Prozessauftakt

Messer-Angriff: Bergkamener sticht zweimal zu - Mitangeklagter soll Machete gezückt haben

Der Fall wird vor dem Amtsgericht in Unna verhandelt
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Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht in Unna beschäftigt sich jetzt mit der Messerstecherei in Kamen.

„Ich habe nur die Kälte des Eisens gespürt“, schilderte ein 21-jähriger Zeuge zum Prozessauftakt vor dem Jugendschöffengericht in Unna. Nach der Messerattacke war er nahezu bewusstlos zu Boden gesackt. Zu der Zeit fühlte er noch nicht, dass er auch im Bauch eine Schnittwunde davongetragen hatte.

Bergkamen/Kamen – Am 30. Juli 2019 trafen ein Bergkamener (25 Jahre) und ein 21-jähriger Kamener im Seseke-Park in Kamen auf eine Gruppe Männer. Es soll zum Streit gekommen sein, der Bergkamener rammte einem der Männer ein Messer von hinten in den Rücken und dann in den Bauch. Der Mitangeklagte soll eine Machete gezogen und damit einem Mann am Hinterkopf, einen anderen am Ohr getroffen haben. Anschließend soll der Kamener einem Unbekannten dessen Mountainbike entrissen haben und geflohen sein.

Bezüglich des Tatablaufs wichen die Aussagen der Beschuldigten jedoch von denen der Opfer ab. Der Bergkamener gab an, gesehen zu haben, wie der Mitangeklagte von den Männern am Kragen gepackt und angeschrien worden sei. Er wäre dazwischen gegangen, um zu helfen. Einer der Männer (20 Jahre alt, aus Dortmund) habe ihn zu Boden gebracht: „Alle drei waren um mich herum und haben mich geschlagen.“

Flucht mit einem gestohlenen Fahrrad

Es sei ihm gelungen, ein Arbeitsmesser aus seiner Hosentasche zu ziehen: „Ich habe einfach mit dem Messer in alle Richtung gestoßen. Ich wollte nur aufstehen.“ Schließlich sei ihm die Flucht gelungen. Der Kamener gab zu, aus Angst eine Machete gezogen und damit herumgewedelt zu haben. Die habe er dabei gehabt, weil ihn die Männer, denen er Geld geschuldet habe, zwei Stunden vorher mit einem Elektroschocker bedroht hätten. Die Machete sei aber die ganze Zeit in einer Schutzhülle geblieben. Um schnell wegzukommen, habe er einem Jungen das Fahrrad entrissen.

Der Geschädigte mit den Stichwunden und der Mann mit der Schnittwunde am Ohr erklärten, der Kamener habe die Machete herausgeholt, auf seine Hände gelegt und gesagt, er würde kein Geld zurückzahlen. Darüber seien sie zwar sauer gewesen, aber nicht handgreiflich geworden. Plötzlich habe ihm der Bergkamener von hinten das Messer in den Rücken gestoßen, so der 21-jährige Zeuge. Nach dem Stich sei es zur Rudelbildung gekommen. Dabei habe er sich den zweiten Stich zugezogen. Von welchem der beiden Angeklagten konnte er nicht sagen. Der Zeuge aus Dortmund gab an, den Bergkamener zweimal zu Boden gebracht und die Hand mit dem Messer festgehalten zu haben.

Nach mehr als drei Stunden hatte das Schöffengericht zwar einiges, aber noch nicht genug gehört, um ein Urteil fällen zu können. Daher soll der Prozess in dieser Woche fortgesetzt werden.

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