Der Spaß wird teurer

Die Stadt Bergkamen rechnet mit höheren Ausgaben für Spielplätze

Spielplatz im Landwehrpark in Bergkamen
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Im Landwehrpark (Foto), an der Wirlingstraße und an der Straße „Flöz Dickebank“ liegen die Schwerpunktspielplätze in Rünthe. Dazu gibt es fünf Ergänzungsflächen, vier Bolzplätze, zwei Skate/BMX-Flächen und einen Jugendtreff im Stadtteil.

Die Stadt rechnet damit, dass sie für Erhalt und Pflege ihrer Spielplätze künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Das geht aus dem Entwurf des Bedarfsplans hervor, der am Donnerstag in den Jugendhilfeausschuss des Rates eingebracht wird. Die Fortschreibung des Plans bezieht sich auf die Jahre 2021 bis 2025. Wichtiges Detail: In dieser Zeit sollen keine weiteren Spielflächen aufgegeben werden, zu denen auch Bolzplätze, Skateflächen und Jugendtreffs gerechnet werden. Es bleibt bei 78, davon 15 im Stadtteil Rünthe.

Bergkamen - Mit der Pflege der Spielplätze ist der städtische Baubetriebshof beauftragt. Per Verrechnung erhält er dafür knapp 410 000 Euro pro Jahr. Darüber hinaus veranschlagt die Stadt bis dato jährlich Ausgaben von 110 000 Euro – 60 000 Euro für die Anschaffung von Ersatz-Spielgeräten, 50 000 Euro für die bauliche Unterhaltung, für Reparaturen sowie für Mieten und Pachten. Diese aktuell zur Verfügung stehenden Finanzmittel würden mittel- und langfristig nicht mehr ausreichen, heißt es im Entwurf.

In Sachen Ersatzbeschaffung wird dargelegt, dass der bisherige Kostenansatz weder die zuletzt hohen Preissteigerungen berücksichtige, noch die Neuanlage von Spielflächen in Gebieten mit Versorgungsdefiziten, die Reaktivierung von bespielbaren Grünflächen oder Ergänzungen auf bestehenden Flächen. Auch bei der baulichen Unterhaltung werden Preissteigerungen ins Feld geführt. Zudem sei etwa die regelmäßige Reinigung von Sand aufwendig und damit kostenintensiv. In beiden Kontexten heißt es: „Eine deutliche Erhöhung der Mittel ist aus Sicht der Verwaltung zwingend notwendig.“

Den Angaben nach wurden seit 2005 im Stadtgebiet insgesamt 26 Spielflächen umgewandelt und einer anderen Nutzung zugeführt, etwa der Wohnbebauung. So sollten Einsparpotenziale gehoben werden, zudem sollte durch den Verkauf von Grundstücken Geld in die Stadtkasse fließen. Doch mit dieser Entwicklung soll nun Schluss sein. „Im vorliegenden Spielflächenbedarfsplan ist die weitere Aufgabe von Spielflächen und deren Umwandlung nicht mehr vorgesehen. Alle bestehenden Spielflächen sollen erhalten bleiben“, heißt es.

Der nächste Spielplatz sollte höchstens 500 Meter entfernt sein

Die Entscheidung fußt nicht zuletzt auf der Absicht, eine flächendeckende Versorgung mit Spielplätzen zu gewährleisten und bestehende Lücken zu beseitigen. Grundsätzlich sollen alle Kinder nicht weiter als 500 Meter gehen müssen, um einen Spielplatz zu erreichen. Zuletzt hatten sich Bürger auch erfolgreich für den Erhalt von Spielplätzen stark gemacht – etwa im Fall „Kurzer Kamp“ in Overberge. Diese Fläche hat die Stadt entgegen früherer Planung wieder mit einzelnen Geräten bestückt.

Größere Lücken in der Versorgung mit Spielplätzen macht die Stadt in fünf Bereiche aus, darunter im Gebiet westlich der Bahnstrecke und südlich des Heiler Kirchwegs in Oberaden. Zwar existiert hier ein Bolzplatz, der soll nach Vorstellungen des Jugendamts aber um einen Spielplatz ergänzt werden. Zudem gebe es absehbar Bedarfe in Neubaugebieten, wobei hier von der Fertigstellung der ersten Gebäude bis zur Realisierung eines Spielplatzes teils mehrere Jahre vergehen könnten.

In der Fortschreibung des Bedarfsplans wird weiterhin zwischen Schwerpunktspielplätzen, die vorrangig die Versorgung sicherstellen sollen, und ergänzenden Flächen unterschieden. In Rünthe existieren drei Schwerpunktspielplätze: an der Wirlingstraße, im Landwehrpark sowie an der Straße „Flöz Dickebank“. Auf allen drei Flächen müssen laut Verwaltung absehbar Spielgeräte ausgetauscht werden – weil ihre Lebensdauer endet oder weil sie einfach nicht mehr sicher sind. Gleiches gilt für die meisten der fünf Ergänzungsspielplätze.

Schwierige Planungen

Am Beispiel „Flöz Dickebank“ zeigt sich, wie schwierig die Spielplatzplanung mitunter ist. Nach vorläufiger Ausbauplanung sollte der Platz im Jahr 2024 auf Vordermann gebracht werden, doch dann „verabschiedeten“ sich binnen kurzer Zeit gleich drei Großgeräte. Die Verwaltung musste schneller handeln als beabsichtigt. Die Ausbauplanungen sollen zukünftig parallel zur Aufstellung des Doppelhaushaltes und gemeinsam von Jugendhilfeausschuss und Verwaltung erfolgen. Mehrbedarfe ließen sich auf diese Weise noch rechtzeitig in den Haushaltsanforderungen darstellen, argumentiert die Verwaltung.

Neben Spielplätzen listet der Bedarfsplan 26 Bolzplätze auf (davon drei auf nicht städtischen Flächen), vier Skate- bzw. BMX-Flächen und drei Jugendtreffs, zumeist hölzerne Unterstände. Darüber hinaus stehen den Bergkamener Kindern und Jugendlichen die Schulhöfe zum Spielen zur Verfügung, wobei alle Grundschulspielplätze auch mit Spielgeräten ausgerüstet sind. Weitere Anlaufpunkte sind Spielplätze in Kleingartenanlagen. „Private Spielplätze von Wohnungsbaugesellschaften bestehen oft nur aus einem Sandkasten, einer Federwippe und ab und zu einer Schaukel oder einer Rutsche“, heißt es.

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