Erste öffentliche Ladesäule für Elektroautos in Betrieb

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Die E-Ladesäule an der Töddinghauser Straße.

Bergkamen - Noch ist die Zahl derjenigen Autofahrer übersichtlich, die nicht die nächste Tankstelle, sondern eine geeignete Steckdose suchen. Das Thema E-Mobilität erfährt in Bergkamen aber einen Schub: Die GSW nahmen heute die erste öffentliche Ladestation für Elektroautos in Betrieb.

Die steht auf der letzten Parkfläche vor der Einfahrt in den Kreisverkehr am Rathaus. Die Säule verfügt über zwei Steckdosen, sodass zwei Autos gleichzeitig laden können. „Die Ladezeit hängt vor allem von der Batterie des Fahrzeugs ab“, sagt GSW-Vertriebsleiter Thomas Gaide. Die Elektrotankstellen – neben Bergkamen wurden gestern zwei weitere in Bönen und Kamen eröffnet – haben eine Leistung von jeweils 22 kW. Nach Angaben der Stadtwerke dauert eine Vollladung je nach Modell zwischen einer Stunde und vier Stunden. Da bleibt noch Zeit für den Einkauf. Zum Vergleich: An der Haushaltssteckdose daheim würde es sogar zwischen 8 und 14 Stunden dauern, bis die Batterie voll ist. 

Reichweite bis zu 300 Kilometern

Die Reichweite aktueller Modelle liegt mit voller Ladung zwischen 100 und 300 Kilometern. Bei der Anlage gegenüber der Sparkasse handelt es sich um eine 380 Volt-Wechselstromanlage – gespeist mit Ökostrom. Es gibt leistungsstärkere und schnellere Gleichstromanlagen, die seien, so GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl, dreimal so teuer. Die jetzt installierte Ladesäule kostet insgesamt rund 10000 Euro. Auf der Säule weist eine Beschreibung auf die Möglichkeiten der Bezahlung hin. Im Besitz eines Smartphones sollte der E-Pkw-Fahrer schon sein. Am einfachsten wäre es über eine Handy-App „eCharge“ oder eine Autostromkarte in Verbindung mit einem Vertrag der GSW. Wobei die Karte an 2700 Ladepunkten der GSW-Partner in Deutschland funktioniert. Die Abrechnung erfolgt dann quartalsweise. Aber auch ohne Vertrag und auch für diejenigen, die keine GSW-Kunden sind, ist das Anzapfen möglich. Dazu muss ein QR-Code auf der Säule gescannt werden, dann stehen verschiedene Zahlungsmöglichkeiten zur Wahl. Der Unterschied zur normalen Tankstelle und zur quartalsweisen Abrechnung bei Vertrag: „Einmal volltanken“ gilt hier nicht, der Kunde muss vorher die Zeit angeben, wie lange der Wagen aufgeladen werden soll und die Summe abbuchen lassen. Bis zum 31. März ist das Stromtanken im Übrigen noch kostenlos. Erst danach muss bezahlt werden. 

14 per Strom betriebene Fahrzeuge aus Bergkamen waren laut einer Zählung des Kreises Unna zu Jahresbeginn unterwegs. Die meisten sind allerdings bei der Stadt oder in Unternehmen im Einsatz. „Derzeit verfügen wir über sechs Fahrzeuge“ sagt Jochen Baudrexl. Auch bei der Stadt wird mit Elektroantrieb gefahren. Zwei Smarts stehen im Fuhrpark. „Ein Golf ist in der Bestellphase“, sagt Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters. Zudem verfüge der Baubetriebshof über zwei Nutzfahrzeuge, die trotz ihres geringen Eigengewichtes über eine Nutzlast von jeweils 835 Kilogramm verfügten. 

Ziele des runden Tisches 

Peters verweist auf die Ziele des runden Tisches zum Thema Klimaschutz: Ein Baustein sei die Ladesäule an einem zentralen Standort. „Wir haben als Kommune bei der Umsetzung eine Vorbildfunktion“, so Peters weiter. Laut Dezernent nimmt das Thema E-Mobilität in Bergkamen Fahrt auf, weitere Standort für Ladesäulen seien geplant. Eine wird am „Stadttor“, dem UKBS-Neubau neben der Sparkasse, installiert. Die wird vermutlich ebenfalls von den GSW betrieben, die dort bekanntlich mit einem Kundencenter einziehen wird. „Und bei Kaufland am Römerlager in Rünthe werden im Zuge des Neubaues vier Plätze zur Verfügung stehen“, so der Erste Beigeordnete.“

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