Dreieinhalb Jahre Haft: Erpresser sitzt Teil der Strafe in Entzugsklinik ab

Bergkamen/Dortmund - Ein erfolgloser Erpresser aus Bergkamen geht nach mehrmonatiger Untersuchungshaft in nächster Zeit für etliche Monate in eine Entziehungsklinik. Dort sieht der seit Jahren massiv drogensüchtige Mann die einzige Chance für sich, endlich ein straffreies Leben zu führen. 

Vor dem Dortmunder Landgericht akzeptierte der 44-Jährige daher die Verurteilung durch das Amtsgericht Unna zu dreieinhalb Jahren Gefängnis, die er nun großteils in Form einer Drogentherapie ableisten wird.

Opfer mit Tod bedroht: Bremsschläuche durchtrennt

Kurz nach seiner letzten Haftentlassung hatte er, um an Geld für Drogen zu kommen, ausgesprochen dilettantisch versucht, seine Flurnachbarn in einem Mehrparteienhaus am Lüttke Holz zu erpressen: Mit ungelenker Schrift und vielen Rechtschreibfehlern hatte er auf einem Zettel 500 Euro gefordert und seinen Opfern mit dem Tod gedroht. Tatsächlich hatte er an dem Wagen der Nachbarin die Bremsschläuche durchtrennt. 

Als der 27-jährige Sohn ahnungslos mit dem Wagen der Mutter zur Arbeit fahren wollte, konnte er den Wagen geistesgegenwärtig kurz nach dem Anfahren zum Halt bringen, doch der Schreck steckt Mutter und Sohn bis heute in den Knochen. „Ein Auto ohne Bremsen ist wie eine Waffe. Hier wohnen viele Familien mit Kindern. Nicht auszumalen, was alles hätte passieren können“, erklärte die fassungslose Zeugin am Rande des Verfahrens. Das Geld für die Reparatur der Bremsschläuche hat sie bis heute nicht gesehen, auf eine Entschuldigung des glücklosen Erpressers warteten Mutter und Sohn am Dienstag vergeblich. 

Festnahme noch am Tattag

Der Drogensüchtige wurde noch am Tattag festgenommen. Polizisten hatten sich in der Nähe des angeblichen Übergabeortes des Geldes auf die Lauer gelegt. Dort tauchte der Mann tatsächlich auf und steckte einen deponierten Briefumschlag ein, der mit Papierschnitzeln präpariert worden war.

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