Ergebnisse nur im Klassen-Pool

Lutschen für mehr Sicherheit: Ketteler-Schule führt den Lolli-Test durch

Heike Prochnow präsentiert den Lolli-Test
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So sieht er aus, der Lolli-Test, den Heike Prochnow, Leiterin der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule in Rünthe, hier präsentiert. Die Anwendung sei einfach für die Kinder, aber der Aufwand für die Tests insgesamt hoch.

Der Lolli-Test ersetzt ab sofort den Selbsttest in den Grundschulen. In der Notbetreuung wurde der Test zum Lutschen schon getestet, seit am Montag die Klassen eins bis vier zum Wechselunterricht wieder in die Freiherr-von-Ketteler-Grundschule in Rünthe zurückgekehrt sind, wenden alle Kinder den Lolli-Test an.

Bergkamen-Rünthe – Hört sich einfach an, ist aber ein Verfahren, das ziemlich aufwendig ist, denn jeder Test muss pünktlich im Labor ankommen. Dafür sorgen Kurierfahrer, die genaue Streckenvorgaben haben. Wenn positive Ergebnisse erkennbar sind, dann sind die Familien beim Nachtesten gefragt.

Mussten die Grundschüler, bevor sie erneut in den Distanzunterricht gingen, den Selbsttest mit einem Stäbchen in der Nase durchführen, erhalten sie jetzt den sogenannten Lolli-Test. Der sei einfach und kindgerecht, wirbt das Schulministerium NRW für das neue Testverfahren an Grundschulen und Förderschulen. Das bestätigt auch Schulleiterin Heike Prochnow. „Die Kinder machen das sehr gut. Vom Aufwand her ist das für sie eine große Erleichterung, denn sie haben keine Angst davor. Bei dem Stab in der Nase hatten die Kinder mehr Hemmschwellen.“

Mehr Sicherheit, aber auch mehr Aufwand

Gut findet sie die größere Sicherheit, weil es sich um einen PCR-Test handelt. Der wird im Labor Krone in Bad Salzufflen ausgewertet. Das liefert auch die Testsets an. „Das gibt uns auf der einen Seite etwas mehr Sicherheit“, begrüßt Heike Prochnow den Lolli-Test. „Auf der anderen Seite ist es jedoch schwierig, dass die Organisation der Testungen sehr viel aufwändiger ist als vorher.“

Zu Unterrichtsbeginn um 8 Uhr geben die Lehrer in jeder Klasse beziehungsweise Lerngruppe an jedes Kind einen „Lolli“ aus, an dem es 30 Sekunden lang lutschen muss. Danach werden die Abstrichtupfer aller Kinder eingesammelt und in einem Sammelgefäß zusammengeführt als anonyme Sammelprobe – der sogenannte Pool.

Ein Kurierdienst holt morgens gegen neun Uhr die Tests ab. Auf seiner festen Route fährt er zunächst weitere Schulen an, um Proben zu sammeln, die dann beim Labor Krone untersucht werden. Noch am selben Tag werden die Tests im Labor nach der PCR-Methode ausgewertet. Diese Methode soll laut Schulministerium ein sehr verlässliches Testergebnis sichern. Zudem könne eine mögliche Infektion bei einem Kind durch einen PCR-Test deutlich früher festgestellt werden als durch einen Schnelltest, heißt es in der Information des Ministeriums, sodass auch die Gefahr einer Ansteckung rechtzeitiger erkannt werde.

Wie schon vor Ostern bleiben die Klassen in der Ketteler-Schule geteilt. Der Wechselunterricht findet jedoch jetzt im tageweisen Wechsel statt. Vorher waren jeweils zwei aufeinander folgende Tage für die Gruppen festgelegt worden. Die wechselnden Schultage machen es allerdings für die Eltern nach wie vor schwierig, die Betreuung für ihre Kinder sicherzustellen. „Durch die wechselnden Tage können wir aber sicher stellen, dass die Kinder erst in die Schule kommen, wenn ein negatives Ergebnis vorliegt.“

Testvorlauf in der Notbetreuung

Einen Vorlauf gab es in der Ketteler-Schule bereits in der vergangenen Woche mit den Kindern in der Notbetreuung. Das habe gut geklappt. „Bisher hatten wir glücklicherweise auch noch kein positives Ergebnis“, bestätigt Heike Prochnow. Dennoch bleibt das Risiko, dass sich weitere Kinder im Verlauf des Schultages infizieren könnten, so lange kein Ergebnis vorliegt.

Das Testergebnis schickt das Labor nachts oder früh morgens per Mail an die Schule. „Das gehört jetzt auch zu unseren Aufgaben. Dieser Bereitschaftsdienst ist uns aufgedrückt worden, die Ergebnisse zu kontrollieren und im Fall eines positiven Pool-Ergebnisses umgehend die Eltern zu informieren. Wenn ein positives Ergebnis dabei ist, werden wir auch noch zusätzlich telefonisch darüber informiert“, so Prochnow. „Es wäre schöner, wenn wir das Ergebnis am späten Nachmittag hätten. Aber wir haben uns vorgenommen, immer mal wieder die Mails zu kontrollieren. Wenn das Testergebnis noch am Abend eintreffen sollte, dass informieren wir die Eltern entsprechend früher.“

Damit die Proben der richtigen Gruppe zugeordnet werden können, müssen sie registriert sein. Das läuft beim Labor Krone über eine App, mit der die Testproben über einen Scan-Code registriert werden können. Für die Gruppen muss es Probennehmer geben, die die App verwalten. Das liegt ab sofort in den Händen der Lehrer.

Wenn das Pool-Ergebnis positiv ist, müssen die Eltern testen

Schulleiterin Heike Prochnow macht sich jedoch Gedanken, was passiert, wenn ein Poolergebnis positiv sein sollte. „Bei einem positiven Poolergebnis sind nämlich die Eltern in der Pflicht, ihr Kind zu testen, dann muss ich ab sechs Uhr morgens alle Familien der betroffenen Gruppe informieren, dass sie mit den Einzeltests, die sie zusammen mit dem Informationsmaterial erhalten haben, zu Hause den Nachtest durchführen“, erläutert Heike Prochnow das Verfahren.

Zuvor müssen sich die Eltern in der Labor-App registrieren. Bis 8.30 Uhr muss der Test-Lolli in der Schule abgegeben werden, damit der Kurier den Test noch an diesem Tag ins Labor mitnehmen kann. Das Ergebnis erhalten die Eltern dann über ihren Scan-Code, gleichzeitig geht es an das Gesundheitsamt. Ist das Ergebnis positiv, dann ist umgehend Quarantäne angesagt. „Nur unter Vorlage eines negativen Tests können die Kinder dann zurück in die Schule“, betont die Schulleiterin. „Bis dahin gibt es Distanzunterricht.“

Ob allerdings alle Eltern mit diesem Testverfahren und der Anwendung der App klarkommen, da hat Heike Prochnow noch Zweifel. „Da müssen wir alle jetzt eng zusammenarbeiten, damit die Infektionszahlen runtergehen.“

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