Energieverbrauch in der Stadt kann noch verringert werden

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Wenn man die Großverbraucher Kraftwerk und Chemiepark herausrechnet, würde der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß in Bergkamen unter einem vom RVR definierten Durchschnitt liegen.

BERGKAMEN - In Sachen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß liegt Bergkamen – wenn man die Großverbraucher Kraftwerk und Chemiepark herausrechnet – zwar bereits jetzt weit unter den Durchschnittswerten, aber dennoch gibt es ein großes Potential, die Zahlen noch weiter zu verbessern.

Das ist die Kernbotschaft, die David Sommer von der Energieberatungsfirma Energielenker aus Greven im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr verkündete. Die Fachleute analysierten die Bergkamener Zahlen im Hinblick auf das Klimaschutzkonzept, das in der Stadt entwickelt werden soll (der WA berichtete). Die Haushalte, so Sommer, sind in Bergkamen die größten Verbraucher, gefolgt vom Verkehr. Gewerbe und Industrie lägen mit einem Anteil von 28 Prozent weit dahinter. Daher könnten die Werte noch deutlich verbessert werden, wenn jeder etwas dazu beitrage.  Auch die Politik könnte handeln: 48 Prozent der Verkehrsimmissionen entstehen innerorts, weshalb diese Werte unmittelbar beeinflusst werden könnten. 

Pro Einwohner 6,4 Tonnen Treibhausgase

Der Energieverbrauch, ohne Verkehr und Großverbraucher, verteilte sich zu 37 Prozent auf Erdgas, 17 Prozent auf Heizöl und 21 Prozent auf Strom. 6,4 Tonnen Treibhausgase im weitesten Sinne entstünden in Bergkamen pro Einwohner und Jahr, damit liege man unterhalb der RVR-Bilanz, die von 8,1 Tonnen pro Einwohner und Jahr ausgeht. 

Mit Kraftwerk und Chemiepark sieht es schlechter aus

Rechnet man in Bergkamen jedoch die Großverbraucher ein, dann läge Bergkamen mit 66 Tonnen pro Kopf und Jahr weit über jedem Schnitt und befände sich im Bereich der VW-Stadt Wolfsburg. „Großverbraucher haben jedoch Emissionskontingente“, erklärte Sommer, warum diese aus der Rechnung herausgehalten würden. Besonders positiv ist in Bergkamen zu werten, dass die Produktion erneuerbarer Energien deutlich höher ist als der Verbrauch – und 90 Prozent davon aus Biomassekraftwerken kommen. „Ohne die Biomassekraftwerke läge Bergkamen jedoch weit unter dem Bundesdurchschnitt“, zeigte Sommer auf, dass noch viel Potential für Photovoltaikanlagen und Geothermie in der Stadt bestünde. „Ein bisschen dürfen Sie sich so aber auf die Schultern klopfen, dass Sie erneuerbaren Stromexport betreiben“, wandte sich Sommer an die Ausschussmitglieder. Der grüne Strom werde nämlich ins bundesweite Netz gespeist.

Potential in Sachen Wärmeschutz

In Sachen Wärmeschutz besteht nach der Analyse der Fachleute in Bergkamen ebenfalls ein hohes Potential. „Ein großer Anteil der Gebäude ist noch ungedämmt“, urteilte Sommer. „Hier besteht ein hohes Sanierungspotential.“ Dazu müssten jedoch die Eigentümer ins Boot geholt werden. Gute Aussichten und Chancen, bilanzierte Sommer aber letztlich, die Klimabilanz zukünftig deutlich zu verbessern. Dafür müssen jedoch alle Bergkamener an einem Strang ziehen. Hausbesitzer ebenso wie Verbraucher, Gewerbetreibende und die Verwaltung und Politik. In öffentlichen Workshops im Juni und Juli sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden – und natürlich sollen auch etliche Einzelgespräche zum Beispiel mit Siedlungsgesellschaften geführt werden, so dass auch in Mietshäusern etwas für den Umweltschutz getan werden kann.

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