Vorsitzender berichtet

DRK vor personellem Umbruch – doch eine „Auswechselbank“ gibt‘s nicht

Das DRK ist derzeit neben dem Hallenbad zu Hause – und sucht neue Räume. Der gesamte Gebäudekomplex soll zugunsten von Wohnbebauung abgerissen werden, sobald Bergkamen über das geplante GSW-Freizeitbad verfügt.
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Das DRK ist derzeit neben dem Hallenbad zu Hause – und sucht neue Räume. Der gesamte Gebäudekomplex soll zugunsten von Wohnbebauung abgerissen werden, sobald Bergkamen über das geplante GSW-Freizeitbad verfügt.

Der DRK-Ortsverein Bergkamen steht nach Worten seines Vorsitzenden Andreas Kray vor einem personellen Umbruch. Zudem ist er weiterhin auf der Suche nach neuen Räumen. Das aktuelle Domizil neben dem Hallenbad in Mitte soll abgerissen werden, sobald das geplante Freizeitbad in Weddinghofen in ein paar Jahren eröffnet ist.

Bergkamen – Kray stand jüngst dem Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Ordnung Rede und Antwort. Dabei verdeutlichte er auch, dass sich die Nachwuchsgewinnung – wie bei anderen Vereinen – immer schwieriger gestalte. „Wir haben zwar vereinzelt Eintritte, im Vergleich zu den Austritten ist deren Zahl aber gering“, sagte Kay.

Noch vor gut 20 Jahren zählte das Deutsche Rote Kreuz in Bergkamen bis zu 1800 Mitglieder. „Aktuell sind es rund 800“, sagte Kray. Auch die Besetzung von Führungsposten stelle eine große Herausforderung dar. „Wir haben keine Auswechselbank wie beim Fußball.“

In normalen Jahren 15.000 Einsatzstunden

Laut Kray hat Monika May, langjährige Rotkreuzleiterin, angekündigt, sich von dem Posten zurückziehen zu wollen. Er selbst sei schon 16 Jahre lang Vorsitzender. „Wir wissen, dass wir auf die Suche gehen und Jüngere ansprechen müssen“, verdeutlichte Kray. Personelle Lücken könnten derzeit noch über den DRK-Kreisverband geschlossen werden.

2024 wird das DRK in Bergkamen 100 Jahre alt. Damit zählt der Verein zu den ältesten in der Stadt. Die rund 35 aktiven Mitglieder arbeiten allesamt ehrenamtlich. Die seien in normalen Jahren rund 15.000 Stunden im Einsatz, so Kray – etwa bei Blutspendenterminen (in Bergkamen gibt es etwa 2000 Spender), bei Sanitätsdiensten auf Festen oder auch in Notfällen, wenn es zum Beispiel zu einer Evakuierung wegen eines Bombenfunds komme.

Dank aus Politik und Verwaltung

Auch die soziale Arbeit mit der Betreuung etwa von Seniorengruppen ist laut Kray ein Schwerpunkt. Finanziert werde die Arbeit durch Geld, das vom Blutspendedienst in Hagen für die Unterstützungsarbeit bei den Spendenterminen vor Ort fließe, sowie durch Mitgliederbeiträge und Spenden.

Verwaltung und Politik sicherten dem DRK ihre Unterstützung zu – auch bei der Suche nach neuen und bezahlbaren Räumen. Diese müssten laut Kray nicht unbedingt weiterhin im Stadtteil Mitte sein. „Wenn es Organisationen wie das DRK nicht gäbe, wäre die Gesellschaft ärmer“, sagte Grünen-Ratsherr Harald Sparringa. Seinem Dank an die Aktiven schloss sich der Ausschuss an.

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