Die Ernte hat begonnen

Extremes Wetter: Landwirte in Bergkamen kämpfen mit den Folgen

Heinz-Dieter Kortenbruck sorgt sich um die Roggen- und Kartoffelernte
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Heinz-Dieter Kortenbruck sorgt sich um die Roggen- und Kartoffelernte.

Ein kaltes, feuchtes Frühjahr, eine kurze Hitzewelle und dann ein langer, feucht-warmer Sommer mit Starkregen und Gewitter: Das extreme Wetter in diesem Jahr hat seine Spuren auf den Feldern in Bergkamen hinterlassen. Die hiesigen Landwirte kämpfen mit den Folgen.

Bergkamen – Den Stress im Wachstum habe man den Spargelpflanzen angemerkt, sagt Antje Schulze-Elberg. „Die Schale war irgendwie fester, Menge und Qualität nicht so gut wie in den Vorjahren. Es war ja an sich wegen Corona und den Erntehelfern nicht ganz einfach“, so die Rünther Landwirtin. „Jetzt sehen wir zu, auf die Felder zu kommen, manchmal geht das nur mit Kettenfahrzeugen.“

Roggen leidet unter schwülem Wetter

Schulze-Elberg bemerkte nicht nur weichen Boden, gebrochene Gerste, sondern auch unterschiedliche Reifegrade. „Es lässt sich auch wegen der Feuchtigkeit schlecht dreschen“, erklärt sie.

Milchviehbauer Heinz-Dieter Kortenbruck berichtet, dass der Roggen das schwüle Wetter gar nicht vertrage. „Durch den Starkregen liegt er, ist nicht nur schwierig abzuernten, sondern beginnt auch, wenn er länger liegt, zu keimen. Die Körner meinen, sie liegen in der Erde. Die Qualität fürs Brot ist dann dahin.“ Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Bergkamen hat dieses Problem nicht. Er bewirtschaftet Grünland.

Kartoffeln anfällig für Krankheiten

Und das wächst ohne Halt. Kortenbruck muss „nur“ mähen. „Dazu kommt, dass das Gras den Regen ja auch verbraucht, der Boden ist fester und bisher gut befahrbar, anders als auf dem Acker. Wenn das Getreide reif ist, braucht es kein Wasser mehr“, erklärt er.

Die Kartoffeln im Raum Bergkamen hätten nach spätem Pflanzen und langsamer Entwicklung aufgeholt. Sie seien aber bei dieser Witterung anfällig für Krankheiten. „Da müssen die Kollegen aufpassen“, so Kortenbruck. Wenn weiterer Starkregen folge, würden vielleicht auch die Dämme, in denen die Erdäpfel wachsen, weggeschwemmt.

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