Dritte Stadtbesetzung will Fußgängerzone künstlerisch nutzbar machen

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Stellten die dritte Stadtbesetzung vor: Claudia Schwidrik-Grebe vom Kultursekretariat Gütersloh (v.l.), David Rauer (Künstler), Samuel Treindl (Künstler) und Simone Schmidt-Apel (Kulturreferentin der Stadt).

Bergkamen - Die Stadtbesetzung geht in die dritte Runde. Von Dienstag, 18., bis Sonntag, 23. September, machen die Künstler Samuel Treindl und David Rauer am Kurt-Schumacher-Platz Kunst erlebbar. Wie bei der Projektreihe, die die Stadt in Kooperation mit dem Kultursekretariat Gütersloh durchführt, üblich, ist es eine performative Arbeit.

Eine Arbeit, bei der die Bergkamener an allen Tagen auch selbst aktiv werden können. Gestern stellten die Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel, die Künstler, Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich und Claudia Schwidrik-Grebe vom Kultursekretariat Gütersloh das Projekt vor.

Was ist die Stadtbesetzung?

Die Reihe „Stadtbesetzung“ hat es sich zum Ziel gemacht, „Urban Art“ (urbane Kunst) direkt zum Menschen zu bringen. Urban Art ist dabei zeitgenössische Kunst im öffentlichen städtischen Raum. Daher sei die Stadtbesetzung auch für Bergkamen eine besondere Aktion, so Schmidt-Apel. Schließlich habe Kunst im öffentlichen Raum eine lange Tradition in Bergkamen. „Kunst im öffentlichken Raum gehört zum Lebensalltag dazu, ist aber nicht so im Bewusstsein der Menschen verankert, wie sie sein sollte“, so die Kulturreferentin. Die Stadtbesetzung solle das ändern.

Worum geht es dieses Jahr in der Stadtbesetzung?

Das Motto in diesem Jahr ist „Freiraum – Leerstand“. „In den Städten gibt es viel Leerstand und wenig belebte Plätze“, sagte Schwidrik-Grebe. Das sei zum einen bedauerlich, gebe zum anderen aber auch viel Freiraum für den Kopf und die Überlegung, wie dieser Raum künstlerisch nutzbar sei. 

Wie sieht das Projekt von Samuel Treindl und David Rauer aus?

Die beiden Künstler, die sich während des Studiums kennengelernt haben, werden am Kurt-Schumacher-Platz aktiv. Sie wollen den Platz wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung holen. Fast eine Woche lang wird dabei die dort stehende Skulptur „Mutter mit Kind“ von Else Montag zur sozialen Skulptur. Zusammen mit allen interessierten Bergkamenern wollen die beiden Künstler vier temporäre Funktionsbereiche um das Monument errichten: eine offene Küche, ein Café mit Kuchen, einer Bar und einem als Grillstation nutzbaren Ofen. 

„Jeder ist eingeladen, uns zu helfen“, betonte Rauer. Dabei können die Besucher sowohl beim Bau der Stationen aktiv werden, als auch bei Schnibbelparties oder beim gemeinsamen Kochen. „Es geht uns in erster Linie darum, eine schöne Skulptur in Form eines partizipativen Prozesses zu bauen“, so Treindl. Ein leerstehendes Ladenlokal auf dem Nordberg solle zudem als Display gelten, in dem kleine Filme zeigen sollen, was am Schumacher-Platz passiert. „So wollen wir eine Verbindung zur Fußgängerzone schaffen“, erklärte der Künstler. 

Wie ist der zeitliche Ablauf des Projekts?

Die ersten Konstruktionen entstehen am 18. September. Am Tag darauf steigt die Eröffnungsfeier der ersten Funktionsstelle. Am 21. September gibt es eine Party zur Einweihung von Bar und Küche. Am 22. September nehmen die Akteure den selbstgebauten Ofen in Betrieb. 

Wieso haben die Künstler den Kurt-Schumacher-Platz ausgewählt?

Treindl hat sich die Stadt im Vorfeld angeschaut. „Es war spannend, Bergkamen kennenzulernen“, sagte er. Der Schumacher-Platz begeisterte die Künstler mit seiner Lage. Er sei eingebettet in eine Gegend mit vielen kleinen Pfaden, wo nie ganz sicher sei, wo privat ende und öffentlich anfange. „Aber der Park um das Monument ist öffentlich“, so Treindl. Und damit ein für die beiden idealer Platz.

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