Wer folgt auf Roland Schäfer? Parteien bringen sich für Bürgermeisterwahl in Position

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Wer zieht ein ins Rathaus? Das Amt des Bürgermeisters wird 2020 neu besetzt werden müssen: Roland Schäfer hört nach 30 Jahren an der Spitze der Stadtverwaltung auf. Nun müssen die Parteien geeignete Kandidaten finden.

Bergkamen - Fast 70 Prozent erhielt Bürgermeister Roland Schäfer bei seiner Wahl im Mai 2014. Nun wird der 70-Jährige nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Im September nächsten Jahres werden also neue Gesichter um das Amt des Bürgermeisters konkurrieren. Die Europawahl lässt ahnen: 2020 könnte es in der SPD-Hochburg Bergkamen ganz anders aussehen.

Es war ein Traumergebnis, das Roland Schäfer bei der letzten Kommunalwahl erhielt: 69,08 Prozent der Wähler stimmten für ihn. 2020 wird er nicht mehr antreten und nach dem Ende der Sommerpause beginnt nun langsam die Kandidatensuche bei den Parteien. 

Noch hat die SPD die absolute Mehrheit in Bergkamen, wie die Kommunalwahl im September kommenden Jahres für die ausgehen wird, bleibt abzuwarten. Einen Kandidaten oder eine Kandidatin möchte die Partei im September vorstellen. 

Die relativ frühe Festlegung erklärt Fraktionsvorsitzender Bernd Schäfer damit, dass ein neuer Bewerber auf das Amt Zeit benötige, sich in der Stadt deutlicher bekannt zu machen. „Viele kennen Bergkamen nur mit Roland Schäfer als Bürgermeister“, sagte Bernd Schäfer. 

Roland Schäfer habe die Stadt durch den Strukturwandel geleitet, sehr viel für Bergkamen getan. Der Kandidat, der ihm nachfolgen soll, wird in große Fußstapfen treten müssen. 

CDU liebäugelt mit überparteilichem Kandidaten

Die CDU möchte sich hingegen noch nicht so schnell festlegen. Erst Anfang des nächsten Jahres will die Partei ihren Kandidaten nominieren. Bei der vergangenen Wahl erhielt Martina Plath 21,09 Prozent der Stimmen. 

Dieses Mal rechnet sich die CDU höhere Chancen aus, besonders wenn man einen überparteilichen Kandidaten finden würde. „Das Modell Bönen hat Charme“, sagte Stadtverbandsvorsitzender Marco Morten Pufke. 

In der Nachbargemeinde war vor der letzten Kommunalwahl der parteilose Stephan Rotering von mehreren Parteien nominiert worden und wurde prompt mit klarem Vorsprung gewählt. 

Als möglicher Partner für die Bergkamener CDU wären dabei wohl neben der FPD auch die Grünen für eine Zusammenarbeit sehr attraktiv. 

Großer Unterschiede zwischen CDU und Grünen

Inhaltlich jedoch klaffen Grüne und CDU weit auseinander, gerade der Bau der Umgehungsstraße L821n, die Entwicklung im Wohnungsbau, der Kiwitt-Park und der Umgang mit Gewerbeflächen sind heiß diskutiert zwischen beiden Parteien. „Die Themen, die uns trennen, sind ziemlich markant“, sagte Pufke. 

Nicht nur markant, sondern fundamental findet Jochen Wehmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die Unterschiede zwischen beiden Parteien. Einen überparteilichen Kandidaten schlossen sie aus. Die CDU handle nicht unbedingt umweltfreundlich, betonte der Grünen-Fraktionsvorsitzend. 

„Die Chancen für unseren Bürgermeisterkandidaten gewählt zu werden, sind nicht schlecht“, sagte Wehmann. Der grüne Bürgermeisterkandidat könne tatsächlich Bergkamens höchstes Amt übernehmen. Während bei der letzten Wahl Thomas Grziwotz nur auf 5,88 Prozent kam, zeigt das Ergebnis der Europawahl (17,97 Prozent), dass die Grünen auch in Bergkamen immer beliebter werden. Seine eigene Kandidatur schloss Jochen Wehmann allerdings aus.

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