An Grundschule

Eltern-Taxis: Der private Chauffeurdienst ist nicht ungefährlich

+
Eltern-Taxis nutzen nicht nur die drei regulären Parkplätze vor der Grundschule, sondern auch in der Nachbarschaft an Tinas Post-Cafe und vor der Volksbank-Zweigstelle.

Die Hinweisschilder sind den Eltern kein Dorn im Auge. Sie blockieren morgens nicht nur den Lehrer-Parkplatz, sondern platzieren ihr "Taxi" wild rings um das Schulgelände.

Rünthe – Letzter Schultag vor den Herbstferien: An den Straßen rund um die Ketteler-Grundschule herrscht Verkehrstrubel. Zwischen 7 und 8 Uhr kommen nicht nur Schüler zu Fuß, allein oder in Gruppen, teilweise in Begleitung von Mamas oder Papas an. Auch die sogenannten „Eltern-Taxis“ rollen auf die Parkplätze im Umfeld der Schule.

Das wird beim Schulstart am kommenden Montag nicht anders sein. Und das macht Rektorin Heike Prochnow und ihrem Lehrerkollegium in mehrerlei Hinsicht Sorgen und Probleme. Die zahlreichen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, erhöhen logischerweise das Verkehrsaufkommen und damit die Gefahren für diejenigen Kinder, die zu Fuß kommen oder an der Schachtstraße aus dem Schulbus aus Rünthe-West aussteigen.

Diese Eltern blockieren außerdem nicht nur die Parkplätze an der Volksbank und an Tinas Postcafé, sondern auch den Lehrer-Parkplatz an der Schachtstraße. Das Verbots- und Hinweisschild stört sie offenbar wenig. „Das ist nicht selten ein Problem für uns“ schildert Heike Prochnow die Situation und ihre Erfahrungen wie folgt: „Viele Eltern halten dort ja nicht nur an, um ihre Kinder aussteigen zu lassen, sondern begleiten sie auch noch bis zum Tor.

Viele Eltern blockieren morgens trotz dieses Hinweisschildes der Stadt zeitweilig den Lehrerparkplatz.

Die Kolleginnen finden dann keinen Parkplatz und müssen herumkurven und dann sehen, dass sie ihr Auto irgendwo abstellen können. Sie geraten dann unter Zeitdruck, denn sie müssen morgens spätestens um 7.45 Uhr zu Besprechungen und zur Pausenaufsicht in der Schule sein. Das ist fast jeden Morgen das gleiche Dilemma, obwohl ein Schild ausdrücklich darauf hinweist, dass die Stellplätze nur für die Lehrer reserviert sind“, berichtet die Schulleiterin.

Freitags würden noch mehr Kinder gebracht, weil sie ihre Instrumente für den Musikunterricht und die Orchesterproben im Rahmen von Jekits mitbringen müssen. Dann werde es besonders eng und kritisch. Warum die Eltern statt des Lehrerparkplatzes nicht einfach die benachbarten Parkmöglichkeiten am Platz von Hettstedt nutzen, versteht Heike Prochnow ebenfalls nicht. „Wir haben die Eltern immer wieder auf das Thema angesprochen. Wir empfehlen ihnen zudem, den Schulweg so zu organisieren, dass die Kinder gruppenweise zur Schule gehen können“ sagt die Rektorin.

Das werde beispielsweise rund um die Overberger Straße auch weitgehend so praktiziert. „Eltern, die ihre Kinder grundsätzlich begleiten, verwehren ihnen damit dieses Gemeinschaftserlebnis. Das finde ich schade“, merkt Heike Prochnow kritisch an. Viele Eltern und Kinder würden morgens vor Unterrichtsbeginn auch noch in das gegenüberliegende Postcafé gehen, sodass sie dadurch die Parkplätze länger blockieren.

Immer wieder rollen die Eltern-Taxis auch auf und vor den Lehrerparkplatz an der Schachtstraße.

Nahe der Einmündung der nördlichen Schachtstraße befindet sich auch die Bushaltestelle für die Kinder, die aus Rünthe West kommen und einfach über die Rünther Straße zum Schulhof stürmen, statt die Fußgängerampel zu nutzen. Gefahren birgt deren Schulweg allerdings schon vor dem Einstieg in den Schulbus, weil sie die Haltestelle Rünthe-West nur über die stark befahrene Werner Straße (B233) erreichen können.

Auch dort, so berichtet eine Mutter, komme es leider immer wieder vor, dass die Kinder aus der Otto-Wels-Straße heraus direkt über die Fahrbahn der Bundesstraße laufen, statt den weiteren Weg über die Fußgängerampel an der Kreuzung zu nehmen. Einen Bus können Kinder aus Rünthe-Mitte und Ost allerdings nicht nutzen, weil die Entfernung zur Schule nicht ausreicht, um eine kostenlose Schüler-Fahrkarte zu bekommen.

Damit vor allem berufstätige Eltern morgens nicht unter Zeitdruck geraten, macht die Ketteler-Schule über die „Offene Ganztagsschule“ (OGS) und die „verlässliche Grundschule“ hinaus ein zusätzliches Angebot: „Wir bieten bei Bedarf auch an, Kinder schon morgens ab 7 Uhr in Obhut zu nehmen“, betont Prochnow.

Lesen Sie auch:

Alle Kinder sichern und zuerst aussteigen

Taxi-Schock: Eltern fahren mit Baby nach Geburt heim - dann machen sie Fehler

Neuer Bus-Fahrplan mit zahlreichen Änderungen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare