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Endspurt für den „Winterzauber“: Pier-47-Betreiber sieht in der Marina großes Potenzial

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Von: Jürgen Menke

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Der „Winterzauber“ in der Marina Rünthe soll nicht der letzte gewesen sein. Die Premiere, die am Sonntag endet, war für die Veranstalter zufriedenstellend, aber – wie erwartet – noch nicht kostendeckend. Die Veranstaltung soll zur festen Institution werden.
Der „Winterzauber“ in der Marina Rünthe soll nicht der letzte gewesen sein. Die Premiere, die am Sonntag endet, war für die Veranstalter zufriedenstellend, aber – wie erwartet – noch nicht kostendeckend. Die Veranstaltung soll zur festen Institution werden. © Szkudlarek

Der „Winterzauber“ in der Marina Rünthe geht auf die Zielgerade. Bis einschließlich Sonntag können sich Gäste auf der synthetischen Eislauffläche tummeln, zum Abschluss wird wieder über einem Feuer Stockbrot gebacken. Mitorganisator und Pier-47-Betreiber Rainer Enste zeigt sich zufrieden mit der Premiere, wenngleich sie finanziell „nicht auskömmlich“ sei.

Bergkamen – „Solche Veranstaltungen müssen sich erst etablieren“, sagt Enste. „Im ersten Jahr legt man noch Geld drauf, im zweiten schafft man vielleicht eine Null, im dritten bleibt dann hoffentlich schon etwas übrig.“

Auch das Hafenfest oder das Hafenfeuer, dessen Absage für Ende Januar er ebenso verstehe wie bedaure, hätten einmal klein angefangen und seien heute eine Institution, betont Enste. Beim ersten Winterzauber sei das „unterirdische Wetter“ erschwerend hinzugekommen: „Wir hatten, abgesehen von dieser Woche, keine zwei Tage am Stück, ohne dass es regnete.“

„Das muss sich erst etablieren“: Rainer Enste (r.) mit dem Pier-47-Betriebsleiter Jaouad Benhaddaoui.
„Das muss sich erst etablieren“: Rainer Enste (r.) mit dem Pier-47-Betriebsleiter Jaouad Benhaddaoui. © Menke

Mit dem Pier 47 ging Enste Mitte 2021 an den Start. Damals war er noch davon ausgegangen, dass es sich – dank verfügbaren Impfstoffs – mit der Corona-Pandemie weitgehend erledigt hat. Doch es kam anders. Nun gilt ab Donnerstag auch noch 2G-plus in den Gaststätten. „Das kostet uns weitere potenzielle Gäste“ – vor allem die, die spontan einkehren wollen.

„Wer in diesen Tagen als Gastronom 50 Prozent seines üblichen Umsatzes macht, kann sich glücklich schätzen“, sagt Enste. Aber er will sich weder beschweren noch den Kopf in den Sand stecken. Im Gegenteil: „Der Standort Marina Rünthe hat großes Potenzial“, unterstreicht der 54-Jährige. Es gelte, dieses zu heben.

„Urlaub zwischendurch“

Immerhin verfüge die Marina über den größten Yachthafen Nordrhein-Westfalens, führt Enste an. Die Gäste könnten hier im stilvollen Ambiente einen „Urlaub zwischendurch“ erleben, ausgedehnte Spaziergänge entlang des Datteln-Hamm-Kanals mit Gemütlichkeit und gutem Essen verbinden.

Ob mit oder ohne Corona: „Mir war klar, dass der erste Winter schwierig wird, weil mit dem Begriff Hafen eben doch eher Sommer und Sonne verbunden werden“, sagt Enste. Daher habe er zusammen mit Sebastian Schenk, der die Eislauffläche betreibt, das Winterzauber-Format ersonnen. Das ließe sich weiter optimieren, meint er – etwa durch eine Erweiterung des Hüttendorfs und eine vergrößerte Eisbahn mit umfangreicheren Gruppenangeboten. „Auch an der Illuminierung und der Akustik wollen wir arbeiten.“

Ideen für die Neuauflage

Der Winterzauber könnte womöglich auch ein wenig verkürzt werden, um die Exklusivität zu wahren. Die erste Auflage hatte schon Mitte November begonnen. Ab dem zweiten Adventswochenende war ein Crêpes-Weltmeister mit dabei, bis Weihnachten wurde in den Hütten etwa auch Handwerkskunst angeboten.

Die Öffnungszeiten haben Enste und Schenk mittlerweile dem Gästeverhalten angepasst. Werktags startet das Geschehen um 15 Uhr, am Wochenende um 13 Uhr. Erfreulich stark nachgefragt wird das Lattlschießen, eine Art Kegeln auf dem Eis, bei dem mit einem Eisstock aufgehängte Nummern getroffen werden müssen. Für Gruppen seien noch Abendtermine buchbar, heißt es.

Lob für Synthetik-Eis

Dass man in der Marina auf Synthetik-Eis Schlittschuh laufen kann, sei auf positive Resonanz gestoßen, berichtet Enste. Schließlich benötige man dafür weder Kälteanlage noch teuren und möglicherweise mit fossilen Brennstoffen erzeugten Strom. „Wir hatten auch Vertreter aus anderen Städten hier, die sich die umweltschonende Alternative zum echten Eis angeschaut haben und dessen Einsatz bei sich in Erwägung ziehen“, so der Gastronom.

An der Attraktivität seiner Gaststätte will Enste weiter feilen. „Unser Clubbing mit Tanz jeden ersten und dritten Freitag im Monat kommt sehr gut an“, schildert er. Dazu kämen die Gäste etwa auch aus Kamen und Unna angereist. „Und unser Instagram-Account hat mittlerweile mehr als 1000 Follower“, fügt er hinzu.

Doch jetzt soll erst einmal der Winterzauber erfolgreich beendet werden – auch mit reduzierten Glühwein-Preisen am Sonntag.

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