170km Glasfasern

Erste Etappe für Breitbandausbau in Bergkamen, Bönen und Kamen geschafft

+
Lediglich dicke Striche zeigt das geplante Glasfasernetz für Bergkamen, Kamen und Bönen laut Breitband-Bergkamen-Leiter Marc Alexander Ulrich bis jetzt. Die Feinplanung wird nun folgen.

Bergkamen/Bönen/Kamen - Der erste Meilenstein bei der Beseitigung der weißen Flecken auf der Landkarte der Internetversorgung in Bergkamen, Bönen und Kamen ist gesetzt.

Am Freitag unterschrieben Marc Alexander Ulrich als Leiter des Eigenbetriebes Breitband Bergkamen und Helinet-Geschäftsführer Ralf Schütte den Betreiber- und Pachtvertrag für das noch zu bauende Glasfasernetz in den drei Kommunen.

 Der durch Bundesmittel geförderte Breitbandausbau erfolgt allerdings nur in den Bereichen, die bislang von der Internet-Versorgung abgeschnitten sind. Die Rede ist von rund 1.000 Haushalten in Bergkamen, Bönen und Kamen. 

Ein Jahr noch für die Feinplanung

Bis tatsächlich gebuddelt wird und die Glasfaserleitungen verlegt werden, werden noch etliche Monate ins Land ziehen. Zunächst muss die Feinplanung erfolgen, dann müssen die Tiefbauarbeiten ausgeschrieben werden. Allein für die Feinplanung wird rund ein Jahr veranschlagt, weil viele Genehmigungen eingeholt werden müssen. 

Zwischen Ausschreibung und Vergabe vergehen weitere Monate, um alle Fristen zu wahren. Weder Schütte noch Ulrich wollten sich auf einen genauen Zeitrahmen festlegen, eine Nutzung des neuen Glasfasernetzes wird aber vor Ende 2020 kaum möglich sein. 

Kamen, Bergkamen und Bönen "machen das gemeinsam"

Dennoch war die Vertragsunterzeichnung am Freitag ein wichtiger Meilenstein und „ein gutes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit“, erklärte Ulrich. Der Eigenbetrieb heißt zwar Breitband Bergkamen, gegründet wurde er aber zur Versorgung der Städte Bergkamen und Kamen und der Gemeinde Bönen, die schon lange bei den Stadtwerken (GSW) gemeinsame Sache machen.

So wohnten die drei Bürgermeister der Vertragsunterzeichnung ebenfalls bei. „Wir machen das gemeinsam“, betonte Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen. „Der Arbeitsaufwand bleibt so in einem vernünftigen Rahmen.“ Man stehe in einem wirklich engen Austausch, betonte auch Ulrich. 

Ungewöhnliches Konzept

Landesweit ist dieses Konzept jedoch eher ungewöhnlich. Lediglich zwei andere NRW-Städte agieren ebenfalls so, dass sie das Netz bauen und vorhalten, das Kundengeschäft aber einem externen Betreiber übertragen. Fünf Bewerber habe es für Bergkamen gegeben. „Und es war nicht vorhersehbar, dass wir den Zuschlag bekommen würden“, sagte Ralf Schütte Die Vergabe erfolgte am 27. Dezember. 

Schütte beschrieb Helinet, an der die GSW beteiligt sind, als regional gut verwurzeltes Unternehmen, das die Wünsche der hiesigen Kunden gut kenne. Man sei ein erfahrener Projektsteuerer, und immerhin müssen 170 Kilometer Glasfaserleitung verlegt werden. 

Der Wunsch von Helinet sei es ohne Frage, die geförderte Breitbandversorgung lediglich als Auftakt eines Netzausbaus insgesamt zu sehen. „Wir würden später eigenwirtschaftlich gerne darauf aufbauen“, sagte Schütte. 

Doch bis das soweit ist, muss strikt darauf geachtet werden, dass mit dem angestoßenen Projekt lediglich unversorgte Bereiche erschlossen werden, weil nur das gefördert sei. Ein späterer „Beifang“, wenn beispielsweise Schulen oder öffentliche Einrichtungen angeschlossen würden, sei aber denkbar.

14 Millionen Euro für 1.000 Haushalte

Aktuell geht Ulrich von einer Investitionssumme von 14 Millionen Euro aus, von denen 12,9 Millionen Euro von Bund und Land stammen. Nach oben gäbe es aber keine Grenze. „Volkswirtschaftlich betrachtet ist das kompletter Unsinn“, sagte Bürgermeister Roland Schäfer, „zum Teil verlegen wir Kabel parallel. 

Besser wäre es gewesen, wenn alle Haushalte, wie bei Wasser oder Strom, hätten angeschlossen werden müssen.“ Aber das habe der Bund nicht gewollt, um die Telekom zu schützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare