Equal Pay Day: Netzwerk „Frau und Beruf Kreis Unna“ nach Berlin eingeladen

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Das Netzwerk „Frau und Beruf Kreis Unna“ nutzt alljährlich den Equal Pay Day, um auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern hinzuweisen. Aufgrund der Kreativität der Vergangenheit geht es dieses Jahr nach Berlin.

Bergkamen - Das Netzwerk „Frau und Beruf Kreis Unna“, zu dem auch Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper und Simone Reichert aus der Wirtschaftsförderung gehören, hat zum Equel Pay Day eine Einladung nach Berlin erhalten, aus dem Familienministerium.

„Als Leiter des Referats Arbeitsmarkt, welches für Maßnahmen zum Abbau des Gender Pay Gaps fachlich zuständig ist, würde mich freuen, wenn wir uns auf Fachebene zu Maßnahmen für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern austauschen könnten“, schreibt Thomas Fischer an Bürgermeister Roland Schäfer und Martina Bierkämper, die im Namen des Netzwerks aktiv geworden war. 

Aktionen des Netzwerks prangern Lohnlücke an

Seit fünf Jahren kämpfen die Frauen kreisweit für die Gleichbezahlung von Frauen und Männern in gleichen Berufen und Positionen und erinnern an jedem Equal Pay Day – so dieses Jahr am 18. März – mit einer besonderen Aktion an die Lohnlücke von noch immer 21 Prozent zwischen Männern und Frauen. Ob Waschkörbe voller Postkarten, die nach Berlin gebracht wurden, Kartons, die die Lohnlücke symbolisierten, oder zuletzt zwei VKU-Busse, die über mehrere Monate durch das Kreisgebiet fuhren, um auf das Problem aufmerksam zu machen, die Gruppe der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sowie der Mitarbeiterinnen des Jobcenters Kreis Unna und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft waren jedes Mal kreativ. 

Gerechteres Steuersystem gefordert

In diesem Jahr wollen sie hinter den Kulissen arbeiten, an richtiger Stelle Gespräche führen, um nicht nur auf das Problem aufmerksam zu machen, sondern Lösungen zu finden. „Wir brauchen zum Beispiel ein gerechteres Steuersystem“, sagt Kerstin Luttrop aus Bönen. „Die Steuerklassen 3 und 5 sind doch nicht mehr haltbar.“ Das Netzwerk bat daher mit Blick auf die Aktionen der vergangenen fünf Jahre um ein Gespräch mit Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und bekam Antwort von deren Referatsleiter Thomas Fischer: „Frau Bundesministerin Giffey ist beeindruckt von dem Engagement und der Kreativität, mit der Sie sich im Kreis Unna für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern einsetzen“, schreibt er, aber auch, dass ein persönliches Treffen mit der Ministerin wegen ihrer vielen Termine nicht möglich sei. 

Schritt in die richtige Richtung

Doch er selbst würde das Netzwerk gerne nach Berlin einladen. Und diese Einladung werde man in jedem Fall annehmen, sagt Martina Bierkämper. „Das ist doch ein Schritt in die richtige Richtung. Wir werden jetzt in die Terminplanung einsteigen.“ Wie wichtig die Diskussion über die Lohnlücke ist, zeigen Zahlen aus dem 2. Quartal 2018, die Martina Leyer von der Agentur für Arbeit parat hat: Bei den Sozialversicherungspflichtig-Beschäftigten sind 44,3 Prozent Frauen, bei geringfügig Entlohnten liegt ihr Anteil bei 59,6 Prozent. Bei Mini-Jobbern ohne Berufsabschluss sind 57,5 Prozent Frauen, mit Berufsausbildung liegt ihr Anteil bei 59,9 Prozent und selbst bei einem akademischen Abschluss bei 55,5 Prozent.

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