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„Es ist zum Verrücktwerden“: Gastronomen zwischen Zuversicht und Verzweiflung

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Von: Klaus-Dieter Hoffmann

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Marianne und Sascha Djuric und ihre Mitarbeiter vom Restaurant Schützenheide lassen sich von der derzeitigen Lage nicht entmutigen.
Marianne und Sascha Djuric und ihre Mitarbeiter vom Restaurant Schützenheide lassen sich von der derzeitigen Lage nicht entmutigen. © Hoffmann

Frust und Hoffnungslosigkeit prägen die Stimmungslage bei den Bergkamener Gastronomen an Weihnachten angesichts der sich ständig wechselnden Corona-Vorgaben vonseiten der Politik. Doch unterkriegen lassen wollen sie sich von der Pandemie keinesfalls: Viele Gäste begnügen sich in Corona-Zeiten mit der Selbstabholung.

Bergkamen – „Es ist einfach zum Verrücktwerden“, beklagt sich Amir Bairic vom Forellenhof in Rünthe. „Kaum haben wir uns so einigermaßen von den letzten Corona-Einschränkungen aufgerappelt, da hagelt es auch schon wieder Stornierungen von Firmen und Gruppen.“ Das ständige Auf und Ab bei den Corona-Maßnahmen verunsichere seine Gäste total und mache auch ihn als Gastronomen nervlich fertig.

Dabei haben er und sein Team alles getan, um den Gästen einen sicheren Aufenthalt in seinem Restaurant zu gewährleisten. „Und trotzdem werden wir einmal mehr komplett ausgebremst.“ Sämtliche Tischbestellungen seien in den letzten Wochen wie ein Trommelfeuer alle wieder storniert worden. Aber Aufgeben sei für ihn keine Option.

Verständnis für die Gäste

Etwas gelassener sieht Sascha Djuric vom Restaurant Schützenheide die Situation für sein Restaurant. „Wir haben uns ja fast schon dran gewöhnt und fügen uns einfach in unser Schicksal“, meint Djuric mit etwas Sarkasmus. Und das, wo es auch bei ihm in den letzten Tagen nur so von Stornierungen durch Firmen und Gruppen hagelte. Da brauche man schon ziemlich starke Nerven, meint Djuric. „Aber ich habe auch vollstes Verständnis für unsere Gäste, wenn sie kein Risiko eingehen wollen.“

Zum Glück haben ihn seine Mitarbeiter bisher trotz allem nicht im Stich gelassen. „Wir können daher die Feiertage durchgehend öffnen, wer kommen möchte, ist jederzeit willkommen.“ Als besonderes Highlight wird es auch in diesem Jahr wieder das beliebte Weihnachtsbuffet geben. Und natürlich könne man sich auch weiterhin telefonisch in der Schützenheide sein Menü bestellen und wenig später direkt abholen.

Hoffnung auf Selbstabholer

„Die Vorweihnachtszeit lief bei uns alles andere als gut“, erzählt Mirka Dyballa vom Haus Masuren. Lange Zeit gab es dort eine ziemlich gedrückte Stimmung. „Für den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag sind wir aber jetzt komplett ausgebucht“, freut sie sich nun. Wer keinen Tisch bekommen hat, muss sich auch nicht grämen, denn das opulente polnische Büffet gibt es im Haus Masuren natürlich auch zur Selbstabholung.

Im Gyros-Grill an der Landwehrstraße mit seinen griechischen Spezialitäten sei der Restaurantbetrieb zwar komplett zum Erliegen gekommen, erzählt Inhaber Spyros Maligiannis, doch dank der großen Nachfrage bei der Selbstabholung sei bei ihm und seinem Team die Stimmungslage noch einigermaßen gefestigt.

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