Fotos für Verwandte in der Heimat

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Die Gruppe vor dem Atelier.

Bergkamen - Einen besonderen Ausflug erlebten jetzt  Flüchtlinge aus Bergkamen. Gemeinsam mit Nicole Wenig und  anderen aus dem Flüchtlings-Helferkreis ging es nach Radevormwald zum Fotoshooting in ein Atelier, das dort von Petra Burmeister und der Visagistin Natalja Wessa betrieben wird.

Ihre Freundschaft zu der Kamenerin Bettina Schabbehart, die in Bergkamen ehrenamtlich die Kleiderkammer vom Flüchtlingshelferkreis leitet, brachte sie auf die Idee, ein Fotoshooting für Flüchtlinge zu organisieren. Schnell fanden sich im Helferkreis Fahrer, um die „Models“ nach Radevormwald zu chauffieren. Und so machten sich dann 21 Neu- und Altbergkamener auf den Weg, um sich ablichten zu lassen.

Fotos für Angehörige 

Statt Schnappschüssen und Selfies konnten die Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak, Pakistan und Syrien dann via Facebook und WhatsApp beeindruckende Fotos an ihre Familien in die Heimat senden. Erwartungsvoll schauten sie in die Linse von Petra Burmeister, während diese ihre Modelle in unterschiedlichen Posen ablichtete. Viel Spaß hatten dabei alle bei dem Shooting mit lustigen Hüten und Verkleidungen. Es kam auch Wehmut auf Doch trotz der lustigen Stimmung kam auch Wehmut auf. „Wir sind Flüchtlinge und haben hier keine Rechte. Aber wir finden es toll, wie wir hier aufgenommen werden, das ist nicht selbstverständlich“, sagt der 20 Jährige Ali Ajiz aus Afghanistan. Er faltet und sortiert die Kleidung in der Bergkamener Kleiderkammer und lernt fast so nebenbei Deutsch. Ali, der in seiner Heimat wegen seiner Religion verfolgt wurde, machte deutlich: „Flüchtlinge aus Syrien, glaube ich, wird hier die Integration erleichtert. Aber es gibt auch Menschen aus Afghanistan und Pakistan, die in ihrer Heimat mit dem Tod bedroht wurden.“ 

Mitreißendes Konzert

Als besonderes Schmankerl konnte Petra Burmeister die Band „Peanut Butter Jelly Pie und Ali“ gewinnen, die ein mitreißendes Konzert im Anschluss an das Shooting gaben. Ohne zu zögern sagten Tim Francis (Gesang) und Bernd Uthoff (Gitarre und zweite Stimme) zu, als Petra Burmeister sie fragte, ob sie kostenlos auftreten würden. Sie sangen Lieder auf Deutsch und Englisch, die auch den Flüchtlingen bekannt waren. Petra Burmeister sorgte zudem für Speis und Trank. Besonders Spaß hatten die Gäste, als das Lied vom Dschungelbuch vorgetragen wurde. Keine Frage, dass dabei alle für einen Moment die  Sorgen und Nöte vergessen haben. Als sie die Heimreise nach Bergkamen antraten, waren Flüchtlinge und Helfer glücklich, einen besonderen Tag geschenkt bekommen zu haben. Jetzt warten alle auf die Bilder, die von ihnen gemacht wurden.

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