zu geben, ihren Sportunterricht weiterhin draußen abzuhalten, geht die Pflege an den Außensportanlagen indes weiter, damit sie für den Schulsport zur Verfügung stehen. „Die Saison dort ist normalerweise mit der Leichtathletik-Saison Ende September beendet“, so Rahn.

Seines Wissens noch hat keine Bergkamener Schule den Sportunterricht derzeit generell auf Eis gelegt. Neben der ausreichenden Belüftung gibt es aber natürlich weitere Dinge, die die Lehrer beachten müssen. Da auch im Unterricht der Mindestabstand gilt, sind Kontaktsportarten tabu. Steht beispielsweise Basketball auf dem Lehrplan, können die Schüler Einzelübungen machen – eine nachgestellte Wettkampfsituation mit einem Basketballspiel ist dagegen tabu.

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