Hofreiter und Ostendorff besuchen Ökostation

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Beim Besuch in Heil: Lukas Höhne, li., erklärte Friedrich Ostendorff, Anton Hofreiter und Landes-Staatssekretär Horst Becker den Betrieb.

Bergkamen - Mit Alternativen zur herkömmlichen Landwirtschaft beschäftigten sich gestern zwei hochkarätige Bundestagsabgeordnete: Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter und der landwirtschaftliche Sprecher der Grünen-Bundestagsraktion, Friedrich Ostendorff. Eine Station war dabei die Ökologiestation in Heil samt Maststall von Bauer Höhne und Fleischzerlegebetrieb von Neuland.

Friedrich Ostendorff, Landwirt aus Bergkamen, erklärte, dass die Themen Landwirtschaft und Ernährung seit Anfang des Jahres ein Schwerpunktthema der Bundesgrünen sei. Er freue sich, sagte Ostendorff, dass er nun mit Hofreiter den Heiler Betrieb besuchen könne. „Wir waren schon in Bayern und in Schleswig-Holstein, weitere Bundesländer werden folgen. Heute sind wir in Westfalen und hier wollen wir zeigen, wie wir uns eine andere Landwirtschaft auch vorstellen können“, erklärte Ostendorff.

Für Verbraucher wichtig

„Uns interessiert die Landwirtschaft nicht nur als solche, sondern auch, weil sie für den Verbraucher ein wichtiges Thema ist“, ergänzte Anton Hofreiter. Diese wollten „anständiges Essen, das vernünftig produziert“ werde, doch man müsse auch darauf achten, dass die Landwirte noch davon leben und die Verbraucher die Preise zahlen könnten. Ein Spagat, der immer wieder für Diskussionsstoff zwischen Politik und Landwirten sorgt und auch weiterhin sorgen werde. Darüber waren sich die Politiker und zuhörenden Landwirte im Klaren. „Auch Natur und Artenschutz sind für die Landwirtschaft ein großes Thema“, sagt Hofreiter, der die bislang in Deutschland gängige Praxis von Naturschutz „in reservatähnlichen Gebieten“ und einem industriell-landwirtschaftlich genutzten Rest als „völligen Irrweg“ bezeichnet. „Das muss Hand in Hand gehen. Naturschutz und Landwirtschaft müssen über eins gehen, und Umweltschutz und Landwirtschaft müssen über eins gehen. Ein Nebeneinander wird nicht klappen.“

Bei allen Ideen hinsichtlich einer künftigen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Landwirtschaft wollen die beiden Politiker, so wurden sie nicht müde zu betonen, „dass die Landwirte mitkommen. Es muss sich etwas an der Landwirtschaft ändern“, forderte Hofreiter, „aber so, dass die Landwirte das ökonomisch verkraften und ihre Familien davon leben können.“ Den Neuland-Betrieb der Familie Höhne betrachteten die Politiker daher als „exemplarischen Hof, wie wir Tierhaltung verstehen“. Bekanntlich verfügt der Hof nämlich über einen Stall mit Außenboxen, in dem die Tiere viel Platz haben und artgerecht gehalten werden – mit Spielmöglichkeiten, Abwechslung und ungekürztem Ringelschwanz.

Bauern sind nicht abgeneigt

„Wir befinden uns hier in einer Nischenlandwirtschaft“, betonte Hugo Gödde, Geschäftsführer der Biofleisch NRW Erzeugergenossenschaft. „Lediglich ein bis zwei Prozent der Landwirte arbeiten so.“ Eine Quote, die Hofreiter und Ostendorff anheben wollen. „Das braucht 10 bis 20 Jahre“, weiß Hofreiter. „Aber es ist unsere Zielperspektive.“ Abgeneigt waren die anwesenden Biobauern nicht, im Gegenteil. „Wir haben damals von den Tierschützern tatsächlich eine Menge gelernt“, gab ein Landwirt zu. Mastschweine nach draußen zu lassen, das wäre eine Überwindung gewesen. Am Nachmittag fuhren Anton Hofreiter und Friedrich Ostendorff nach Billerbeck, einer Hochburg der Schweinemäster. Dort stellten sie sich der Diskussionen mit Landwirten, die in Massentierhaltungen investiert haben.

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