Blumenstrauß für 10000. Schnelltest

Erleichterung dank vieler Tests und Impfungen: Lage in Seniorenzentren entspannt sich

Coronatest Hildegard Kröner Silke Becker
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Pflegefachkraft Silke Becker führt an Bewohnerin Hildegard Kröner den 10000. Corona-Schnelltest im Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum durch.

Es waren schwere Zeiten für Bewohner und Mitarbeiter von Senioreneinrichtungen in der Pandemie. Dank der Corona-Schnelltests und vor allem der Impfungen ist in den vergangenen Monaten aber wieder etwas Normalität zurückgekehrt.

Bergkamen/Rünthe – Die ersten Corona-Schnelltests haben die Mitarbeiter des Seniorenheims Seniorenglück Haus Rünthe Mitte Oktober 2020 durchgeführt. Inzwischen ist dieser Prozess längst Routine. „Wir haben seitdem über 5000 Tests durchgeführt“, berichtet Heimleiterin Stephanie Humpert-Schöße. Im größeren Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum an der Marie-Jurchacz-Straße wurde jetzt sogar ein besonderes Jubiläum begangen: Bei der fitten 93-jährigen Bewohnerin Hildegard Kröner wurde der 10 000. Corona-Schnelltest in der Einrichtung von Pflegefachkraft Silke Becker durchgeführt. Zur Überraschung der Getesteten gab es einen Blumenstrauß von Einrichtungsleiter Ludger Moor.

Im November vergangenen Jahres wurden in dem Awo-Zentrum die ersten Tests durchgeführt – zunächst rund 150 Tests pro Woche. Inzwischen sind es fast 600 pro Woche, die die Mitarbeiter in dort stemmen müssen.

„Jeder, bei dem schon mal ein Test gemacht wurde, weiß, welche Zeit und Kraftanstrengung dies für die Tester zusätzlich zur normalen Arbeit bedeutet“, bedankt sich Ludger Moor bei allen Testern für ihren Einsatz für die Gemeinschaft. 18 Mitarbeiter der Pflege und sechs Externe wurden geschult, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen. Alle Bewohner, ihre Besucher und alle Mitarbeiter – diese sogar zweimal wöchentlich – werden getestet.

„Ein Stück mehr Sicherheit“

Aber auch alle Handwerker, Techniker, Gutachter, Ehrenamtliche, Kirchenvertreter oder Behördenvertreter, die im Wohnbereich unterwegs sind und Kontakte zu Bewohnern haben können, werden getestet. Es sei denn, sie können einen aktuellen negativen Test vorlegen.

„Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeiten der Testungen haben. Sie bedeuten für alle Beteiligten ein Stück mehr Sicherheit“, betont Pflegedienstleiterin Silke Naruhn.

Für große Erleichterung in den Seniorenheimen sorgen auch die Impfungen – wie zum Beispiel im Seniorenglück in Rünthe. Der überwiegende Teil der Bewohner ist schon seit Anfang des Jahres durchgeimpft.

Seit Anfang des Jahres sind die meisten Bewohner im Seniorenglück durchgeimpft. Leiterin Stephanie Humpert-Schöße plant aber eine weitere Impfrunde.

Trotzdem plant Stephanie Humpert-Schöße eine dritte interne Impfkampagne für Mitte Juni. „Wir haben neue Bewohner und neue Mitarbeiter bekommen. Und auch die sollen sich impfen natürlich lassen können“, erklärt sie. Den ersten Impftermin gab es im Rünther Seniorenzentrum Anfang Januar, knapp drei Wochen später folgte der zweite. „Die nächste Erstimpfung war dann im Februar, drei Wochen später waren auch diese Bewohner durchgeimpft.“

100-Jährige entscheidet sich doch noch für eine Impfung

Viele Bewohnerinnen und Bewohner seien seitdem erleichtert. Am Leben im Haus selbst habe es aber nicht viel geändert. „Wir haben schon vorher immer versucht, die Normalität wenigstens halbwegs aufrechtzuerhalten“, betont Humpert-Schöße. Veranstaltungen für die Bewohner habe es auch im vergangenen Jahr gegeben. „Was nicht möglich war – und leider auch noch immer nicht möglich ist – sind Feierlichkeiten, zu denen auch die Angehörigen kommen können.“ Den Tanz in den Mai hat es vor einigen Tagen hausintern trotzdem gegeben.

Auch an der Teststrategie des Seniorenheims haben die frühzeitigen Impftermine nichts geändert. „Wir testen die Bewohner einmal pro Woche und unsere Mitarbeiter jeden zweiten Tag“, erklärt die Heimleiterin. Besucher, die mehrfach pro Woche kommen, müssen alle 72 Stunden einen Test machen. Getestet dürfen auch Ehrenamtler ins Heim, um zum Beispiel Gruppenangebote für die Bewohner zu leiten. Den Zutritt verwehren mussten die Mitarbeiter übrigens noch keinem Besucher wegen eines Tests. „Bisher waren alle Tests – sowohl bei Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern – negativ“, freut Humpert-Schöße sich.

Aktuell sind sie und ihr Team zudem damit beschäftigt, die Impfbestätigungen der Bewohner zu kopieren. „Dann können sie sie mitnehmen, wenn sie mal einen Ausflug machen.“

Im Herrmann-Görlitz-Zentrum sind bereits fünf Impfrunden durch. Ärztin Katrin Reckers war besonders froh, dass eine 99-jährige Bewohnerin, die Anfang des Jahres die Impfung kurz nach ihrem Einzug mit den Worten „Mädchen, ich bin bald 100, ich brauch’ das nicht mehr“ noch abgelehnt hatte, sich jetzt um entschieden hat. Ihre Begründung: „Hier ist es schön zu leben, es sind alle geimpft und ich möchte jetzt doch noch ein paar Jahre alles mitmachen“.

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