Wirbelsäule knapp verfehlt

Drei Stiche mit dem Messer: Oldtimer-Treffen in Bergkamen eskaliert

Messer Angriff Symbolbild
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Ein Mann aus Niedersachsen stach auf sein Opfer ein. (Symbolbild)

Ein geselliger Treff unter Oldtimer-Fans auf Gut Keinemann in Rünthe endete Ende Juli vergangenen Jahres mit einer üblen Messerstecherei. Der Täter muss nun ins Gefängnis.

Vor dem Dortmunder Landgericht wurde in einer Berufungsverhandlung das Urteil des Amtsgerichts Kamen bestätigt und das Rechtsmittel des Angeklagten als unbegründet verworfen.

Der mehrfach und auch einschlägig wegen Körperverletzung vorbestrafte 39-Jährige muss nun für eineinhalb Jahre in Haft – eine Revisionsverhandlung in dritter Instanz erscheint wenig erfolgsversprechend. Der Fan alter und getunter Autos war Ende Juli vergangenen Jahres zu einem Tuner-Treffen auf dem Rünther Hof aus Niedersachsen angereist, wollte fachsimpeln und Ersatzteile austauschen. Schnell kam es aber zum Streit, weil das spätere Opfer in geselliger Runde behauptet hatte, der spätere Täter und flüchtige Bekannte habe ein „Verhalten wie ein Hurensohn“.

Messerstecherei in Bergkamen: Streit eskaliert nach Beleidigung

Die geschmacklose Beleidigung offenbar wegen eines ungeschickten Parkmanövers auf dem Hofgelände rief den Zorn des Beleidigten hervor. Er versetzte seinem Gegenüber eine so massive Ohrfeige ins Gesicht, dass dieser ins Straucheln geriet und über einen niedrigen Holzzaun fiel.

Rasend vor Wut schlug der Angreifer dem am Boden liegenden Mann mit der Faust auf den Rücken und zückte sein kleines Taschenmesser. Nach den Feststellungen des Amtsrichters stach er dreimal auf sein Opfer ein und versetzte ihm dabei eine blutende, knapp zwei Zentimeter tiefe Stichwunde nahe der Wirbelsäule.

Messerstecherei in Bergkamen: „Heimtückische Attacke“

Der Mann musste notärztlich in der Unfallchirurgie im Werner Krankenhaus behandelt werden, war tagelang arbeitsunfähig und hatte lange Zeit starke Schmerzen. „Ich bin einfach ausgerastet, weil er meine Mutter beleidigt hat. Diese war erst kurz zuvor ganz elendig an Krebs gestorben“, versuchte der Messerstecher seinen brutalen Übergriff zu erklären.

Staatsanwaltschaft und Gericht zeigten wenig Verständnis – die Messerattacke sei „absolut heimtückisch“ gewesen und eine „hässliche und gemeine Tat“. Der berufslose und mehrfach vorbestrafte Mann präsentierte dem Gericht einen Arbeitsvertrag, wonach er ab dem 1. Oktober eine feste Stelle als Produktionshelfer hat. Zu wenig Perspektive, befanden die Richter, um die vom Amtsgericht verhängte Gefängnisstrafe zur Bewährung auszusetzen.

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