Einzug für 2022 geplant

Neue Moschee in Bergkamen liefert imposante Bilder - schon vor dem Innenausbau

Der künftige Gebetsraum ist mit einer großen Kuppel ausgestattet. Ihr Durchmesser: zehn Meter.
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Der künftige Gebetsraum ist mit einer großen Kuppel ausgestattet. Ihr Durchmesser: zehn Meter. Zahlreiche Fenster sorgen für Licht.

Die Fertigstellung der neuen Moschee an der Erich-Ollenhauer-Straße schreitet voran. Die „Ditib Türkisch-Islamische Gemeinde Bergkamen“ hofft, dass sie im kommenden Jahr von ihrem jetzigen Domizil am Wiehagen in den imposanten Neubau umziehen kann. „Wir haben aber keinen Zeitdruck“, sagt Vereinsvorsitzender Süleyman Battal.

Bergkamen – Das Neubauprojekt beschäftigt die 1987 gegründete Gemeinde seit langer Zeit. Etwa zehn Jahre dauerte es von der ersten Idee bis zum ersten Spatenstich im April 2017. Im Jahr darauf nahm die Erstellung des Rohbaus dann Fahrt auf – doch sie kam einige Zeit später für rund zehn Monate wieder zum Erliegen. „Unser Rohbauer hatte sich verkalkuliert und sich einfach zurückgezogen. Wir mussten ein neues Unternehmen suchen“, berichtet Battal. Der entstandene Schaden sei zum Glück kein großer. Um den Fall kümmerten sich Gerichte.

Mittlerweile konnte der Rohbau abgeschlossen werden, das Gebäude ist gelb geklinkert. Die Ausschreibungen für den Innenausbau (Elektrik, Heizung/Sanitär, Möblierung) sind in Vorbereitung. In Kürze beginne die Umgestaltung der Außenanlagen, sagt Battal. Auf dem etwa 4500 Quadratmeter großen Grundstück entstehen rund 100 Pkw-Stellplätze.

Moschee-Neubau in Bergkamen

Moschee-Neubau in Bergkamen
Moschee-Neubau in Bergkamen
Moschee-Neubau in Bergkamen
Moschee-Neubau in Bergkamen
Moschee-Neubau in Bergkamen

Am aktuellen Standort herrscht Mangel an Parkraum. Und nicht nur das: Die Moschee, für die ein ehemaliges Geschäftshaus umgebaut wurde, platzt aus allen Nähten. Mit derzeit rund 400 Mitgliedern ist die Ditib-Gemeinde in Mitte die größte muslimische Gemeinschaft im Stadtgebiet.

Der Neubau ist eindrucksvoll – sowohl, was die Dimensionen angeht, als auch in puncto Architektur. Das repräsentative Gebäude hat 800 Quadratmeter Grundfläche und verfügt über drei Stockwerke. Markant sind die breite, 18-stufige Eingangstreppe sowie die beiden 21 Meter hohen Minarette zu beiden Seiten des Gebäudes. „Das Besondere dieser Moschee ist, dass sie nicht nur – wie sonst üblich – eine reine Gebetsstätte ist, sondern unser Gemeindezentrum integriert“, verdeutlicht Battal.

Gemeindevorsitzender Süleyman Battal auf der Empore. Er hofft auf einen Einzug im kommenden Jahr.

Für das Gemeindeleben abseits des Gebets ist im Erdgeschoss Platz. Hier befinden sich ein 300 Quadratmeter großer Saal für Veranstaltungen, eine Teestube für Jugendliche, eine große Küche sowie Unterrichtsräume, die von der Koranschule oder auch für Hausaufgabenhilfe genutzt werden können.

Über die ausladende Treppe ist der Gebetsraum zu erreichen. Dutzende Fenster auch an der Kuppel mit ihren zehn Metern Durchmesser lassen Licht ins Gebäude. Dieses ist nach Südosten in Richtung Mekka ausgerichtet, steht daher leicht versetzt auf dem Grundstück.

Die Moschee wird auch offen sein für Nicht-Mitglieder. „Es ist einer unserer Glaubensgrundsätze, dass jeder bei uns willkommen ist“, sagt Battal. Insgesamt können im Gebäude bis zu 600 Menschen gleichzeitig beten. Eingerechnet ist dabei der für die Frauen vorgesehene Platz auf der Empore. Hier oben in der zweiten Etage wird auch eine Wohnung für den Vorbeter der Gemeinde eingerichtet, rund 90 Quadratmeter groß. Ein Aufzug macht das Moscheegebäude barrierefrei. Büros für den Gemeindevorstand existieren in der mittleren Etage, gleich am Haupteingang. Zudem ist hier demnächst eine Bibliothek zu finden.

Baukosten: rund drei Millionen Euro

„Wir sind eine sehr lebendige Gemeinde“, sagt Battal. Deswegen ist er auch überzeugt davon, dass die Mitglieder die finanziellen Herausforderungen durch den Bau gemeinsam stemmen werden. Insgesamt drei Millionen Euro an Ausgaben sind veranschlagt, die zum Großteil aus Krediten stammen. Die Raten werden aus Spenden bedient, zudem leisten die Gemeindemitglieder über ihre Vereinsbeiträge hinaus Zahlungen. „Jeder, so viel er kann“, sagt Battal. Bis alle Kredite abgelöst seien, würden wohl 20 Jahre oder noch mehr vergehen.

Ihr jetziges Gebäude am Wiehagen will die Gemeinde nach dem Umzug veräußern. Auch der Erlös fließe in den Neubau, schildert Battal. Er selbst ist von Beruf Elektriker, kennt sich also mit Baustellen aus. „So eine Moschee ist aber kein Einfamilienhaus. Das alles ist viel komplexer.“ Und die Sache mit der Rohbaufirma sei äußerst unschön gewesen. „Wir waren sehr erschrocken.“

Sehr zufrieden mit dem Standort

Für den Moschee-Neubau hatte die Gemeinde zunächst eine Fläche an der Karl-Liebknecht-Straße ins Auge gefasst. Dort aber gab’s Probleme mit dem Lärmschutz. Das von der Stadt angebotene Alternativ-Grundstück gleich neben der Gerontopsychiatrischen Tagesklinik des LWL hält Battal für ideal: „Wir sind hier weder mitten im Stadtkern, sodass sich andere vielleicht gestört fühlen können, noch wirklich außerhalb – und an der viel befahrenen Erich-Ollenhauer-Straße sehr präsent. Die Lage ist wirklich optimal.“

Battal hat am PC erstellte Moschee-Ansichten auf seinem Handy. Auch vom Innenleben gibt es animierte Bilder. Sie zeigen einen schmuckvoll in Türkis gehaltenen, mit Teppich ausgelegten Gebetsraum mit einer zentralen Gebetsnische und einer Predigtkanzel gleich daneben. „Die Gemeinde freut sich sehr auf ihr neues Zuhause“, sagt ihr Vorsitzender. Das ist verständlich: Schon der Gang durch den Rohbau ist beeindruckend.

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