Impfaktion in der Römerberghalle

Erleichterung bei vielen Vorerkrankten über die erste Impfung

Jessica Patryjas prüft die Unterlagen von Sven Meier in der Römerberghalle.
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Jessica Patryjas prüft die Unterlagen von Sven Meier und gibt ihm dann seine Impfung in der Römerberghalle.

Bergkamen – Endlich geimpft. Die Erleichterung war vielen Bergkamenern am Samstag anzusehen. Beziehungsweise: Sie wäre ihnen anzusehen gewesen, hätten sie in der zum Impfzentrum umfunktionierten Römerbergsporthalle nicht den obligatorischen Mund-Nasen-Schutz getragen.


In vier Impfstraßen bekamen chronisch kranke Bergkamener den Tag über ihre erste Corona-Impfung – und gingen mit einem deutlich besseren Gefühl aus der Halle heraus. Einer der Geimpften war Sven Meier. „Ich bin sehr froh, dass ich jetzt an der Reihe bin“, sagt er. Und ergänzt: „Ich hätte mich auch mit Astrazeneca impfen lassen.“ Wie alle anderen meldete er sich im Eingangsbereich an, den die Organisatoren rund um Karsten Quabeck für diesen Termin in den Außenbereich der Sporthalle verlegt hatten.

„Es sind viele Ältere dabei, die unsicher sind, darum haben wir diesen Empfangsbereich eingerichtet, um ihnen hier helfen und den Impfbogen durchgehen zu können“, erklärte Quabeck. Um mehr Zeit für die Fragen der Menschen zu haben, entschied die Stadt für diesen Termin die Zahl der Impfwilligen pro Stunde zu reduzieren. „Normal planen wir 16 Personen pro 15 Minuten ein, heute machen wir das langsamer und haben zwölf Personen pro Viertelstunde getaktet.“ Immerhin galt es im Vorfeld, sich durch sieben Seiten Papierkram zu arbeiten, um dem ersehnten Pieks einen Schritt näher zu kommen.

Vor der Impfung wird im Arztgespräch geklärt, ob Sven Meier die Impfung erhalten darf.

Nach einem Temperaturcheck im Eingangsbereich der Turnhalle schauten Helfer noch einmal über die mitgebrachten Unterlagen, zu denen auch der Impfpass gehört. Danach ging es ins Vorgespräch mit einem der vier Ärzte, die bei diesem Termin anwesend sind. Dabei wird unter anderem geklärt, ob eine Impfung tatsächlich möglich ist, oder ob beispielsweise eine vorhandene Allergie dagegen spricht. „Für jedes Vorgespräch bleibt genug Zeit, unser Motto für heute ist ‚In der Ruhe liegt die Kraft‘“, so Quabeck.

Bei Sven Meier, der für die Impfstraße 3 „eingecheckt“ war, war alles in Ordnung. Zufrieden kam er aus einer der für die Gespräche genutzten Umkleidekabinen und ging in die Halle. Nach ein paar weiteren Minuten Wartezeit war es dann soweit: Jessica Patryjas, Medizinische Fachangestellte (MFA) rief Meier hinter eine der mit Planen abgehängten Trenngitter. „Bitte den linken Arm freimachen“, forderte sie auf. Schlussendlich gab es die lang ersehnte Spritze dann aber doch in den rechten Arm. „Ich bin nämlich Linkshänder“, erklärte Meier.

Erleichterung: Sven Maier erhält die Spritze mit dem Impfstoff von Jessica Patryjas.

Nach einer kurzen letzten Aufklärung – zu der unter anderem der Hinweis gehört, auf jeden Fall für zwei Tage auf Sport zu verzichten – bekam Sven Meier dann seine erste Impfdosis. Die Spritze selbst sei kaum zu spüren gewesen. Die Erleichterung war dafür umso größer. Auch wenn bei ihm noch gemischte Gefühle herrschten. „Mein Vater ist 85 und wartet noch immer auf seinen Termin“, erzählt Meier. Das sei schon etwas komisch. „Trotzdem bin ich froh, dass ich jetzt die erste Impfung habe.“

Aussagen wie diese hörten Quabeck und die Helfermannschaft am Samstag etliche. „Das berührt uns wirklich.“

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