Diese Ergebnisse brachte der Fußgänger-Check in Bergkamen

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Monika Wernau (Mitte) und andere interessierte Bergkamener ließen sich von Lara Wohland erklären, wie die Rünther Straße überarbeitet werden könnte.

Bergkamen – Viele kritische Augen nahmen beim Fußgängercheck vor einem Monat die Rünther Straße sowie die Jahnstraße in Oberaden ganz genau unter die Lupe. Jetzt war es für die Organisatoren des Fußgänger-Checks an der Zeit, ein Fazit zu ziehen. Und sich noch einmal von letzten Bürgerwünschen inspirieren zu lassen.

Denn auch nach den Begehungen brannte den rund 20 Bergkamenern, die am Donnerstag zum Abschlussworkshop in den Treffpunkt kamen, so manch ein Wunsch auf den Lippen. 

Ob nur bedingt sichtbare Zebrastreifen, Beleuchtungen von kleinen Trassen oder der Mangel an Parkplätzen, jedes Thema wurde chronologisch abgearbeitet. Um bei ihrem Vortrag eine Ordnung zu wahren, teilte Lara Wohland von der Planungsgruppe die einzelnen Problemfelder in Bereiche ein. 

Dazu zählen Straßenüberquerungen, Schulverkehr, Barrierefreiheit, aber auch das Zusammenspiel vom Fußgänger- mit dem Kfz- und Radverkehr. Sogar Gestaltungsmaßnahmen, die die Ortsteile schicker gestalten sollen, standen auf dem Programm. Laut Lara Wohland sollten sich solche Forderungen allerdings hinten anstellen: „Wir setzen natürlich Prioritäten. Man hört ja auch aus den Anliegen der Bürger raus, dass die Verkehrssicherheit, insbesondere an Schulen, an oberster Stelle steht“. 

Neuer Zebrastreifen an der Jahnschule

Bestes Beispiel sei die Jahnschule, wo bisher ein Zebrastreifen fehlt, um den Kindern einen sicheren Übergang zu ermöglichen. Stattdessen ist 200 Meter weiter ein Fußgängerüberweg gegenüber von der Freiwilligen Feuerwehr Oberaden. 

„Die Rettungsleute kommen da bei einem Einsatz nur schlecht raus“, bemängelte Wohland den zudem schlecht sichtbaren Zebrastreifen. Ihr Vorschlag, den Überweg zu beseitigen und nahe der Schule neu zu platzieren, stieß in der Runde auf Anklang. 

Auf den Klebeschildern sind die letzten verbliebenen Anliegen der Bergkamener vermerkt.

Ebenso stimmten die Bergkamener bei der Idee zu, die Ampelphase gegenüber des Hermes-Paketshops zu verlängern und die große Kurve an der Kreuzung zur Sugambrerstraße zu überdenken. Optionen, jene Wegbiegung weniger gefährlich zu gestalten, gibt es viele. „Kurzfristig ließen sich Klebeboards aufstellen“, schlug Wohland eine übergangsweise Maßnahme zur Verringerung des Kurvenradius vor.  Handfeste Baumaßnahmen, etwa der Bau eines Kreisverkehres, seien jedoch längerfristig und daher sinnvoller. 

Rund sieben Kilometer weiter, an der Rünther Straße, sind die Probleme ähnlich. Auch hier scheint die Sicherheit der Schulkinder nicht gewährleistet. An der Schlägelstraße würden die Kinder der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule nicht sehen können, von wo ein Auto kommt, beschwerten sich die Rünther schon beim Fußgänger-Check. Lara Wohland zeigte daher auf, wie nicht nur die Stadt, sondern auch die Schule aktiv werden kann. „Aktionen zur Schulweggestaltung sind da schon eine Maßnahme“, erklärte sie. 

Parkplätze für Elterntaxis in Rünthe?

Schon mit einfachen Gehwegbemalungen könne man die Autofahrer sensibilisieren, langsamer zu fahren. Außerdem sollten Schulen die Eltern mit Infoblättern ausstatten. Eine enge Kommunikation mit den Eltern sei ohnehin wichtig. Auch um zu verhindern, dass zur Stoßzeit Elterntaxis die Herrschaft über den Straßenverkehr übernehmen. 

Alternativ könne die Stadt auch in Schwerter Fußstapfen treten. Dort sind Haltestellen für Eltern eingerichtet worden. Keine schlechte Idee, wie SPD-Ortsvereinsvorsitzende Monika Wernau fand: „Mit der Elternschaft müsste da natürlich drüber gesprochen werden. Aber in Verbindung mit einem zusätzlichen Zebrastreifen ist das durchaus sinnvoll.“ 

Die angeregte Diskussion verklang langsam, aber die Debatte zu den Problemzonen wird weitergehen. Bis April hat die Planergruppe nun Zeit, den Maßnahmenkatalog fertigzustellen und diesen an die Stadt weiterzugeben. „Der Rest liegt dann bei der Politik“, so Wohland.

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