„Schweren Herzens dazu entschieden“

Einen Tag vorm Fest: Auch Heilig Geist in Bergkamen feiert Weihnachten nur noch online

Pfarrer Thorsten Neudenberger vor der Elisabethkirche: Wegen Corona werden zumindest bis zum Ende des Lockdowns alle öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt.
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Pfarrer Thorsten Neudenberger vor der Elisabethkirche: Wegen Corona werden zumindest bis zum Ende des Lockdowns alle öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt.

Einen Tag vor Heiligabend setzt nun auch die katholische Heilig-Geist-Gemeinde in Bergkamen alle Präsenzgottesdienste zunächst bis zum Ende des Lockdowns am 10. Januar aus. Grund sind die aktuell hohen Corona-Infektionszahlen im Kreis Unna. 

Bergkamen – Die Entscheidung ist in einer Beratung des Pastoralteams mit Vertretern des Vermögensverwaltungsrats am Mittwochmorgen gefallen. Ihr sei eine Abwägung zwischen den Wünschen der Gläubigen und den Erfordernissen durch die Pandemie vorausgegangen, sagt Pfarrer Thorsten Neudenberger.

„Sehr gerne hätten wir den Menschen die Möglichkeit eröffnet, in den Messen und Andachten zum Weihnachtsfest Kraft, Zuversicht und Trost zu schöpfen“, so Neudenberger. „Auf der anderen Seite sehen wir aber auch die Infektionslage hier bei uns, und am Ende ist die Gesundheit ausschlaggebend.“

Live-Streams statt Open-Air-Feiern in der Marina

Zwar sind die öffentlichen Gottesdienste zunächst einmal gestrichen. „Dennoch wollen wir den Gemeindemitgliedern über Weihnachten etwas anbieten“, sagt Neudenberger. Und das geschieht vor allem online. So sollen die beiden für Heiligabend geplanten Open-Air-Gottesdienste in der Marina Rünthe (15.30 und 17 Uhr) in die Elisabethkirche verlegt und dann im eigenen Youtube-Kanal gezeigt werden. Auch an den beiden Weihnachtstagen sind jeweils ab 11.30 Uhr Live-Streams aus dem dann besucherfreien Gotteshaus in Bergkamen-Mitte geplant.

Für die Weihnachtsgottesdienste hatten sich bereits hunderte Teilnehmer online angemeldet. Sie werden nun unter anderem über die sozialen Netzwerke und telefonisch von der neuesten Entwicklung informiert, zudem sollen Hinweise auf der Homepage der Kirchengemeinde platziert werden.

„Hygienekonzept eigentlich gut“

In die Vorbereitung der Gottesdienste hatte die Gemeinde viel Arbeit gesteckt. Das gilt vor allem für die Open-Air-Veranstaltungen in Rünthe, für die eine Bühne sowie Licht- und Tonanlage geordert wurden. „Ich hoffe, dass die vom Erzbistum Paderborn zugesagte finanzielle Förderung auch bei Ausfall der Feiern fließt“, sagt Neudenberger.

Der Pfarrer hält das von der Gemeinde erarbeitete Hygienekonzept eigentlich für gut und ausreichend. Weder die Teilnehmer von Gottesdiensten noch die Zelebranten hätten sich zuletzt unsicher gefühlt. „Wir wissen aber nicht, wie die Situation auf dem Weg zur Kirche und zurück aussieht“, schildert der Geistliche. Auch deshalb habe man sich „schweren Herzens“ zum Verzicht auf öffentliche Feiern entschlossen. Man trage Mitverantwortung, wenn es um die Eindämmung der Pandemie geht. „Und mein Eindruck ist, dass der Inzidenzwert für den Kreis Unna so schnell nicht sinken wird.“

Kirchen sollen zum Gebet öffnen

Bereits in der vergangenen Woche hatten die beiden evangelischen Gemeinden in Bergkamen auf Empfehlung ihrer Landeskirche und des Kirchenkreises angekündigt, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Das Erzbistum Paderborn hatte den hiesigen Gemeinden am Dienstag freigestellt, ähnlich zu verfahren, wenn der Inzidenzwert hoch ist. Am gleichen Tag gab's erste Absagen, etwa im benachbarten Hamm.

Über das Streamen von Gottesdiensten hinaus plant die Heilig-Geist-Gemeinde noch die Öffnung von Kirchen, damit Christen die Krippe anschauen oder still beten können. Die Zeiten sind aber noch nicht festgelegt und sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

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