Freiwillige Feuerwehr Bergkamen

Einheit Rünthe freut sich über neues Fahrzeug

Die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen hat mit dem neuen Rüstwagen für die Einheit Rünthe ein auf Bergkamener Zwecke zugeschnittenes Fahrzeug.
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Die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen hat mit dem neuen Rüstwagen für die Einheit Rünthe ein auf Bergkamener Zwecke zugeschnittenes Fahrzeug.

9,50 Meter lang, 3,45 Meter hoch, 18 Tonnen schwer zuzüglich rund 17 Tonnen Beladung und Platz für sechs Feuerwehrleute: Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bergkamen hat ein neues Fahrzeug bekommen, das alle bisherigen Dimensionen sprengt. Stationiert wird der neue Rüstwagen bei der Einheit Rünthe und ersetzt dort den Rüstwagen aus dem Jahr 1993.

Rünthe - Die Größe des Fahrzeugs ist ohne Frage beeindruckend. Um ins Führerhaus zu gelangen, müssen fünf Sprossen erklommen werden. Glänzende Augen hat Gerätewart Kevin Lowak aber aus anderen Gründen, und selbst der Hersteller spricht von „einem ganz besonderen Rüstwagen“. Nicht ohne Grund.

Ein Pfund in der Tagesverfügbarkeit

Bergkamen hat eine rein freiwillige Feuerwehr. Wie viele Einsatzkräfte tatsächlich bei einer Alarmierung zusammenkommen können, ist stets ungewiss. Vor allem tagsüber kann nicht jeder von seinem Arbeitsplatz weg – und nicht jeder, der zum Gerätehaus kommt, darf die großen Fahrzeuge auch selbst fahren. 

Um dennoch schnellstmöglich und bestens gerüstet tätig werden zu können, hat die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bergkamen bei der rund zweijährigen Planung der Anschaffung auf einen Alleskönner – zumindest für die ersten kritischen Minuten – gesetzt. 

Das neue Fahrzeug ist deutlich größer als die bislang genutzten Feuerwehrautos.

Rüstwagen und noch etwas mehr

Das neue Fahrzeug verfügt über alles, was ein Rüstwagen, wie er bei Unfällen und technischer Hilfeleistung gebraucht wird, laut DIN-Norm haben muss. „Es hat aber zusätzlich auch noch eine Hochdrucklöschanlage“, erklärt Lowak. Zwar habe das Fahrzeug nur 200 Liter Wasser an Bord, aber Entstehungsbrände könnten damit meist gelöscht werden. 

Klassische Rüstwagen sind Truppfahrzeuge und haben damit Platz für drei Personen. Das neue Rünther Feuerwehrauto ist jedoch ein Staffelfahrzeug und bietet Platz für sechs Personen. „Zwei vorne, vier Hinten“, erklärt Lowak. Normalerweise gäbe es auch nur zwei Atemschutzgeräte an Bord. „Wir haben aber jetzt Platz und können es uns daher erlauben, vier Atemschutzgeräte an Bord zu haben.“ 

Das hilft nicht nur bei Bränden, sondern auch bei sogenannten ABC-Einsätzen, wo atomare, biologische oder chemische Stoffe Gefahren bergen können. Von den dann benötigten Schutzanzügen gibt es an Bord des neuen Fahrzeugs vier Stück. „Dann macht es auch Sinn, vier Atemschutzgeräte zu haben, die darunter getragen werden müssen“, erklärt Lowak. 

Ein ausgeklügeltes System nutzt den gesamten Platz aus und ermöglicht dennoch einen schnellen Zugriff auf alle sicher verstauten Geräte, die die Feuerwehrleute im Einsatz gebrauchen könnten.

Klassisches Bergungsgerät ist stets an Bord

Fest zum Bestand des Rüstwagens gehören Bergungsgerät wie Schere, Spreizer, zugehörige Aggregate, Hydraulikstempel und Unterbaumaterialien wie Bohlen und Kanthölzer, um Unfallfahrzeuge abzustützen oder vor dem Absturz zu sichern, aber natürlich auch Öl-Bindemittel und Schläuche.

Dennoch ist der Rüstwagen flexibel bei unterschiedlichen Einsatzlagen einsetzbar, denn zum Equipment gehören acht Container, die je nach Bedarf aufgeladen werden, zum Beispiel bei Sturm, Wasserschäden oder Stromausfall. 

„Wird eine Wasserpumpe benötigt, fährt ohnehin erst ein anderes Fahrzeug als erstes, dann haben wir Zeit, die Container entsprechend zu laden“, erklärt Lowak, dass die Logistik dahinter kein Problem sei. 

Erster Einsatz lässt noch auf sich warten

Weil das Fahrzeug aber weit über den Standard hinausgeht, braucht es noch einige Zeit, bis es tatsächlich im Einsatz genutzt werden kann. Zunächst müssen Stadtgerätewart Kai Schulze und die ehrenamtlichen Gerätewarte der Einheit Rünthe, Kevin Lowak, Marc-Norman Horejsi und Frederic Thomas, alles prüfen und inventarisieren. Außerdem müssen sie sich mit den jeweiligen Herstellerangaben der Geräte vertraut machen. 

„Das Fahrzeug soll aber zügig in den Dienst gestellt werden, weshalb das jetzt mindestens zwei harte Wochen werden“, sagt Lowak. „Den Umgang mit dem neuen Abstützsystem müssen wir auch erst noch üben.“ Was trotz der Länge und Höhe des Fahrzeugs jedoch fast ein Kinderspiel wäre, sei das Fahren. „Vier Kameras helfen beim Rundumblick. Selbst in engen Autobahnbaustellen war das kein Problem“, sagt Lowak, und trotz unzähliger Knöpfe, Displays und Hebel sei das Cockpit „sehr übersichtlich“.  

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