Feuer in Moschee: Anklage wegen Brandstiftung

BERGKAMEN ▪ Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat in Zusammenhang mit dem Brand in der Moschee gegen zwei 23 Jahre alte Männer aus Bergkamen Anklage wegen schwerer Brandstiftung, Brandstiftung und Sachbeschädigung erhoben.

Die Anklage geht davon aus, dass die beiden in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli auf einem „Zug durch die Gemeinde“ an mindestens acht Stellen in Bergkamen mit einem Feuerzeug an Brände gelegt haben. Dabei wurden insgesamt Mülltonnen, Abfallcontainer, Papiercontainer und –tonnen sowie eine Hecke zerstört oder beschädigt.

Den größten Sachschaden verursachten die Beschuldigten nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft in den Räumlichkeiten der im Umbau befindlichen Moschee an der Ernst-Schering-Straße. Durch einen Brandsachverständigen habe rekonstruiert werden können, dass dort im ersten Obergeschoss vermutlich mittels eines leicht brennbaren Klebers Styropor entzündet wurde. Das Feuer sei zwar selbständig erloschen, habe jedoch Risse an den Fenstern sowie eine Brandrauchverschmutzung im gesamten Obergeschoss und unter der gerade fertig gestellten Dachkuppel verursacht.

Der Sachschaden wird auf 50 000 Euro geschätzt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat zum Teil auf den erheblichen Alkoholkonsum der Angeschuldigten, zum Teil aber auch auf eine ausländerfeindliche Motivation zurückzuführen ist.

Den Schlusspunkt setzte nach der Rekonstruktion der Ereignisse in der Anklage ein mutwillig gelegter Kellerbrand in der Hubert-Biernat-Straße. Es kam zu einem Teilbrand von Deckenisolierplatten und hölzernen Trennwänden. 23 Personen wurden damals durch die Feuerwehr aus dem Haus evakuiert (der WA berichtete).

Die Angeschuldigten haben ihre Beteiligung nach Angaben der Staatsanwaltschaft an der Brandstiftungsserie eingeräumt, bezeichnen sich jedoch gegenseitig als Mitläufer und den jeweils anderen als den Hauptschuldigen.

Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts Dortmund wird zu klären haben, ob und in welchem Umfang den Angeschuldigten die Taten und Tatbeteiligungen nachzuweisen sind. ▪ red

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