Feuerwehrmusiker wecken am Morgen die Rünther auf

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Mit Trommeln und Flöten ziehen die Musiker durch den Stadtteil.

Rünthe - Dichter Nebel liegt am frühen Mittwochmorgen über Rünthe, außer dem Zwitschern der Vögel ist bis kurz vor 7 Uhr nichts zu hören. Doch dann durchbrechen Trommelwirbel die Stille, gefolgt von Flötentönen. Wie in jedem Jahr zum 1. Mai ziehen die Mitglieder der Feuerwehrmusik zum traditionellen Weckruf musizierend durch ganz Rünthe. 

Einst war man die gesamte Strecke zu Fuß gegangen, weiß Musikzugleiter Heinz-Werner Lowak. Im deutlich gewachsenen Rünthe steuerte man zuletzt gezielt verschiedene Punkte an- in Privatwagen. In diesem Jahr nutzen die Musiker erstmals einen vom Trecker gezogenen Planwagen, und das kommt an. „Wir können so auch unterwegs spielen, und die Bevölkerung bekommt viel mehr Musik mit“, freut sich Dirigent Kevin Lowak.

 Als erstes steuern die Musiker um kurz vor 7 Uhr die Wierlingstraße in Rünthe-West an. Dort warten Monika und Peter Tank bereits mit Kaffee und Schnittchen – auch das hat Tradition. Doch lediglich eine weitere Nachbarin gesellt sich dazu, in den restlichen Häusern bleibt alles ruhig. „Wir haben zusammen vorne in den Mai gefeiert“, weist Monika Tank auf den Wendehammer, wo noch Partyzelt und -tische stehen und auf eine kurze Nacht schließen lassen. „Aber die Nachbarn freuen sich, wenn die gleich kommen“, sagt Monika Tank.

Waffeln und Kakao für die musikalischen Wecker

Ihr Mann kann da nur lachen. Augenzwinkernd verrät er, dass es tatsächlich „Wehe, die kommen morgen“ hieß. Doch von der alten Tradition lassen sich die gewerkschaftstreuen Tanks nicht abbringen. Freiwillig früh aufgestanden ist Susanne Blaurock, an deren Haus im Böggefeld die Musiker den zweiten Stopp einlegen. Sie hat eigens Waffeln gebacken und Kakao gekocht, und die auf den Planwagen gereichte Platte kommt schnell leer wieder zu ihr zurück. 

Inzwischen ist es 8 Uhr durch – und so langsam tauchen Gesichter und winkende Hände an den Fenstern auf, an denen die Spielleute vorbeiziehen. So manche Autofahrerin hinter dem Schrittgeschwindigkeit fahrenden Trecker verliert auf dem Ostenhellweg die Geduld, doch die ersten Jogger und Passanten, die bereits mit dem Hund unterwegs sind, bleiben stehen und schauen dem Planwagen verwundert nach. 

Weiter geht es für die Feuerwehrmusiker zum Schacht III, wo ein kurzer Marsch durch den Schwarzen Weg startet. Auf einen musikalischen Gruß bei Ortsvorsteher Klaus Kuhlmann folgt der Besuch in der Schlägelstraße beim Kassierer des IGBCE-Ortsvereins Horst Fuchs. Der hatte die traditionelle Aktion im Namen der Gewerkschaft in diesem Jahr wieder in Auftrag gegeben. Einst war Sinn der Aktion, möglichst viele Leute an die Maikundgebung zu erinnern. „Das ist heute nicht mehr so. Es wird immer weniger“, sagt Fuchs. Dennoch sind zahlreiche Rünther später in Oberaden bei der Kundgebung dabei. 

Weckruf durch die Feuerwehrmusik in Rünthe

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