Bauhof kommt gegen das Kraut kaum an

Bergkamens Grünpflege im Sommer 2021: Sisyphus lässt grüßen

Biodiversität vorm Rathaus. Das ist gut für Bienen & Co, wird aber nicht jedermanns ästhetischem Empfinden gerecht und belegt, dass dem Bauhof das Kraut diesen Sommer über den Kopf wächst.
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Biodiversität vorm Rathaus. Das ist gut für Bienen & Co, wird aber nicht jedermanns ästhetischem Empfinden gerecht und belegt, dass dem Bauhof das Kraut diesen Sommer über den Kopf wächst.

Bergkamen grünt wie schon lange nicht mehr. Der Bauhof kommt kaum hinterher. Im Sommer 2021 sprießt unentwegt es aus jeder Fuge.

Bergkamen – Nach zwei Sommern mit Hitzerekorden und leeren Talsperren macht der bald Dahingehende mit dem Gegenteil von sich reden: Niederschlagsmengen, die nicht nur wegen der Katastrophe mitte Juli aus dem Rahmen fallen. Warm und feucht war schon der Frühsommer und seitdem bieten Sonne und Wolken im Wechsel ein Zusammenspiel, das man getrost gedeihlich nennen kann. Zumindest beim Blick auf die Vegetation. Da reicht schon der Blick auf die Straße vorm Haus.

Aus jeder Fuge scheint üppig zu sprießen, was auf den trügerisch wertschätzenden Namen Wildkräuter hört. Denn so richtig willkommen sind Gras, Klee, Brennnessel und Co nun auch wieder nicht. Sonst hätte der Bauhof der Stadt Bergkamen unter den beschriebenen Umständen nicht so viel mehr damit zu tun, den Wildwuchs auf das für die breite Mehrheit rechte Maß zu stutzen.

Es wächst alles, was nicht wachsen soll

„Es wächst alles, was nicht wachsen soll“, stöhnt Stephan Polplatz, Chef des Bauhofes, geradezu auf, wenn man ihn nach den Rabatten und den Grünkolonnen fragt. „Der Wildwuchs ist in diesem Jahr eine Katastrophe.“ Zum Glück hielten sich die Beschwerden noch im Rahmen. Auch könne mit dem 1-2-3-Bergkamen-Trupp auf die Schnelle mal etwas beseitigt werden, was den Bergkamenern besonders ins Auge fällt.

30 Kräfte in der Grünkolonnen unterwegs

Aber die Mannschaft von gut 30 Kräften insgesamt sei längst dazu übergegangen, Prioritäten zu setzen, weil es anders nicht mehr geht. „Zum Schulstart haben wir uns natürlich die Schulwege vorgenommen. Auch sonst hat Verkehrssicherung erste Priorität.“ Da muss der verkrautete Wegesrand halt mal warten.

Wie schnell die Büsche ausschlagen, hat der Chef der Gärtnerkolonne am eigenen Leib erfahren. „Ich war neulich selbst mit dem Fahrrad unterwegs und habe danach erst mal an der Holz-Erde-Mauer das Lichtraumprofil freischneiden lassen“, berichtet er von seinen Erfahrungen mit dem Kopfeinziehen und peitschenden Ästen.

Mit Saisonarbeitszeit Kapazitäten erhöht

Dabei hat der Betrieb schon Saisonarbeitszeiten eingeführt, um in der Vegetationsphase die Überhand zu behalten. „Wir arbeiten von April bis September statt 39 dann 42 Wochenstunden, im übrigen Jahr dann 36. Der Verschub macht sechs Planstellen aus“, so Polplatz. Dank dieser Vereinbarung mit dem Betriebsrat werde bei der Stadtreinigung auch freitagnachmittags und samstags gearbeitet. Zum 1. Oktober sollen die genehmigten drei Stelle zusätzlich besetzt sein. Mehr „Man-Power“ fürs Stadtbild ist bekanntlich seit dem vergangenen Jahr die Maxime im Bergkamener Rathaus, damit das Nasenrümpfen aufhört.

Was die dafür schon vorläufig bewilligte Personalaufstockung an besseren Anblicken im Stadtbild bewirkt hat, werden die Verantwortlichen zum Herbst für die politische Bewertung zusammenstellen. Dass Polplatz die Weichen richtig gestellt sieht, liegt auf der Hand. „Die Maßnahme hat sich bewährt. Da wird Geld ausgegeben, bei dem man gleich sieht, was damit passiert.“

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