Feuer schnell gelöscht

Brand in den Turmarkaden: Rauchentwicklung führt zu Evakuierungen 

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Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

[Update 19 Uhr] Bergkamen  - Großeinsatz am Freitag für die Feuerwehr in der City: Fünf Stunden lang beschäftigten ein Brand im Keller der Turmarkaden und seine Folgen über 100 Rettungskräfte. Dabei war es weniger das Feuer, das für Aufruhr sorgte, vielmehr war es der giftige Qualm, den es verursachte.

Auch wenn die Polizei die Brandursache noch eindeutig bestimmen muss, liegt der Verdacht auf Brandstiftung nahe. Im Lager des einstigen Walmart-Marktes war Unrat in Brand geraten. Das und die starke Rauchentwicklung führten dazu, dass alle sechs Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen sowie weitere Feuerwehrleute und Rettungskräfte am Freitagmittag gegen 12 Uhr zu den Turmarkaden eilten, und die beiden Hochhäuser Töddinghauser Straße 135 und 137 in der Folge evakuiert werden mussten. 

Die Töddinghauser Straße musste zwischen Kaufland-Kreisel und Rathaus komplett gesperrt werden, die Hubert-Biernat-Straße halbseitig. Auch auf dem Busbahnhof hatten die Busse teilweise Probleme, noch einen Platz zu finden, denn hier hatte die Feuerwehr einen Bereitsstellungsraum für nachrückende Kräfte gebildet. 

Brand in den Turmarkaden

Von der ehemaligen Anlieferung aus hatten sich die ersten Einsatzkräfte vor Ort einen Zugang zum Gebäude verschafft und die weitläufigen Keller unter den Turmarkaden nach der Ursache des Qualms durchsucht. In einem Raum wurden sie schließlich fündig. 

Rauchmelder der Wohnungen meldeten sich

Der Qualm hatte sich da jedoch schon weit ausgebreitet und quoll aus vielen Ritzen und Öffnungen nach draußen. Weil die Keller des Areals, zu dem auch die ehemalige Sparkasse, die einstigen Markthallen und die beiden Wohnhäuser Töddinghauser Straße 135 und 137 gehören, miteinander verbunden sind, drang der Qualm auch in Bereiche vor, die nicht leer stehen. 

Der Brand soll in alten Warenannahme ausgebrochen sein.

Lange dauerte es daher nicht, bis in den beiden Wohnhäusern die ersten Rauchmelder auslösten und auf die giftige Gefahr in der unmittelbaren Nachbarschaft aufmerksam machten. Die neue Wehrführung, die ihren ersten großen Einsatz bestehen musste, entschied, zunächst das Haus 137 zu evakuieren. 

Rund 100 Kräfte im Einsatz

Ein Betreuungsteam des Deutschen Roten Kreuzes wurde angefordert, ebenso der Leitende Notarzt und Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes. Insgesamt waren am Ende mit Polizei und Sanitätern rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. 

Der Löschzug I der Feuerwehr Kamen stellte den Brandschutz in der Stadt sowie in Kamen sicher, außerdem war die in Kamen stationierte Atemschutzkomponente der Feuerwehr angefordert worden, damit den Feuerwehrleuten nicht die Luft für ihre schweißtreibende Arbeit ausging.

Der Bereich des Busbahnhofes wird als Stellplatz für Rettungsfahrzeuge genutzt.

Kurz darauf hieß es bereits „Feuer aus“, doch der Brandrauch erwies sich als hartnäckig. „Wir können den Rauch beim Entlüften nicht so lenken, wie wir das wollen. In diesem verwinkelten Keller sucht sich der Qualm durch jede Ritze seinen eigenen Weg“, erklärte Wehrführer Dirk Kemke. 

Und der führte unter anderem in die beiden Wohnhäuser, sodass kurz darauf auch Haus 135 evakuiert werden musste. Für die Anwohner war im Ratssaal eine Betreuungsstelle eingerichtet worden, doch nur 17 der 95 in den Häusern gemeldeten Bewohner nahmen das Angebot an. 

Die Turmarkaden.

„Viele gingen auch woanders hin oder tranken bei Kaufland einen Kaffee“, erklärte Kemke. Die Lüftungsarbeiten zogen sich noch bis in den Nachmittag hinein, denn in allen Bereichen mussten nicht nur Lüfter in Stellung gebracht werden, die Luftqualität musste auch mit Messgeräten kontrolliert werden. 

Um 17 Uhr vermeldete Kemke schließlich das Ende des langen Einsatzes. Dann konnten auch die letzten Einsatzkräfte abrücken, die die Bewohner noch zurück in die Wohnungen geführt hatten.

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