Drohnen erkunden Abfallverbrennungsanlage bei Bayer

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Schadensinspektion aus der Luft: Bayer setzt in seiner Müllverbrennungsanlage in Bergkamen jetzt eine Drohne ein.

Bergkamen – Neue Wege beschreitet die Bayer AG in der Müllverbrennungsanlage auf dem Betriebsgelände. Bei der Frühjahrsrevision wurde erstmals eine Drohne eingesetzt, um mögliche Schäden zu entdecken – anstatt wie früher mühsam ein Gerüst im Inneren der Nachbrennkammer des Drehrohrofens aufzustellen. 

20 Meter hoch und auf jeder Seite etwa vier Meter breit: Die Nachbrennkammer ist ein gewaltiges Bauwerk und wichtiger Teil des Drehrohrofens, in dem feste und flüssige Abfälle aus der Produktion umweltverträglich entsorgt werden. 

Bei mehr als 900 Grad Celsius, die normalerweise im Inneren der Anlage herrschen, werden alle chemischen Verbindungen geknackt und unschädlich gemacht. 

„Wir bringen hier sogar Wasser zum Brennen“, sagt Bereichsingenieur Fabian Lehmhaus augenzwinkernd, wenn es um die Leistung seiner Anlage geht. Und tatsächlich: Was durch den Schornstein entweicht, ist fast ausschließlich Wasserdampf. Allerdings ist die Anlage bei den üblicherweise dort herrschenden Temperaturen und der Menge an Stoffen, die täglich hindurchgeht, starkem Verschleiß ausgesetzt. 

Gesamte Anlage steht still

Zweimal im Jahr steht daher die gesamte Anlage des Drehrohrofens für einige Zeit still, um sie zu überprüfen: im Frühjahr vier bis fünf Tage, im Sommer etwa drei Wochen. Die Kurzinspektion dient der besseren Beurteilung der Arbeiten, die beim Großstillstand zu erledigen sind. „Je früher wir feststellen können, was repariert werden muss, desto besser können wir das vorbereiten“, erklärt Lehmhaus. 

Denn manche Ersatzteile müssen schließlich erst besorgt werden und haben eventuell lange Lieferzeiten. Fällt so etwas erst auf, wenn ein Gerüst aufgebaut ist, geht wertvolle Zeit verloren. Um den Anlagenstillstand möglichst kurz zu halten, kam bei der jüngsten Revision erstmals eine Drohne zum Einsatz. 

Der Einsatz des ferngesteuerten Fluggeräts zahlt sich aus: Die Inspektion per Drohne dauert nur eine Stunde. Früher brauchte man allein für den Gerüstaufbau drei Tage.

Durch ein Drahtgeflecht vor Ecken, Kanten und Trägern im Inneren geschützt, flog sie ferngesteuert durch die Nachbrennkammer und machte Aufnahmen von jeder noch so kleinen Ecke. Der Einsatz des ferngesteuerten Fluggeräts zahlte sich aus. Denn alleine der Gerüstaufbau nahm in der Vergangenheit drei Tage in Anspruch, die Drohne brauchte für ihren Flug durch die Nachbrennkammer gerade mal eine Stunde. 

Auswertung braucht auch Zeit

Allerdings: Die Auswertung der Bilder, die die Drohne aufnahm, benötigt nun natürlich ebenfalls etwas Zeit. Und trotz aller futuristisch anmutenden Technik bleibt eine Revision Teamarbeit, betont Lehmhaus. Insgesamt war rund ein Dutzend Gewerke damit beschäftigt, die Anlage auf Herz und Nieren zu prüfen und eventuelle Schäden festzustellen.

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