Dominik Pochota holt „Certamen Carolinum“

Bergkamener Gymnasiast (16) landesweit bester Lateinschüler seines Jahrgangs

Bei der Arbeit: Dominik Prochota hat an seinem Schreibtisch seine Latein-Kenntnisse so erfolgreich erweitert, dass er der Beste seines Jahrgangs im NRW-Wettbewerb wurde.
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Bei der Arbeit: Dominik Prochota hat an seinem Schreibtisch seine Latein-Kenntnisse so erfolgreich erweitert, dass er der Beste seines Jahrgangs im NRW-Wettbewerb wurde.

Participium necessitatis? Ablativus absolutus? Manche Schüler runzeln da die Stirn. Aber Dominik Prochota ist in seinem Element: Latein.

Bergkamen – Latein gehört für viele Schüler nicht gerade zu den beliebtesten Fächern. Bei Dominik Prochota ist das anders. Der Bergkamener Gymnasiast begeistert sich so sehr für die Sprache der alten Römer, dass er sich sogar in seiner Freizeit damit beschäftigt. Mit Fleiß hat er sich auf einen Wettbewerb für alte Sprachen vorbereitet – und mit Erfolg: Er gewann das „Certamen Carolinum“ in seiner Jahrgangsstufe.

„Nicht geahnt, dass ich Talent dafür habe“

Den Grundstein für den Erfolg legte der 16-Jährige in der fünften Klasse. „Damals habe ich mich für Latein entschieden, weil mir das einfacher schien als Französisch“, erzählt er. „Ich habe ja nicht geahnt, dass ich wirklich Talent für diese Sprache habe.“ Es gibt viele Dinge, die im an der kaum noch gebräuchlichen Sprache gefallen. „Ich habe Spaß an der Grammatik und den Vokabeln. Das Lernen fiel mir leicht und hat Spaß gemacht.“ Latein sei immer eins seiner besten Fächer gewesen. „Es war schade zu wissen, dass ich nach der Elf kein Latein mehr habe, obwohl ich so gut darin bin.“

Im Wettbewerb mit Älteren behauptet

Als seine Lehrerin von dem „Certamen Carolinum“, einen landesweiten Wettbewerb für Alte Sprachen, erzählte, zögerte Dominik also nicht, sondern ergriff die Gelegenheit. Obwohl er wusste, dass viel Arbeit auf ihn zukommen würde. Denn der Wettbewerb mit seinen drei Runden hat es in sich. „Als erstes musste ich eine Facharbeit schreiben“, erzählt Dominik. Während die älteren Teilnehmer damit durch die Schule Erfahrung haben, war es für ihn Neuland. „Das steht jetzt in der Q1 erstmals an.“ Seine Arbeit zum Thema „Thomas Morus und seine Utopia“ überzeugte die Jury trotzdem, sodass er in die zweite Runde einzog. Dafür fuhr Dominik nach Dortmund, um eine dreistündige Übersetzungsklausur zu schreiben. Ebenfalls eine Premiere: „So lange Klausuren habe ich in der Schule bis dahin nicht geschrieben.“

Endrunde wurde zur Online-Konferenz

Die größte Herausforderung wartete schließlich in der Endrunde, die – wie so vieles in diesem Jahr – von der Corona-Pandemie geprägt war. Statt in Aachen aufeinanderzutreffen, kam es zum virtuellen Messen der Teilnehmer. In einem 15-minütigen Fachvortrag gelang es dem Bergkamener, die Jury von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Unter dem Titel „Hochmut kommt vor dem Fall“ widmete er sich mit tiefenpsychologischem Blick der von Ovid beschriebenen Vater-Sohn-Beziehung von Dädalus und Ikarus.

Themenwahl ein „Casus knacktus“

Wie in den Runden davor bereitete dem Schüler gar nicht so sehr die alte Sprache Kopfzerbrechen. Obwohl er einiges nachzuholen hatte. „Am Wettbewerb nehmen viele Schüler teil, die aus Altsprachenschulen kommen, oder Latein Leistungskurs haben. Mit meinem reinen Schulwissen hätte ich mich mit denen nicht mit messen“, erzählt er. Das schwierigste sei trotzdem nicht die Sprache gewesen, sondern die Themenauswahl.

Als NRW-Sieger international qualifiziert

Aber auch die ist dem Jugendlichen geglückt, sodass er als jüngster Teilnehmer im Finale und bester Schüler seiner Jahrgangsstufe den Geldpreis der Stadt Aachen gewann und die Gelegenheit bekommt, als Vertreter des Landes NRW am internationalen Lateinwettbewerb „Certamen Ciceronianum Arpinas“ im kommenden Jahr in Italien teilzunehmen.

Nächste Bewerbung schon in Arbeit

Das reicht Dominik aber noch nicht. Der Wettbewerb hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er schon in den Startlöchern steht. „Da ich jetzt in der Q1 bin, kann ich noch einmal teilnehmen“, sagt er. Dass er das macht, ist für ihn eine klare Sache. „Ich kann nur besser werden.“ Das Thema für die neue Facharbeit hat er auch schon. Darin stellt er sich dieses Mal die Frage „Was ist Gerechtigkeit“ und beantwortet sie mithilfe von Ciceros Schriften.

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