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Erste Hilfslieferungen aus Rünthe auf dem Weg in die Ukraine

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Von: Christoph Volkmer

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Volle Laderäume machen den Erfolg des Spendenaufrufs an der Ketteler-Schule deutlich. Leiterin Heike Prochnow (l.) und Alexandra Csellich aus der Elternschaft bei der Arbeit.
Volle Laderäume machen den Erfolg des Spendenaufrufs an der Ketteler-Schule deutlich. Leiterin Heike Prochnow (l.) und Alexandra Csellich aus der Elternschaft bei der Arbeit. © Volkmer

Die Hilfen aus der Stadt Bergkamen für die kriegsgeschundenen Menschen in der Ukraine nimmt buchstäblich Fahrt auf. Die ersten Transporte rollen.

Rünthe – Die Zahl der Pakete haben sie nicht gezählt, aber die Eltern, die am Freitagmorgen zum Verladen der gespendeten Waren gekommen waren, hatten gut zu tun. Die Hilfsaktion der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule für Menschen in der Ukraine ist auf eine große Resonanz gestoßen.

Initiative der Elternpflegschaft

„Die Beteiligung ist beeindruckend gewesen“, so die Schulpflegschaftsvorsitzende Britta Siegmund. Sie hat die Aktion kurzfristig zum Wochenstart mit Stellvertreterin Caroline Wiegand auf die Beine gestellt. Im Durchgang zur Schlägelstraße stapelten sich die unterschiedlichen Spenden, die die beiden Vorsitzenden am Donnerstagnachmittag mit Hilfe ihrer Familien sortiert haben. Die Schulpflegschaftsvorsitzende nahm auch an ihrer privaten Adresse Spenden entgegen, weil die Anlieferungszeiten an der Schule täglich am Nachmittag endeten. Allein mit diesen Kisten konnte sie am Freitag einen Transporter füllen.

Rünther Poco-Marktleiter steuert Transport

Um die Ukrainer in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, hat der Poco-Markt in Bergkamen Hilfstransporte für Flüchtlinge organisiert. Zwei Wagen mit Hygieneartikeln, Decken, Nahrungsmitteln und Kleidung sind am Mittwoch nach Polen aufgebrochen. An einem Steuer sitzt Poco-Marktleiter Markus Blacha. „Wir haben überlegt, wie wir auf schnellem Wege Hilfe leisten können“, sagt der Marktleiter. „So kam die Idee, dass ich gemeinsam mit weiteren Freiwilligen nach Polen fahre, um die dort ankommenden ukrainischen Flüchtlinge mit nützlichen Artikeln zu versorgen.“ Die beiden Transporter sind zum einen mit Hygieneartikeln und warmen Decken aus dem Bergkamener Poco-Markt gefüllt. Weitere Hilfsgüter konnten dank der Spenden des Teams eingekauft werden. „Jeder einzelne Mitarbeiter aus unserem Markt hat sich mit einer Spende an der Aktion beteiligt. Die Solidarität ist unglaublich“, sagt Markus Blacha. Die Einnahmen wurden zusätzlich von Poco aufgestockt, sodass zwei volle Hilfsgüter-Ladungen zustande kamen. Am Mittwoch brachen die beiden Transporter in Richtung Polen auf. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Lieferung zumindest ein wenig zum Wohlbefinden der Menschen beitragen können“, sagte Markus Blacha kurz vor der Abfahrt. Wann genau das Team zurückkehrt, hängt von der Situation in Polen ab: „Wir schauen, wie wir vor Ort noch helfen können und sind auch durchaus bereit, Ukrainer mit nach Deutschland zu nehmen.“

In einem auf der Homepage der Schule veröffentlichten Spendenaufruf waren die Artikel aufgeführt, die besonders dringend benötigt werden. Reis, Nudeln und Hygieneartikel gehörten zu den am häufigsten von Kindern und Eltern mitgebrachten Spenden. „Viele haben auch an die Babys gedacht, sodass wir auch jede Menge Babynahrung und Windeln erhalten haben“, sagte Siegmund. Auch drei Kisten mit Pflegeprodukten nur für Frauen gehörten dazu.

Der Poco-Transport kurz vor der Abfahrt. Die Freiwilligen steuern die ukrainische Grenze an.
Der Poco-Transport kurz vor der Abfahrt. Die Freiwilligen steuern die ukrainische Grenze an. © Poco

Die Anlieferung bei größeren Spenden erfolgte direkt am Durchgang bei Hausmeister Dirk Schacht, viele Kinder brachten aber auch kleinere Spenden in ihrem Tornister mit. „Viele Kinder haben ihre Eltern über die Aktion informiert und motiviert, etwas zu spenden“, berichtet Mutter Alexandra Csellich. Kurzfristig seien sogar zu wenige Kartons für die vielen Spenden vorhanden gewesen, berichtet Schulleiterin Heike Prochnow. Doch auch diese wurden nach einem Aufruf in den sozialen Medien schnell organisiert.

Am frühen Samstagmorgen werden die Hilfspakete von der Familienbande Kamen in drei Lastwagen zusammen mit weiteren Spenden ins hessische Dillenburg weitertransportiert. Von hier aus übernimmt die „Ukrainehilfe Breitscheid“ Transport und Verteilung der Spenden.

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