Erste Ausstellung zeigt Fotos und Videoprojektionen

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Die Künstler Siegried Krüger und Simone Prothmann aus Lünen präsentieren in der sohle 1 Fotografien, Videos und Installationen.

Bergkamen - Sechs eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Portraits, Video-Installationen, die mit der Neugier spielen, ein verlangsamter Filmablauf bis zum völligen Stillstand, einem Foto, und eine Lichtkomposition, die zum Inne halten einlädt: Das sind die Bestandteile der neuen Ausstellung „passing“, mit denen die  Künstler Siegfried Krüger und Simone Prothmann das Publikum ab dem morgigen Freitag in ihren Bann ziehen wollen.

Ergänzt wird sie durch Zitate und weitere Fotografien. Gestern waren die beiden aus Lünen kommenden Künstler in der städtischen Galerie sohle 1 damit befasst, ihre Werke für den Betrachter bestmöglich herzurichten. „Wir arbeiten stets neue Ausstellungen aus“, betont Krüger. „Diese Zusammensetzung wird es anderswo nicht geben.“ Dabei spielt das Künstler-Duo vor allem mit Dingen, die es scheinbar nicht zu sehen gibt. Die Personen auf den Portraits sind nur einseitig ausgeleuchtet, weshalb eine Gesichtshälfte im Schatten liegt. „Die Dunkelheit ist der eigentliche Magnet. Dort suchen wir nach etwas, von dem wir ahnen, dass es sichtbar ist“, erklärt Krüger. Weil die abgebildete Person direkt in die Kamera schaut, kann der Betrachter nicht ausweichen. Die Bilder wirken durch das, was der Betrachter in ihnen sieht. „Jeder muss versuchen, seinen eigenen Zugang zu finden. Und wenn er oder sie dann auch Fragen an das Leben haben würde, dann haben wir die für uns schönste Wirkung erzielt“, erklärt Siegfried Krüger. 

Videoprojektionen

Mit den Interpretationen der Ausstellungsbesucher spielen auch die Video-Projektionen. Während ein alter Film-Projektor lediglich den Schatten eines Filmstreifens an die Wand wirft, wird auf die angrenzende ein Film projiziert. Er zeigt einen Türspalt – die Kamera-Führung spielt mit der Neugier, woher das Licht wohl stammt, indem sie langsam auf den Türspalt zufährt und herausfindet, was dahinter liegt.

Das Meer im Fokus des Betrachters 

Ein anderes Mal liegt das bewegte Meer im Fokus des Betrachters. Erst die immer langsamer werdenden Bilder bis zum völligen Stillstand zeigen die Kunst der Natur. „Das Meer ist dann wie geronnen.“ Bei der Ausstellung, so wirbt Simone Prothmann, „geht es um die Begegnung mit uns selbst. Was passiert in mir, wenn ich die Werke betrachte?“ Als Künstler stimmten sie die Besucher nur ein, der Betrachter werde jedoch selbst in die Verantwortung genommen. „Wird eine Ausstellung nur rein konsumtiv wahrgenommen, dann bringt sie nicht das, was sie bringen könnte“, erklärt Krüger den Anspruch der Künstler an die Besucher der Ausstellung, die bis zum 18. Februar zu sehen ist. „Wir kennen die beiden schon lange“, erklärte Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel, „wir freuen uns, dass wir sie nun auch endlich einmal in unserer Stadt zu Gast haben.“ 

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitagabend um 19.30 Uhr in der Galerie sohle 1 im Stadtmuseum. Die Laudatio hält Dr. Josef Spiegel, die Eröffnungsrede der Kulturausschussvorsitzende Thomas Grziwotz.

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