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Im dritten Anlauf zu 100-Jahr-Feier: Feuerwehr Bergkamen-Mitte lädt zum Tag der offenen Tür

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Von: Raphael Balke

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Wasser marsch für die große Sause. Hier wir das nasse Element für Spiel, Spaß und Technikwettbewerb beim Tag der offenen Tür geliefert.
Wasser marsch für die große Sause. Hier wir das nasse Element für Spiel, Spaß und Technikwettbewerb beim Tag der offenen Tür geliefert. © Raphael Balke

100 Jahre Feuerwehr und keiner darf kommen: Corona verdarb der Einheit Mitte 2021 ihr Jubiläum. Dieses Jahr sind die Vorzeichen andere – es wird groß gefeiert.

Bergkamen – Es war alles geplant. Zwei Tage sollte das Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen-Mitte im Juli vergangenen Jahres dauern. Party, Spaß und Feiern. Doch wegen der hohen Corona-Inzidenzen fiel die Fete aus. „Die Auflagen waren so hoch, dass sich das alles nicht gelohnt hätte“, erklärt Andre Pollmüller. Der stellvertretende Einheitsführer ergänzt: „Bei den Inzidenzen ging die Sicherheit vor.“ Im September dann der nächste Versuch, doch auch dabei verhinderte die Pandemie die Durchführung. „Das war auf jeden Fall traurig, so ein 100-Jähriges zu verschieben“, sagt Pollmüller.

Das Festprogramm am Samstag

Ihr Jubiläum feiert die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen-Mitte am Samstag ab 10 Uhr am Gerätehaus an der Bambergstraße rund um das Gelände des Baubetriebshofes. Besucher dürfen sich auf ein buntes Programm freuen. So gastieren andere Einheiten aus dem Kreis Unna in Bergkamen und messen sich bei einem Kreisleistungsnachweis. Besucher können nicht nur zuschauen, sondern auch selbst aktiv werden. Die Gäste können Feuerlöscher ausprobieren und an einer Puppe des Rettungsdienstes eine Herz-Lungen-Massage üben. Für die jungen Besucher gibt’s Riesenrutsche, Hüpfburg und heißen Draht. Um 18 Uhr startet dann der offizielle Teil des Tages und die Feuerwehrleute erhalten eine Urkunde für das 100-jährige Bestehen der Einheit. Anschließend darf das Jubiläum dann bei Partymusik eines DJs und Cocktails bis tief in die Nacht gefeiert werden.

Im dritten Anlauf soll es nun am Samstag funktionieren. Dann kann die Feuerwehr bereits auf 101 Jahre ihrer Geschichte zurückblicken. Am 17. September 1921 nahm die Löschgruppe Bergkamen-Mitte ihren Dienst auf. Zu dem Zeitpunkt gehörten Rünthe, Weddinghofen, Oberaden und Heil noch nicht zu Großgemeinde Bergkamen. „Damals war noch eine Truppe der Zeche für das Löschen von Bränden zuständig“, berichtet Pollmüller. Doch die Siedlung Bergkamen wurde immer größer und eine eigene Feuerwehr nötig. „Ziel war es, wegen der größeren Siedlung der Arbeiter eine schlagkräftige Truppe zu etablieren“, sagte der 36-Jährige.

Mit acht Mann ging‘s los

Dabei war die „schlagkräftige Truppe“ anfangs zumindest zahlentechnisch gar nicht so schlagfertig. Lediglich acht Feuerwehrmänner löschten im Gründungsjahr Brände. Knapp 100 Jahre später hat sich die Anzahl etwa versechsfacht. 49 Mitglieder stellt die Einheit Bergkamen-Mitte heute, knapp 200 Freiwillige engagieren sich in ganz Bergkamen. „Die Vielzahl der Leute ist wichtig, damit immer jemand da ist. Tag und Nacht. 365 Tage im Jahr“, erklärte der stellvertretende Löschzugführer.

Stolz auf freiwillige Leistung

Von acht zu 49 Mitgliedern, von Löschgruppe zu Einheit, von Handspritzen, die von Pferden gezogen wurden, zu motorisierten modernen Löschfahrzeugen: In einem Jahrhundert hat sich bei der Einheit viel verändert. Doch ein Grundsatz blieb gleich. Die Feuerwehr ist immer noch freiwillig. „Wir sind stolz darauf, dass wir das so hinbekommen“, sagt Pollmüller. Brände, Unfälle und andere Notfälle: Wenn es gefährlich wird und Menschen in Gefahr sind, ist die Feuerwehr zur Stelle. Zugenommen hätten in den vergangenen Jahren vor allem Einsätze wegen Unwetter wie Sturmschäden und Hochwasser, so der 36-Jährige. „Da sind wir meist über Tage im Einsatz. Das ist sehr kräftezerrend“, sagte Pollmüller.

Sollte es am Samstag einen Notfall geben, heißt es trotz Jubiläum: Tag und Nacht. 365 Tage im Jahr.

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