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Entwarnung nach 20 Minuten – Bombenentschärfung verläuft glimpflich

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Von: Markus Liesegang

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Die 250-Kilo-Bombe amerikanischer Produktion lag in zwei Meter Tiefe. Feuerwerker Andreas Brümmer (rechts) hält den demontierten Heckzünder des Sprengkörpers in den Händen. Mit im Bild: (von links) sein Kollege Marvin Schröder und Auszubildender Alessandro Rametta.
Die 250-Kilo-Bombe amerikanischer Produktion lag in zwei Meter Tiefe. Feuerwerker Andreas Brümmer (rechts) hält den demontierten Heckzünder des Sprengkörpers in den Händen. Mit im Bild: (von links) sein Kollege Marvin Schröder und Auszubildender Alessandro Rametta. © Liesegang

Rund 20 Minuten brauchte Feuerwerker Andreas Brümmer am Montag, um die 250-Kilo-Bombe amerikanischer Produktion in der Gartensiedlung in Bergkamen zu entschärfen. Dann packten der Truppführer des Kampfmittelräumdienstes, Kollege Marvin Schröder und Auszubildender Alessandro Rametta den Explosivkörper samt entfernten Heckzünder in ihren Lieferwagen.

Bergkamen – Schon während des Abzugs der Entschärfer konnten die Anwohner der betroffenen Gartensiedlung sowie die im Umkreis von 250 Meter evakuierten Bewohner in ihre Häuser zurückkehren.

Reibungslos wie die Entschärfung selbst verlief die gesamte Aktion unter Federführung des Bergkamener Ordnungsamtes. Kurz nach zehn Uhr morgens war klar, dass der Verdachtsfall im Garten tatsächlich eine Fliegerbombe war. Die lag senkrecht mit dem Zünder nach unten in zwei Meter Tiefe.

Um 11.30 Uhr begann die Evakuierung. Mit Heiko Brüggenthies, Leiter des Sachgebietes Ordnungsangelegenheiten, waren 15 Personen aus der Verwaltung im Einsatz. Die Einsatzleitung hatte Stefan Klement. „Es war seit Beginn der Aufzeichnungen die 412. Entschärfung“, erzählte er. „Wir haben im Schnitt zwei im Jahr“, zählte er die in seiner 30-jährigen Amtszeit grob zusammen. „Nicht jede Bombe ist eine oder muss entschärft werden, einige Verdachtsfälle entpuppen sich als sogenannte Zerscheller“, blickte Klement zurück.

Betreuung im Treffpunkt

„Drei Personen mussten transportiert werden“, sprach auch Feuerwehrchef Dirk Kemke von einem entspannten Vormittag. „Eine Person im Rollstuhl mussten wir überreden, das Gebäude zu verlassen“, ergänzte er.

Im Treffpunkt an der Lessingstraße hielten sich während der Aktion ganze 14 Menschen auf, die vom Roten Kreuz betreut wurden. Einigen war der Ort wegen der Ansteckungsgefahr zu unsicher, andere zogen den Besuch von Freunden und Verwandten vor. Die Sorge vor einer möglichen Corona-Infektion war allerdings grundlos. Jeder, der das Gebäude betrat, wurde per Covid-19-Schnelltest dazu qualifiziert, die Tische standen weit auseinander, Abstand war also zusätzlich gegeben.

Luftbilder ausgewertet

Während einige Bedenken hatten, die Sammelstelle während der Evakuierung aufzusuchen, kamen Helga und Dieter Werner gerne. „Wir sind hier, weil wir gerne jemanden treffen würden. Gerade in dieser Jahreszeit, wo man viel drinnen ist“, erklärte Helga Werner. Beide verkürzten sich die Wartezeit bis zum Plausch mit einem guten Buch.

Ganz so lässig wie die meisten Nachbarn wollte und konnte Siegfried Bressin die Aktion nicht sehen. Er ist der Schwiegersohn des ehemaligen Hausbesitzers (91). Der hatte das Haus an seinen Enkel, Bressins Sohn, überschrieben. „Mein Sohn wollte hier eine Garage bauen“, blickte er auf den Auslöser der Bombenentschärfung zurück. Die folgende Auswertung von Luftbildern ergab den Verdachtsfall, also: Stopp des Bauvorhabens bis zur Klärung.

Garage wird erst später fertig

Ein Rattenschwanz folgte: Die Kampfmittelsucher mussten den ersten Termin verschieben, der Bauunternehmer ist inzwischen anderweitig engagiert. „Ich denke, die Garage steht dann erst Mitte nächsten Jahres. Wir müssen unseren Garten auf eigene Kosten wiederherrichten. Aber immerhin schütten die Kampfmittelsucher die Grube wieder zu“, sagte Bressin. Seine Sohn kann er aber auch froh sein, das Weltkriegsrelikt los zu sein. „Knapp daneben verlief ein gepflasterter Weg. Es ist ein paar Jahre her, dass wir dort gerüttelt haben.“

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