Vorsitzende schreibt Mitglieder an

Flüchtlingshelfer in Bergkamen: Wie geht‘s weiter mit Verein? Mietvertrag läuft aus

Der Helferkreis ist seit 2016 im Haus Frieden an der Präsidentenstraße zu Hause.
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Der Helferkreis ist seit 2016 im Haus Frieden an der Präsidentenstraße zu Hause.

Corona hat die Arbeit des Flüchtlingshelferkreises Bergkamen nahezu zum Erliegen gebracht. Trotzdem sind deren Mitglieder und Helfer aktuell gefordert, und zwar in eigenen Sache. Es gilt zu klären, wie’s nach der Pandemie weitergeht.

Bergkamen – Anlass ist nicht zuletzt der auslaufende Mietvertrag für Haus Frieden. Das frühere Geschäftslokal an der Präsidentenstraße in Mitte ist seit 2016 der Sitz des Vereins.

Für Vereinsvorsitzende Petra Buschmann-Simons ist klar: Die Arbeit des Flüchtlingshelferkreises muss weitergehen. Zwar kämen längst nicht mehr so viele Geflüchtete nach Bergkamen wie in den Vorjahren. Zudem seien sie teils schon so lange hier, dass man sie kaum noch so nennen könne. „Gerade bei den Deutschkursen verzeichnen wir aber weiterhin eine große Nachfrage.“ Überdies liege ihr die Frauengruppe sehr am Herzen, verdeutlicht Buschmann-Simons.

Aktuell nur Beratungen von Diakonie und Caritas

Im Herbst hatte der Helferkreis noch versucht, unter Wahrung der Abstandsregeln zumindest die „Krümelkiste“, die Kleidung für Kleinkinder und Babys ausgibt, sowie die Fahrradwerkstatt im Keller des Gebäudes zu öffnen. Dann kam der neuerliche Lockdown und wieder musste alles dichtgemacht werden. Nur die Beratungen von Diakonie und Caritas im Haus liefen weiter und werden noch immer durchgehend angeboten.

Dem Flüchtlingshelferkreis gehören rund 70 Frauen und Männer an. Zum Kreis der 15 bis 20 aktiv Helfenden zählen teils auch Nicht-Mitglieder. Allesamt hat Buschmann-Simons vor dem Osterfest angeschrieben mit der Bitte, sich Gedanken über die Zukunft zu machen und ihre Überlegung dann mitzuteilen. Dabei geht es vor allem um die Organisation der Arbeit und die Frage, ob man weiterhin als eigenständiger Verein agieren möchte.

Womöglich gründet sich ein neuer Verein

Diese Klärung ist auch nötig, weil aus der Jugend-Initiative „Bergkamen for all“ heraus die Idee aufkam, einen neuen Verein zu gründen, der sich umfassender den Themen Integration und Vielfalt widmen soll.

In diesen Verein könnte der Helferkreis aufgehen, führt Buschmann-Simons aus. Überdies ließen sich die Räume im Haus Frieden gemeinsam nutzen, wobei auch der neu gewählte Integrationsrat Interesse bekundet habe, dort zum Beispiel Sprechstunden anzubieten.

Der Mietvertrag im Haus Frieden läuft Ende Juni aus. Offizieller Mieter der Immobilie ist die Katholische Kirchengemeinde Heilig Geist; diese stellt die Räume den Flüchtlingshelfern unentgeltlich zur Verfügung. Der Verein kommt für die Nebenkosten auf, was ihn laut Buschmann-Simons finanziell bereits stark herausfordert. Für ihre inhaltliche Arbeit sind die Helfer auf öffentliche Fördermittel sowie auf die Spenden Dritter angewiesen.

Stadt wünscht sich zentrale Anlaufstelle

Sie sei schon seit einiger Zeit im Gespräch mit der katholischen Kirche, um die Möglichkeiten einer Fortführung der Flüchtlingsarbeit im Haus Frieden abzuklopfen, verdeutlicht Buschmann-Simons. Auch mit der Stadt Bergkamen stehe sie im Austausch. Deren Dezernentin Christine Busch hatte während der jüngsten Sitzung des Integrationsrates die Hoffnung geäußert, Haus Frieden könne zu einer zentralen Anlaufstelle für Angebote rund um das Thema Integration weiterentwickelt werden.

Der Flüchtlingshelferkreis gründete sich im Oktober 2015 aus einer Initiative heraus und ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Schon früh haben die Mitglieder die katholische Gemeinde sowie den evangelischen Kirchenkreis Unna als Kooperationspartner gewinnen können. Buschmann-Simons ist beruflich Pfarrerin der Evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen.

Zwar ist die Arbeit des Helferkreises wegen der Pandemie nahezu zum Erliegen gekommen. „Ich weiß aber, dass einzelne Aktive Geflüchteten privat weiterhin Unterstützung zukommen lassen“, sagt Buschmann-Simons.

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