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Enkelkinder der Lebensgefährtin sexuell missbraucht: Haftstrafe für Bergkamener

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Von: Martin von Braunschweig

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Die Vierjährige, die von ihrer Mutter und dessen Lebensgefährten schwer sexuell missbraucht worden war, dürfte noch lange, wenn nicht ein Leben lang, mit den schrecklichen Ereignissen zu kämpfen haben.
Das Landgericht Dortmund hat einen Missbrauchstäter aus Bergkamen zu einer Haftstrafe verurteilt. © DPA

Jetzt also doch: Ein 64-jähriger Bergkamener hat vor dem Dortmunder Landgericht zugegeben, neben dem Enkel seiner früheren Lebensgefährtin auch die Schwester des Jungen sexuell missbraucht zu haben. Die Richter wollen den Mann für die Taten im Gefängnis sehen.

Bergkamen/Dortmund – Gleich zu Beginn des zweiten Verhandlungstages bat der Angeklagte darum, noch etwas sagen zu dürfen. Der 64-Jährige, der bis dahin lediglich einen sexuellen Übergriff auf den Enkel seiner Ex-Partnerin eingeräumt hatte, wirkte dabei sichtlich nervös.

Mit stockender Stimme las er schließlich eine Erklärung von einem Zettel ab. „Ich räume nun beide mir vorgeworfenen Taten vollumfänglich ein“, hieß es darin. Er wolle den Kindern eine möglicherweise quälende Befragung durch die Richter ersparen. „Sie sollen nicht weiter leiden müssen“, sagte der Bergkamener.

Heile Welt der Familie zerstört

Damit steht fest, dass der 64-Jährige auch die Enkelin seiner langjährigen Lebensgefährtin im Rahmen eines Übernachtungsbesuchs sexuell missbraucht hat. Erst ging er zusammen mit der Schülerin in die Badewanne und ließ sich von ihr den Rücken abreiben. Später legte er sich neben sie auf das Bett um Schlafzimmer und beging den sexuellen Übergriff.

Der Angeklagte hat mit seinen Taten die heile Welt der gesamten Familie zerstört. Der Vater der Kinder berichtete als Zeuge davon, dass die Kinder weiterhin massiv unter den Erlebnissen leiden. Einige Angehörige des Bergkameners verfolgten in Dortmund den gesamten zweiten Verhandlungstag von den Zuschauerplätzen aus – und weinten, als der Mann sein Geständnis ablegte.

Revision könnte Haftantritt verzögern

Der 64-Jährige wurde schließlich zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sobald die Entscheidung rechtkräftig ist, wird er die Strafe in einem Gefängnis absitzen müssen.

Sein Alltag wird sich dort aber nur unwesentlich verändern. Den Richtern beschrieb er am Mittwoch, dass er seit Jahren kaum noch vor die Tür gehe, um Freunde oder Bekannte zu treffen. Er stehe morgens auf, mache früh den Fernseher an und trinke auch mehr Alkohol als gesund sei.´Gegen das Urteil kann der Bergkamener noch Revision einlegen. Dann müsste sich der Bundesgerichtshof noch einmal mit dem Fall beschäftigen. Solange diese Prüfung liefe, müsste der Mann noch nicht in Haft.

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