Heroinsucht

Diebstähle und Betrug: Drogendealer aus Bergkamen soll ins Gefängnis

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Um seinen Heroinkonsum zu finanzieren, beging ein Bergkamener mehrere Straftaten.

Mit Drogendeals, Diebstählen und Betrug finanzierte ein Bergkamener seine Heroinsucht. Im Gericht zeigte der 25-Jährige nun Einsicht und erstmalig Bereitschaft, sich aus der Abhängigkeit zu befreien. Vor dem Gefängnis konnte ihn das aber nicht mehr bewahren.

Bergkamen/Unna - Mit 15 Jahren rauchte der junge Bergkamener den ersten Joint. Etwas später folgte unter anderem Kokain und zuletzt konsumierte er Heroin. Mit den Drogen kamen die Straftaten und ein Gefängnisaufenthalt. Doch den Absprung schaffte er nicht. Vielmehr wurde der Sog größer und damit stieg der Druck, Geld für den Drogenkauf zu beschaffen. Die Folgen blendete der Mann offenbar aus.

Und so verkaufte der 25-Jährige ab Mai 2019 in 13 Fällen, gemeinsam mit seiner gesondert verfolgten und ebenfalls abhängigen Freundin, unter anderem Marihuana an einen Stammkunden. Zudem versuchte er im Herbst 2019, zwei Möbelhaus-Gutscheine, die er vom Amt für eine Erstausstattung erhielt, über einen Bekannten zu Geld zu machen. Als das scheiterte, erwarb er Möbel und veräußerte sie weiter. Darüber hinaus stahl er im Januar 2020 ein 1600 Euro teures Pedelec und brach in Bergkamen in die Wohnung einer Nachbarin ein. Dort erbeutete er einen Laptop zu erbeuten. Auch wurde er dreimal bei Schwarzfahrten erwischt.

Keine Lust mehr auf die Anklagebank

„Ich gestehe es, ich war es. Alles“, nickte der 25-Jährige die Vorwürfe nun in seinem Prozess vor dem Unnaer Schöffengericht ab. Das Geld habe er für Heroin benötigt und die Schwarzfahrten habe er gewagt, um sich in einem Fall Drogen zu beschaffen und in den beiden anderen Fällen habe er eine kranke Angehörige besuchen wollen.

Nun wolle er den Betäubungsmitteln aber abschwören und sein Leben in den Griff kriegen. Deshalb sei er zur Therapie bereit, wolle nicht mehr auf die Anklagebank. „Es macht keinen Spaß mehr. Ich habe keine Lust mehr darauf.“ Er denke an eine Ausbildung.

Seine Ehrlichkeit, die Einsicht und der Wille, etwas zu verändern, sprachen am Ende für den Bergkamener. Zudem wirkte sich der starke Suchtdruck zur Tatzeit zu seinen Gunsten aus. Strafschärfend wertete das Gericht seine etlichen Vorstrafen, den Verstoß gegen die laufende Bewährung und die Vielzahl der Taten. Der Angeklagte wurde zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Allerdings kann die Verbüßung dieser Strafe zugunsten einer Therapie zurückgestellt werden. Der 25-Jährige wertete das als Chance, nahm das Urteil sofort an: „Das passt.“

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