Volksbühne 20: Lacher am laufenden Band

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Die Damen der Familie Schnatterbeck haben ihren ganz eigenen Charme und eine Menge kriminelle Energie.

BERGKAMEN - „Tschüss WinterspecEk, willkommen Frühlingsrollen“, platzte es aus der ständig Chips essenden Emma Schnatterbeck heraus, und das Publikum bog sich wieder vor Vergnügen. So wie in dieser Szene die Emma (gespielt von Susanne Jürgens) waren die Rollen in der Krimikomödie „Alte Rache rostet nicht“ den Darstellern der Volksbühne 20 Oberaden förmlich auf den Leib geschrieben.

Von Jürgen Klammer

Bei der Premiere des Dreiakters von Hans Schimmel im gut gefüllten Saal des Hauses Düfelshöft in Kamen lief so manche Lachträne über die Zuschauerwangen.

Die Vorlage bietet den erfahrenen Bühnenakteuren der Volksbühne 20 allerdings auch ideale Voraussetzungen, ihren ganzen Spielwitz und ihre Spielfreude zur Geltung zu bringen.

Die Handlung dreht sich um die weiblichen Mitglieder der Familie Schnatterbeck, die reichlich kriminielle Energie verbindet. Oberhaupt des Clans ist Oma Frieda, toll gespielt von Ulrike Mücke. Sie hat es noch nicht verwunden, dass für ihre Enkelin gleich drei mögliche Erzeuger infrage kommen. Mehr wird zur Handlung des Dreiakters an dieser Stelle nicht verraten, stehen doch noch vier Aufführungen aus.

Was aber nach der gelungenen Premiere verraten werden kann: die zehn Darsteller der Volksbühne sind geradewegs dazu geschaffen, den Protagonisten von Schimmels Werk Leben einzuhauchen. Das Ensemble spielt seriöse Charaktere genau so glaubhaft wie die prollige, im Ruhrpott-Slang schimpfende Enkelin.

Eine Paraderolle hat natürlich auch wieder Paul Schulz. Er verkörpert den schwulen Basti Schnabel. Dabei schafft Paul Schulz den Spagat, der urkomisch überzogenen Figur Leben einzuhauchen, ohne dabei maßlos zu übertreiben.

Nachwuchs trumpft auf

Auch der Schauspiel-Nachwuchs glänzte. Richtig gut in ihrer Rolle, ging beispielsweise Julia Abraham von der Jugendgruppe der Volksbühne namens „Spottlight“ auf. Mal machte sie auf Unschuldslamm, dann brüllte sie in der Rolle der völlig überkandidelten wie prolligen Mutter durch das ganze Haus, um ihre ungeratenen Kinder zur Raison zu rufen.

Die Mitglieder des Ensembles der Volksbühne 20 schaffen das Meisterstück, gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Klamauk zu wandern, ohne abzugleiten. So gelingt es ihnen, den kuriosen Figuren der Vorlage authentisch Leben einzuhauchen, was das Theaterstück zum wirklichen Vergnügen für die Zuschauer geraten lässt. Und das erkannte das Publikum auch mit reichlich Szenenapplaus an.

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