Presbyterien haben entschieden

Vorerst keine evangelischen Gottesdienste in Bergkamen, aber Alternativen

An der Christuskirche in Rünthe hängt der Weihnachtsstern. Gottesdienste zum Fest werden auch hier nicht gefeiert.
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An der Christuskirche in Rünthe hängt der Weihnachtsstern. Gottesdienste zum Fest werden auch hier nicht gefeiert.

In den evangelischen Kirchen in Bergkamen wird es ab sofort bis mindestens 10. Januar keine Präsenzgottesdienste mehr geben. Das haben die Presbyterien der Martin-Luther- sowie der Friedenskirchengemeinde vor dem Hintergrund der erhöhten Corona-Zahlen beschlossen. „Schweren Herzens“, wie es heißt.

Bergkamen – Mit ihren Beschlüssen von Mittwochabend folgten die beiden Gremien der Empfehlung ihrer Landeskirche sowie des Kreiskirchenamtes, auch an Weihnachten auf gemeinsame Feiern zu verzichten. Beide evangelischen Gemeinden arbeiten nun an alternativen Angeboten und wollen ihre Mitglieder unter anderem online erreichen.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Pfarrerin Sophie Ihne, Vorsitzende des Presbyteriums in der Martin-Luther-Gemeinde (Rünthe, Oberaden). Es sei aber „das Gebot der Stunde“, aufeinander achtzugeben und seine Mitmenschen aus Nächstenliebe nicht in Gefahr zu bringen. Am Ende sei der beschlossene Gottesdienst-Verzicht von allen Presbytern mitgetragen worden.

Spezielle „Weihnachtsorte“ in Rünthe

Dass Gott den Menschen durch die Geburt Jesu nahe ist, will die Gemeinde laut Ihne nun auf anderem Wege verkünden – etwa durch „Weihnachtsorte“, die von den Christen unter Wahrung der Corona-Bestimmungen aufgesucht werden können. Einer dieser Orte ist die Christuskirche in Rünthe, die an Heiligabend geöffnet bleiben soll. An drei Hütten neben dem gegenüberliegenden Haus der Mitte sollen sich die Menschen zudem Weihnachtsimpulse in Form etwa von Geschichten mit nach Hause nehmen können.

Laut Ihne wollen die Pfarrer der Gemeinde auch Andachten auf Video aufnehmen und über den Youtube-Kanal online stellen. Das genaue Angebot soll über den Kirchenkreis Unna veröffentlicht werden.

Zwar herrsche ob des Gottesdienstverzichts auch in der Friedenskirchengemeinde (Weddinghofen, Mitte, Overberge) Trauer, sagt der dortige Pfarrer Frank Hielscher. Das Presbyterium habe sich aber ziemlich schnell darauf verständigt und stehe „vollumfänglich“ hinter der Empfehlung der Landeskirche. Ein Aspekt neben der Sorge um die Gesundheit der Menschen sei die Befürchtung gewesen, dass es zu einem Flickenteppich hätte kommen können, wenn sich die Gemeinden unterschiedlich entscheiden würden.

„Das Beten zu Hause wird uns nicht verboten“

Laut Hielscher hatte seine Gemeinde mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen ohnehin bereits besondere Angebote vorbereitet, etwa einen Stationen-Gottesdienst in der Friedenskirche. Nun werde geprüft, inwieweit man die einzelnen Stationen in Bildern festhalten könne, um sie auf die eigene Facebook-Seite zu stellen. Ein Krippenspiel sei schon auf Video aufgenommen worden. Auch ließen sich Orgelstücke und Ansprachen der Geistlichen einspielen und den Gemeindegliedern online zur Verfügung stellen. Und, so fügt Hielscher hinzu: „Das Beten zu Hause wird uns nicht verboten.“

Mit Blick auf die Katholische Kirche, die bis dato weiterhin Gottesdienste zu Weihnachten anbieten will, sagt Hielscher, dass es keinen Königsweg im Umgang mit der Pandemie gebe. „Wir verstehen, dass man mit gleicher Grundlage zu anderen Entscheidungen kommen kann.“ In der Empfehlung der Evangelischen Kirche von Westfalen sei ausdrücklich der Respekt vor den Entscheidungen anderer Landeskirchen und Bistümer zum Ausdruck gebracht worden.

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