Eichenprozessionsspinner in Bergkamen

Es juckt und brennt: Immer mehr Menschen kommen mit Gifthaaren in Kontakt

Fiese Raupe: Die Haare des Eichenprozessionsspinners können gefährlich sein.
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Fiese Raupe: Die Haare des Eichenprozessionsspinners können gefährlich sein.

Sie sorgen für Juckreiz, können sogar zu Atemnot und allergischen Schocks führen: die Eichenprozessionsspinner, oder besser gesagt: ihre Härchen. Die lästigen Haare machen die Runde.

Bergkamen – In der Kleeblatt-Apotheke in Rünthe machen sich die Beschwerden, verursacht durch die Härchen der Eichenprozessionsspinner, bemerkbar: „Es kommen immer wieder Menschen mit Beschwerden, wie Jucken oder Pusteln am Arm zu uns“, erzählt Inhaber Dr. Matthias Oehlmann. Auch, dass die betroffenen Stellen brennen, kann durchaus vorkommen. Die meisten würden aber eher über Juckreiz klagen. „Man muss sich das wie bei Mückenstichen vorstellen oder wie wenn man mit einer Brennnessel in Kontakt kommt“, sagt Oehlmann.

Zwar seien im vergangenen Jahr bisher mehr Menschen mit durch die kleinen Raupen hervorgerufenen Beschwerden in die Apotheke gekommen, das könne sich aber schnell ändern, denn im Moment wird es immer mehr. In Hamm wurde ein Pilotprojekt gestartet, mit dem die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners auf kuriose Weise gestoppt werden soll.

Eichenprozessionsspinner: Wind verteilt Gifthaare

Meist kommt dann ein Antiallergikum zum Einsatz. Fenistil-Gel oder eine Cortisonsalbe sollen die Beschwerden lindern. In manchen Fällen bekommen die Patienten auch Tabletten oder Tropfen. Sollten die Probleme, die der Eichenprozessionsspinner auslöst, jedoch schwerwiegender sein, wie beispielsweise Atemnot oder tränende Augen, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Ärgernis Eichenprozessionsspinner: Gels und Salben mit leichtem Cortison-Anteil lindern den Juckreiz, empfiehlt Apotheker Stefan Oyen.

Damit möglichst wenige Menschen von den fiesen Attacken der Eichenprozessionsspinner verschont bleiben, hat die Stadt in den vergangenen und auch in diesem Jahr wieder so einiges unternommen. Während sich manche Methoden bewähren, können andere Methoden nicht viel gegen die unscheinbaren Tiere und ihre gefährlichen Haare ausrichten.

Eichenprozessionsspinner: Raupennester werden abgesaugt

Eine Möglichkeit, die in Bergkamen schon oft zum Einsatz kam, ist das Absaugen der Eichenprozessionsspinner-Nester. In diesen Gespinsten finden sich die Raupen zum Verpuppen zusammen. Wie viele Nester die Stadt auf öffentlichen Flächen bereits entfernt hat, kann Detlef Penzek von der Stadtverwaltung nicht genau sagen. „Es müssten bereits tausende sein. Auf einem Baum können sich auch mal bis zu 100 Nester befinden“, berichtet Penzek. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Nester erhöht, meint er. Das bedeutet für die Stadt wiederum mehr Kosten, denn für das Absaugen werden spezialisierte Unternehmen beauftragt. Günstiger sei dagegen das Verkleben der Nester.

„Dabei wird eine ungiftige Zuckerlösung auf die Nester gesprüht“, erklärt Detlef Penzek. Im Gegensatz zum Absaugen bleiben die Nester bei dieser Methode am Baum hängen. Nach einiger Zeit machen sich Bakterien an den Nestern zu schaffen, sodass diese nach ein paar Monaten abfallen. „Die Nester sind dann definitiv nicht mehr gefährlich“, sagt Penzek.

Eichenprozessionsspinner: Raupennester werden abgesaugt

In diesem Jahr hat die Stadt zudem Fallen getestet. Ein Lockstoff soll die Eichenprozessionsspinner dazu bringen, in einen Sack zu kriechen, in dem die Tiere schließlich eingesammelt werden. Das habe jedoch nicht so gut funktioniert. „Keine einzige Falle war voll mit den Tieren. Die Fallen werden wir nächstes Jahr mit Sicherheit nicht mehr verwenden“, so Penzek.

Bewährt haben sich dagegen die in der Stadt aufgehängten Vogelkästen. „Wir haben im Februar und März Vogelhäuser aufgehängt, sodass die Raupen in den Frühstadien von Vögeln gefressen werden“, erzählt Penzek. Das trägt nicht nur zur Lösung des Problems bei, sondern ist für die Vögel eine Bereicherung. Welche Orte man meiden sollte, um nicht Opfer der herumfliegenden Brennhaare zu werden, kann Penzek nicht genau sagen. „Sie sind überall, vor allem natürlich dort, wo Eichen stehen.“

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