Eskalation in der Fußball-Umkleide: Thorax-Prellung nach Unentschieden

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Symbolbild.

Hitzige Emotionen gab es im Spiel Cappenberg gegen Weddinghofen nicht auf dem Fußball-Platz, sondern erst nach Abpfiff. Eine Rangelei in der Umkleide endete vor Gericht.

Bergkamen/Kamen – Bereits während des Fußballspiels Weddinghofen gegen Cappenberg war es am 28. Oktober vergangenen Jahres in Bergkamen zu Rudelbildung und Rangeleien gekommen. Kurz vor Abpfiff der Partie war das 2. Tor für Cappenberg gefallen und hatte das Spiel mit einem 2:2 Unentschieden enden lassen. 

Das hatte die Stimmung aufgeheizt. Auf dem Platz blieben die Spieler ruhig, erst danach kam es zur Auseinandersetzung, sodass der Fall nicht vor einem Sportgericht verhandelt wurde.

Während die Cappenberger jubelten, schienen die Weddinghofer offenbar nicht so begeistert vom Ergebnis zu sein. In der Cappenberger Kabine eskalierte die Situation schließlich. Am Freitag wurde ein Spieler von Weddinghofen im Amtsgericht Kamen wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro verurteilt. 

Der Richter zeigte sich davon überzeugt, dass der Angeklagte einen Gegenspieler gewürgt und ihm einen Faustschlag in die Rippengegend verpasst hatte. Nach WA-Informationen erlitt der Spieler eine Thoraxprellung.

Tür aus den Angeln gehämmert

Der Entscheidung ging eine umfangreiche Beweisaufnahme mit Zeugen aus beiden Lagern voraus. Der Angeklagte gab an, er sei mit zwei seiner Kameraden zur Kabine gegangen, um um mehr Ruhe zu bitten. Die Cappenberger hätten gegen die Tür gehämmert. Irgendwann sei diese aus den Angeln gesprungen. 

Er und seine Begleiter seien nicht hinein gegangen, sondern hätten dem Geschäftsführer Bescheid gegeben. Es habe keine Körperverletzung gegeben. Das schwöre er bei seinen Kindern. Zwei Weddinghofer Zeugen bestätigten diese Angaben, teilweise mit sehr wortgleichen Aussagen. 

Niemand will den Schlag gesehen haben

Cappenberger, allen voraus der Geschädigte, schilderten das Geschehen hingegen ganz anders als die Bergkamener. Danach seien der Angeklagte und zwei andere seiner Spieler in die Kabine gestürzt und hätten dabei die Tür ausgehebelt. Der 28 Jahre alte Angeklagte sei auf den Torwart der Cappenberger losgegangen. Dass es zu einer Körperverletzung gekommen war, darin waren sich die Zeugen einig. 

Einen Schlag gesehen hatte jedoch keiner. Lediglich ein Griff an den Hals des 20-Jährigen war beobachtet worden. Nach dem Duschen hätten einige Zeugen eine deutliche Prellmarke am Thorax gesehen. Der Geschädigte selbst konnte sich noch gut an die Tat erinnern. 

"Mein Finger machte Knacks"

Die Tür sei aufgeflogen und drei Weddinghofer seien hereingestürmt. Der Angeklagte sei erst auf einen anderen Spieler los, dann auf ihn. Er habe ihn am Hals gepackt und einen Faustschlag gegen die Rippen gegeben. „Ich habe versucht, seine Hand von meinem Hals wegzuziehen. Dabei hat mein Finger knacks gemacht“, erklärte er. 

Wie sich später herausstellte, hatte sich der Geschädigte beim Befreiungsversuch, einen Kapselriss am Finger zugezogen. Zudem war der Thorax geprellt. Er und sein Team hätten bereits vor der Partie gewusst, dass es mit der Mannschaft Ärger geben könnte. Weddinghofen habe einen schlechten Ruf. 

Am Ende glaubte der Richter den Cappenbergern. Deren Aussagen seien detaillierter gewesen, gab er bei der Begründung an. Die Weddinghofer Zeugen müssten nun mit Verfahren wegen Falschaussage rechnen.

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