Beschilderung überholt

Statt Notfall-Schilder: Feuerwehr setzt lieber auf Handy-Ortung

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Vom Konzept der Notruftafeln ist Rettungsstellenleiter Oliver Kortmann nicht überzeugt.

Die punktgenaue Ortung auf dem Handy ist für die Rettungsstellen eine gelungene Alternative gegenüber der beinahe willkürlich aufgestellten Notruftafeln. 

Bergkamen – Großes Thema im Ausschuss Familie, Soziales, Gesundheit und Senioren am Dienstagabend war die sogenannte Notfall-Beschilderung in Bergkamen.

Dass die Ortung von Personen auch ohne die entsprechende Beschilderung auskommt, erklärte der stellvertretende Rettungsstellenleiter des Kreises Unna, Oliver Kortmann den Ausschussmitgliedern. „Es gibt einen bunten Strauß an einer solchen Beschilderung“, beschrieb er den Wildwuchs im Kreisgebiet.

Kortmann gab Beispiele, die gegen eine solche punktuelle Beschilderung sprächen und zeigte die Alternative auf: „Advanced Mobile Location oder kurz AML“. Diese Art der Ortung über das Smartphone ermöglicht es den Rettungsdiensten, Personen in Not auf den Meter genau zu lokalisieren.

Bei vorhandenen offenen Wlan-Netzen bei mehrgeschossigen Gebäuden sogar in den Stockwerken. „Dafür muss nur der Notruf gewählt werden, eine App ist nicht nötig“, erklärte Kortmann. Das GPS im Smartphone werde über die Betriebssystemebene ohne Zutun des Nutzers freigeschaltet, die Koordinaten an zwei Server der Rettungsdienste in Freiburg und Berlin gesandt, die entsprechende Leitstelle informiert.

„Auf den Servern stehen die Daten nur 30 Minuten lang zur Verfügung, aus Datenschutzgründen und wegen der enormen Speicherlast, die die Daten generieren würden. „Für Hör- und Sprachgeschädigte wird momentan eine App entwickelt“, wies Kortmann auf die Möglichkeit der barrierefreien Rettung hin.

Auf die abschließende Frage der Beigeordneten Christine Busch, was er denn empfehlen würde hinsichtlich der angedachten Beschilderung, sagte der Fachmann: „Ich würd´s mir sparen.“

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