15 bis 20 Untermieter

Kein Interesse an Untergeschoss: Wohnungseigentümer stehen vor Einigung mit Turmarkaden-Investor

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Bergkamen – Nicht nur zwischen Stadt und Eigentümern der Wohnhäuser Töddinghauser Straße 135/137 kam es in dieser Woche zu einer Annäherung, auch zwischen Turmarkaden-Investor Interra und den Nachbarn gebe es einen konstruktiven Austausch, bestätigte Alexander Dold, Interra-Vorstandssprecher.

Alexander Dold erklärte: „Ich denke, dass es da in Kürze zu einer Einigung kommen wird. Auf Seiten der Eigentümergemeinschaft geht es nur noch um die interne Abstimmung“. Unterschiedliche Auffassungen über die rechtliche Situation hatten in den vergangenen Wochen zu Unstimmigkeiten geführt. 

Zwar existiert eine notarielle Urkunde aus dem Jahr 2008, die den jeweiligen Eigentümer des Turmarkaden-Grundstücks unter anderem dazu berechtigen soll, das benachbarte „Flurstück 863“ – also das Grundstück, auf dem die Häuser Töddinghauser Straße 135/137 stehen – „zu unter- und zu überbauen, und zwar sowohl im Unter- als auch im Erdgeschoss […]“. 

Aber die darin einhergehende Beantragung auf Eintragung ins Grundbuch scheint nicht erfolgt zu sein. Der entsprechende Eintrag im Grundbuch fehlt nämlich. Laut Aussage der Eigentümer-Seite und der Eigentümergemeinschaft in ihrer heutigen Zusammensetzung sei diese Regelung auch unbekannt. 

Deshalb war es jüngst zum Streit zwischen den Parteien gekommen, als Interra über beauftragte Unternehmen in den Untergeschossen der Wohngebäude Abbrucharbeiten vornehmen ließ. 

Statik bereitet Eigentümern Sorge

Ein – für die Eigentümer weiterer – drohender Rechtsstreit soll nun durch den Vertrag vermieden werden, über den die Eigentümergemeinschaft aber noch intern entscheiden muss. „Wir brauchen die Untergeschosse der Wohnhäuser aber auch nicht “, erklärt Alexander Dold, kein Interesse an den Räumlichkeiten dort zu haben, die vom vorherigen Einkaufszentrum noch genutzt wurden. In der Vereinbarung ginge es vielmehr um Abstimmungen zwischen beiden Seiten im Zuge des Abrisses und um Bereiche, die in der Nähe der Wohnobjekte liegen und in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Die Wohnhäuser liegen nämlich wie auf Stelzen auf einem Teil des Einkaufszentrums, das derzeit abgerissen wird. Etliche Wohnungseigentümer befürchten, dass die Wohnhäuser aus statischen Gründen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, zumal Balkone und Fassaden auf der Westseite des Gebäudes über sogenannte Krakarme getragen werden, die aktuell noch von Säulen im Inneren des Gewerbeobjekts mitgestützt werden.  

15 bis 20 interessierte Ankermieter

Die Gespräche mit den künftigen Ankermietern in der neuen Galerie laufen unterdessen laut Alexander Dold gut. 15 bis 20 ernsthafte Interessenten seien dabei. „Ob alle hineinpassen werden, muss sich zeigen.“ 

Man versuche, auf die Wünsche der potenziellen Mieter einzugehen, und habe die Gebäude schon ein Dutzend Mal umgeplant. „Fluchtwege, Treppenhäuser, Einkaufswagen-Plätze, Verkehrsführung, Anlieferungszonen – alles ist schnell wieder komplett anders“, beschreibt Dold, warum der Prozess mehrere Monate in Anspruch nimmt. 

Man spreche derzeit mit Vollsortimentern und Discountern, Drogeristen und Modegeschäften, aber auch mit Fitness-Ketten und Restaurantbetreibern. Auch ein betreutes Wohnen sei vorstellbar. „Es soll kein reines Einkaufszentrum werden, sondern ein Hybrid-Center, in dem es Leben rund um die Uhr gibt“, sagt Dold. 

Ende 2019/Anfang 2020 sollen die meisten Mietverträge unterschrieben sein und Bauantrag gestellt werden können.

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