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Fotos zeigen die Sicht auf Religionen

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Von: Robin Lindemann

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In den Fotos, die im Treffpunkt zu sehen sind, setzen sich junge Christen und Muslime mit den jeweiligen Religionen auseinander.
In den Fotos, die im Treffpunkt zu sehen sind, setzen sich junge Christen und Muslime mit den jeweiligen Religionen auseinander. © Lindemann

Bergkamen -  Augenblicke mit der Kamera einfangen und mit diesem Kunstwerk eigene Gedanken zum Ausdruck bringen – darum geht es bei der interreligiösen Fotoausstellung „Mein Glaube – Unser Miteinander“.

Eine einzelne Mandarine im Fokus, dahinter weitere dieser Früchte in der Unschärfe – „Unsere Vielfalt, unsere Stärke“, diesen Titel trägt das Foto von Betül Caktas. Stolz blickt die 20-Jährige auf ihr Werk und setzt zur Interpretation des Bildes an. „Die Mandarine steht hier als Symbol für eine Gemeinschaft, jedes einzelne Stück davon ein eigenständiger Teil, alles zusammengehalten durch die Schale“, erklärt Caktas. Die Schale der Mandarine im Fokus ist bereits entfernt, sodass der Betrachter sieht, was darunter steckt. „Keines der Stücke sieht gleich aus und trotzdem gehört alles zusammen“, erklärt Caktas, Mitglied der Ditib-Moscheegemeinde Oberaden. Mit ihrem Bild hat sie ihre ganz eigene Idee von Gemeinsamkeit in die Ausstellung mit eingebracht.

Einige Meter weiter hängen die Bilder der Alevitischen Gemeinde. „Mit meinen Fotos möchte ich den Alltag in unserer Gemeinde darstellen“, erklärt Silay Isilar und deutet auf ein Bild, das die jugendlichen Gemeindemitglieder zeigt. Sie tanzen den Semah, einen religiösen Tanz für den Gottesdienst. Durch die Beleuchtung des Gemeindelebens trägt auch Fotografin Isilar ihren Teil zur interreligiösen Ausstellung bei.

Insgesamt haben Jugendliche aus fünf Kirchengemeinden in Bergkamen Fotos für die Ausstellung geschossen. Die nötigen Fertigkeiten erhielten die Jugendlichen dafür im Rahmen eines VHS-Kurses zum Thema Fotografie. Vier Wochen lang können Interessierte die Resultate der jungen Fotografen nun im ersten Obergeschoss des VHS-Gebäudes an der Lessingstraße bewundern. Die Kunst des Fotografierens scheint jedenfalls in diesem Rahmen eher Frauensache zu sein. Denn unter den Teilnehmern ist nur ein männlicher Nachwuchs-Fotograf. „Die Jungs haben sich offenbar nicht so recht an das Projekt herangetraut“, vermutet Holger Nowakowski, Presbyter der Evangelischen Martin-Luther-Gemeinde.

Bei der Ausstellungseröffnung am Wochenende ernten die Teilnehmer der verschiedenen Gemeinden schließlich viel Lob für ihre Arbeit. Nach dem Startschuss durch Bürgermeister Roland Schäfer schlendern Freunde, Verwandte und andere Interessierte durch die Galerie, um sich den Werken und damit auch den Gedanken der jungen Foto-Künstler zu widmen. Für eine „ausstellungsgerechte“ Atmosphäre sorgt dabei Valeriy Leontjev, der die Szenerie mit gepflegten Klängen auf dem Klavier untermalt.

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