Gedenkveranstaltung

Fahnenstreit am Antikriegstag: Einige Teilnehmer halten sich nicht an Absprachen

Demonstration Gedenken Antikriegstag Mikrofon
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Gedenkveranstaltung im Wasserpark: Mitorganisator Till Peters rief bei der Veranstaltung dazu auf, sich gegen Krieg zu positionieren.

Eigentlich hatten sich die Organisatoren auf eine unpolitische Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag geeignet. Dass eine Gruppe dann aber doch politische Symbole mit sich trug, sorgte für Unmut.

Bergkamen – Das Gedenken zum Antikriegstag am 1. September war mit Blick auf die Situation in Afghanistan besonders aktuell. In Bergkamen fanden anlässlich des Tages gleich zwei Veranstaltungen statt. Nicht alle Teilnehmer hielten sich dabei an vorher ausgegebene Regeln.

Die Friedenskirchengemeinde und die Initiative „BürgerInnen gegen Rechts Kamen/Bergkamen“ als Organisatoren vor der Kundgebung am Wasserpark darauf hingewiesen, auf politische Statements zu verzichten und zudem politische Symbole, die nichts mit dem Thema Frieden zu tun haben, zu Hause zu lassen. Aktivisten des kommunalen Wahlbündnisses BergAuf, sowie einige Mitstreiter der MLPD und der Umweltgewerkschaft ignorierten diese Bitte, was auf der Friedenskundgebung für einigen Unmut sorgte.

Diskussion um mitgebrachte Fahnen

Die insgesamt knapp zehn Vertreter des Wahlbündnisses und der kommunistischen Kleinpartei hatten – nach Durchführung einer eigenen Kundgebung am Bahnhofsplatz – gemeinsam und mit ihren Fahnen ausgestattet den Weg zum Wasserpark eingeschlagen, um auch an der zweiten Veranstaltung teilzunehmen – um damit offenbar bewusst zu provozieren.

„Wir sind des Diskutierens müde, denn es sind immer die gleichen Personen, die sich nicht an Absprachen halten“, sagte Mitorganisator Finn Wächter beim Anblick des fahnenbestückten Bündnisses. Auch Bürgermeister Bernd Schäfer als Schirmherr der Veranstaltung wollte nicht darüber diskutieren, nachdem BergAuf-Ratsfrau Claudia Schewior das Mitführen der Fahnen als „erkämpftes demokratisches Recht“ darstellte. Die Gruppe hielt sich darauf weiter im Hintergrund der Veranstaltung auf.

Diskussionen mit den Organisatoren löste der Auftritt von BergAuf-Mitgliedern aus, die sich nicht an die Vorgaben für die Teilnahme an der Veranstaltung hielten und ihre Fahnen präsentierten.

„Wir wollen keine Konkurrenzveranstaltung machen, aber wir wollen die Möglichkeit haben, am Antikriegstag selbst zu Wort zu kommen“, so Werner Engelhardt anlässlich der eigenen Veranstaltung. Da es beim Format am Wasserpark keine Möglichkeit dazu gab, sei die eigene Veranstaltung organisiert worden, erklärte der Aktivist, der vor einem Jahr noch als Bürgermeisterkandidat für BergAuf ins Rennen gegangen war.

50 Besucher im Wasserpark

„Wir finden das einfach undemokratisch“, so Engelhardt am Rande der eigenen Kundgebung, die jedoch kaum Interessenten anlockte. „Wenn ich Richtung Busbahnhof gucke, sind da bestimmt auch einige Kinder dabei, die aus Ländern kommen, in denen gerade Krieg herrscht. Das ist ein guter Grund, um gemeinsam aktiv zu werden. Denn Fakt ist, dass immer mehr Kriege entfesselt werden“, sagte Claudia Schewior im Rahmen der Veranstaltung.

Sie verurteile den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan und forderte, grundsätzlich alle Truppen aus dem Ausland zurückzuziehen. „Wir brauchen einen Frieden, der von den Völkern selbst gemacht wird“, lautete ihr Lösungsansatz für das Beenden kriegerischer Auseinandersetzungen.

Die größere Veranstaltung am Wasserpark lockte gut 50 Besucher. Die Theatergruppe der Friedenskirche plädierte darstellerisch für den Abbau von Mauern und für friedliche Gemeinschaften. Dazu kam eine Reihe von Vertretern Kamener und Bergkamener Flüchtlingsgruppen zu Wort, Hans-Werner Freitag sorgte zwischendurch für Musik.

Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof

„Jeder Mensch, der stirbt, hinterlässt weitere, die um ihn trauern: Angehörige, Freunde und Kollegen. Kriege potenzieren dieses Leid noch um ein Vielfaches. Diese einfachen Erkenntnisse geraten zunehmend in Vergessenheit“, mahnte Bürgermeister Schäfer in seiner Rede.

Mitorganisator Till Peters rief dazu auf, sich aktiv gegen Krieg zu positionieren: „Man sieht ja, dass der Krieg nicht irgendwann einmal vorbei ist, und immer mehr Kriege auf der ganzen Welt geführt werden. Dagegen sollten wir uns gemeinsam wehren und dagegen demonstrieren, damit es nicht irgendwann dazu kommt, dass von der Welt nur noch Schutt und Asche übrig ist“. Die Veranstaltung endete am Ehrenfriedhof, wo die Teilnehmer zum Gedenken an die Opfer von Terror und Krieg an den Gräbern der Zwangsarbeiter Blumen niederlegten.

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